Kostenpunkt Immobilienbewertung: Was kostet ein Wertgutachten?

Es gibt verschiedene Gründe ein Wertgutachten einzuholen. Es kann sowohl für den Immobilienverkauf als auch aus steuerlichen Gründen nötig sein. Die Wertermittlung kann aber auch von einem Kaufinteressenten in Auftrag gegeben werden. Allerdings sind nicht alle Gutachten gleich, sie unterscheiden sich in Kosten, Umfang und Anlass. Welcher Gutachter für Sie der richtige ist und wie viel Sie für ein Gutachten bezahlen müssen, erfahren Sie in den folgenden Absätzen.

Das sind die verschiedenen Verfahren von Wertgutachten

Gutachten: Welche Varianten stehen zur Verfügung?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Gutachtenarten, die benutzt werden, um den Wert eines Hauses, eines Grundstücks oder einer Eigentumswohnung zu ermitteln. Eine kürzere Variante, die oft eine kostenlose Immobilienbewertung darstellt und eine ausführlichere Bewertung einer Immobilie, die zwar einen größeren Umfang hat, dafür allerdings auch mit (höheren) Kosten verbunden ist:

Das Kurzgutachten

Das Kurzgutachten dient als Marktpreiseinschätzung und reicht für den Immobilienverkauf aus. Für dieses Bewertungsverfahren beurteilt ein Immobiliengutachter Merkmale wie die Lage, die Erschließung des Grundstücks und den Zustand der Bebauung.

Ein Kurzgutachten kann von einem Immobilienmakler innerhalb kürzester Zeit erstellt werden. Die Bewertung hat dabei einen ungefähren Umfang von zwei bis drei Seiten. Das Kurzgutachten dient also hauptsächlich dazu, den idealen Angebotspreis für Ihre Immobilie zu finden und Kaufinteressenten vor dem Hauskauf einen begründeten Preis nennen zu können.

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Das Langgutachten

Ein Kurzgutachten reicht für den Hausverkauf aus, aber hat in gerichtlichen Verfahren keine Gültigkeit. Nur eine ausführliche Immobilienwertermittlung ist vor Gericht ein zugelassenes Langgutachten, auch Verkehrswertgutachten genannt.

Sie benötigen es also bei Scheidungsverfahren, in Erbschaftsfällen oder wenn Sie den Wert Ihrer Immobilie vor dem Finanzamt beweisen müssen. Diese Art der Bewertung von Immobilien kann bis zu 30 Seiten umfassen und dauert dementsprechend in der Erstellung in der Regel zwei bis vier Wochen.

Wenn Sie einen passenden Immobiliengutachter suchen, können Sie sich auch an den Makler Ihres Vertrauens wenden. Dieser führt die Immobilienwertermittlung entweder selbst durch oder vermittelt Ihnen einen zuverlässigen Bausachverständigen.

Welche Arten von Gutachtern gibt es?

Nicht jeder Gutachter kann ein gültiges Verkehrswertgutachten erstellen. Grob eingeteilt, gibt es drei Arten von Sachverständigen, die Ihr Haus begutachten können:

Freie Gutachter

Die von ihnen erstellte Bewertung kann zum Verkauf oder Ankauf von Immobilien genutzt werden. Sie gilt aber nicht als Langgutachten und hat keine Gültigkeit in gerichtlichen Verfahren.

Öffentlich bestellte/verteidigte Gutachter

Der Titel des öffentlich bestellten Bausachverständigen ist geschützt und wird nach einer Prüfung von Industrie- und Handelskammer vergeben. Bei dem erstellten Gutachten handelt es sich dann in der Regel um ein rechtlich geltendes Verkehrswertgutachten.

Staatlich anerkannter Gutachter

So werden öffentlich bestellte Sachverständige bezeichnet, die von Landesbehörden beaufsichtigt werden und auch in deren Auftrag Gutachten erstellen. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Ihr Bausachverständiger eine industrienahe Qualifikation besitzt, also z. B. ein Architekt oder ein Bauingenieur ist. Die Kosten für einen Gutachter können stark variieren, ein Vergleich kann sich also unter Umständen lohnen. So können Sie die Kosten für Ihre Immobilienbewertung senken und Ihr Haus trotzdem kompetent schätzen lassen.

Was kostet die Immobilienbewertung?

Der Preis der Immobilienbewertung hängt von der Art des jeweiligen Gutachtens ab. Die Kosten für ein Kurzgutachten sind deutlich niedriger, als die eines Verkehrswertgutachtens.

