Alle Informationen rund um den Energieausweis

Letztes Update: 03.07.20

Über den Benzinverbrauch des eigenen Autos wissen die meisten Bescheid. Doch wenn es um die Frage geht, was die eigene Wohnung oder das Haus an Energie „schluckt“, kennen nur die Wenigsten die Antwort. Der Energieausweis schafft hier Abhilfe. Durch ihn erfahren sowohl Eigentümer als auch potenzielle Mieter oder Käufer, ob es sich bei einem Gebäude um einen „Energiefresser“ oder ein „sparsames Haus“ handelt und inwiefern der Energieverbrauch reduziert werden kann.

Energieausweis Titelbild

Die meist gestellten Fragen auf einen Blick

Was genau ist ein Energieausweis?

Der Energieausweis (auch "Energiepass" genannt) ist ein im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) entwickeltes Dokument, welches Immobilien energetisch beurteilt und die Energieeffizienz einer Immobilie berechnet. Er enthält Informationen über den Energieverbrauch der Gebäudenutzfläche und ermöglicht die Unterscheidung von Immobilien in verschiedene Energieeffizienzklassen.


Verbrauchsausweis vs. Bedarfsausweis: Was sind die Unterschiede?
Der Verbrauchsausweis ermittelt den tatsächlichen Energieverbrauch über eine Abrechnungsperiode der zurückliegenden drei Jahre – somit wird das individuelle Nutzerverhalten der Bewohner erfasst. Der Bedarfsausweis bildet den theoretischen Energiebedarf ab. Er ist ein technisches Gutachten, welches von einem Fachmann erstellt wird.


Was kostet der Energieausweis?
Je nachdem, welcher Energiepass ausgestellt werden muss, können die Kosten unterschiedlich hoch ausfallen. Aufgrund des geringeren Aufwands ist der Verbrauchsausweis günstiger als der Bedarfsausweis.


Wie lange ist ein Energieausweis gültig?
Ein Energieausweis ist für maximal zehn Jahre gültig. Ein neuer Ausweis wird notwendig, wenn ein Gebäude umfassend saniert oder nach energetisch relevanten Maßnahmen umgebaut wurde. Gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) muss in solchen Fällen die Energieeffizienz der Immobilie neu berechnet und ein neuer Ausweis erstellt werden.


Für wen und seit wann ist der Energieausweis erforderlich?
Seit dem 1. Oktober 2008 besteht Ausweispflicht. Jedes Gebäude muss mit einem Energieausweis ausgestattet werden. Immobilieneigentümer müssen viele Dokumente beim Hausverkauf parat haben, darunter auch den Energiepass. Dieser muss den Kaufinteressenten und Mietinteressenten bereits bei der Vermarktung vorgelegt werden.


Was ist die Energieeinsparverordnung EnEV?
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) begrenzt den zulässigen Energiebedarf von beheizten oder klimatisierten Gebäuden. Sie definiert Vorgaben am Wärmedämmstandard der Gebäudehülle und der Anlagentechnik wie Heizung, Warmwasser, Lüftung, Kühlung und elektrische Hilfsenergie.


Welche Neuerungen ergeben sich aus der EnEV 2014?
Die Energieeffizienzklasse des Gebäudes wird in einer geänderten Farbskala, die nun bis 250 kWh/m²a begrenzt ist, dargestellt. Eigentümer müssen im Energieausweis genaue Angaben zu möglichen Modernisierungsempfehlungen geben. Zusätzlich wird der Energieausweis mit einer Registriernummer versehen.


1. Was ist ein Energieausweis?

Der Energieausweis (auch "Energiepass" oder “Energiesparausweis” genannt) ist ein im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) entwickeltes Dokument, welches den energetischen Zustand einer Immobilie beurteilt und die Energieeffizienz eines Objektes berechnet. Er enthält Informationen über den Energieverbrauch/ Energiebedarf in Bezug auf die Gebäudenutzfläche und ermöglicht somit die Unterscheidung von Immobilien in verschiedene Energieeffizienzklassen.

Der Gebäudeenergieausweis bietet Kauf- und Mietinteressenten die Möglichkeit, den Energieverbrauch/ Energiebedarf von Immobilien zu vergleichen und die daraus resultierenden Kosten zu kalkulieren. Dadurch können Immobilienbesitzer den aktuellen Energiezustand einsehen und gegebenenfalls Modernisierungsempfehlungen umsetzen. Durch sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen kann oftmals eine Wertsteigerung der Immobilie vor dem Verkauf erzielt werden. Auch das eigene Heizverhalten kann überprüft und somit letztendlich Heizkosten eingespart werden.