Wenn Sie das Gutachten für die Festsetzung des Verkaufspreises benötigen, lohnt es sich, wenn Sie sich auch über die Möglichkeiten für ein kostenloses Kurzgutachten informieren. McMakler bietet Ihnen eine ausführliche und kostenlose Immobilienbewertung an, die von einem kompetenten und fachkundigen Immobiliengutachter durchgeführt wird.

3.1 Die Kosten des Kurzgutachtens

Mit einem Preis von um 100 Euro ist es eine preisgünstige Alternative zum Langgutachten, vor allem wenn Sie die Immobilienbewertung nur für den Hausverkauf benötigen. Viele Makler bieten auch an, den Immobilienwert kostenlos zu ermitteln, sofern sie im Anschluss mit dem Verkauf beauftragt werden.

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3.2 Die Kosten des Langgutachtens

Bis Mitte August 2009 steckte die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) den Kostenrahmen für ein Immobiliengutachten ab. Da diese Bundesverordnung nicht mehr gilt, ist das Honorar für den Sachverständigen bei der Wertermittlung, frei verhandelbar.

Ein wesentlicher Anhaltspunkt für die Höhe des Honorars ist der geschätzte Verkehrswert der Immobilie. Auch die Art der Immobilie und damit der Schwierigkeitsgrad spielt in der Preisgestaltung des Immobiliengutachters eine Rolle.

Als Orientierungspunkt können Sie jedoch die ursprüngliche Verordnung oder die Honorarrichtlinien des B.V.S (Bundesverbandsachverständiger) nutzen. Für den Hauskauf oder Verkauf wird diese Art eines Wertgutachten oft nur für eine denkmalgeschützte Immobilie verwendet, da es dort sinnvoll sein kann, einen Baugutachter die bauliche Substanz genau bewerten zu lassen.

3.3 Kosten für ein Langgutachten nach der HOAI

Verkehrswert €Normalpreis (von – bis)Preis bei höherem Aufwand (von – bis)

50.000 €

323 – 394

384 – 537

100.000 €

543 – 664

643 – 910

150.000 €

725 – 881

856 – 1.203

200.000 €

860 – 1.051

1.017 – 1.432

300.000 €

1.071 – 1.304

1.264 – 1.779

500.000 €

1.318 – 1.611

1.559 – 2.198

750.000 €

1.563 – 1.912

1.847 – 2.610

Ähnlich den Kosten der HOAI variiert die Preisspanne der B.V.S zwischen 1500 Euro und 2800 Euro, je nach dem Verkehrswert der Immobilie.

3.4 Ein Rechenbeispiel aus der Praxis

Bevor Sie einen Gutachter beauftragen, ist es wichtig, dessen Kosten und Leistungen in Erfahrung zu bringen. Im Folgenden haben wir ein Beispiel angeführt, wie eine entsprechende Rechnung aussehen könnte. Hier beträgt der angenommene Wert der Immobilie, an dem sich der Immobiliengutachter orientiert, 300.000 Euro.

Rechenbeispiel


Geschätzter Verkehrswert: 300.000 €
Grundhonorar des Immobiliengutachters (Euro zzgl. MwSt.): 1.800 €
Nebenkosten steuerpflichtig (Anfahrt/Materialkosten etc.): + 50 €
Summe Netto: 1.850 €
19% Mehrwertsteuer: + 351,50 €
Summe brutto: 2.201,50 €
Beschaffungskosten für Unterlagen (Grundbuchauszug etc.): + 50 €

Kosten gesamt für das Immobiliengutachten: 2.251,50 €

Welche Unterlagen müssen für den Gutachter bereitgestellt werden?

Damit ein Makler oder ein anderer Baugutachter eine akkurate Hausbewertung erstellen kann, müssen Sie einige Unterlagen bereitstellen, dazu gehören:

  • ein aktueller Grundbuchauszug

  • ein Auszug aus der Flurkarte (ALK)

  • ein Auszug aus dem Baulastenverzeichnis

  • alle Bauzeichnungen

  • Belege über jegliche Modernisierungsarbeiten

  • eine Wohn- und Nutzflächenberechnung

Für die Beantragung einiger dieser Unterlagen wird eine Gebühr fällig. Um Ihren Hausverkauf so angenehm wie möglich zu gestalten, können Sie auch einen Makler mit der Beschaffung beauftragen. Dieser kann dann auch umgehend eine ggf. kostenlose Immobilienbewertung für Sie durchführen.


Bildquelle: McMakler


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