Der Energieverbrauchsausweis enthält also wichtige Informationen über die energetische Qualität eines Gebäudes sowie die Verbrauchsdaten und hilft, die Höhe der zukünftigen Energie- bzw. Nebenkosten abzuschätzen. Der Energiepass gewann durch die Weiterentwicklung der Energieeinsparverordnung zunehmend an Relevanz und wurde durch die EnEV 2007 auch für bestehende Gebäude eingeführt. Der dadurch erhoffte politische Mehrwert ist, auf Gebäude mit schlechten Energiekennwerten aufmerksam zu machen und dem Eigentümer energetisch wirksame Modernisierungsempfehlungen zu bieten.

Neuerungen der EnEV 2014 für Energieausweise

Die EnEV 2014 enthält zahlreiche Neuerungen rund um den Energieausweis. Seit dem 1. Mai 2014 ist es Pflicht als Teil einer Immobilienanzeige, bestimmte Energiekennwerte mit anzugeben. Die EnEV 2014 regelt, welche Kennwerte aus dem Energieausweis dabei veröffentlicht werden müssen.

  • Art des Energieausweises
  • Endenergiebedarf bzw. -verbrauch des Objektes
  • wesentliche Energieträger für die Heizung (z.B. Gas)
  • bei Wohnhäusern auch das Baujahr und die Effizienzklasse

Außerdem muss die Energieeffizienzklasse des Gebäudes in einer Farbskala dargestellt werden, so wie dies z. B. bei Elektrogeräten üblich ist. Die Skala reicht von A+ (Effizienzhaus 40) bis H (nicht modernisiert). Der Aussteller des Energieausweises muss dem Eigentümer im Energieausweis (nicht mehr nur begleitend zum Energieausweis) Empfehlungen geben, wie sich die energetischen Eigenschaften des Gebäudes verbessern lassen: sogenannte Modernisierungsempfehlungen. Sofern dies nicht möglich ist, muss dies im Energieausweis vermerkt werden.

Jeder neue Energieausweis muss mit einer Registriernummer versehen werden. Diese beantragt der Aussteller bei der zuständigen Behörde oder auch Registrierstelle. Verstöße gegen die Registrierungspflicht können mit Bußgeldern in Höhe von 5.000 Euro bestraft werden.

Energieausweise müssen schon bei der Vermarktung vorliegen - also bereits vor Abschluss eines Kaufvertrages für eine Immobilie - und den Interessenten unaufgefordert vorgelegt werden.


2. Wann ist ein Energieausweis für Wohngebäude Pflicht?

Bei dem Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie ist der Energieausweis verpflichtend. Außerdem ist er beim Kauf und bei der Modernisierung hilfreich, da er wichtige Hinweise auf Einsparpotenziale und konkrete Vorschläge für Modernisierungsmaßnahmen liefert. Beantragen muss den Energieausweis der jeweilige Verkäufer oder Vermieter, also der Eigentümer, Verwalter oder Makler.

Erkennen Immobilieneigentümer im Energieausweis zu Hohe Kosten, können sie bei Bedarf geeignete Modernisierungsmaßnahmen ergreifen. In manchen Fällen lässt sich so einiges an Kosten einsparen.

Generell gibt es eine Energieausweispflicht seit dem 1. Oktober 2008. Die Bundesländer sind seit der Energieeinsparverordnung 2014 zu Stichprobenkontrollen verpflichtet. Wird ein Haus nur privat genutzt und nicht verkauft oder vermietet, wird kein Energieausweis benötigt. Ausnahmen bilden Neubauten, diese benötigen einen Energieausweis.

Immobilieneigentümer müssen die Energieausweise Kaufinteressenten und potenziellen Mietinteressenten nicht nur bei Besichtigungsterminen vorlegen – auch bei Immobilienanzeigen ist die Angabe der Energieeffizienz verpflichtend. Eigentümer müssen beim Hausverkauf oder der Vermietung einer Immobilie also grundsätzlich den Energiepass vorlegen. Dies gilt auch, wenn nur einzelne Wohnungen aus dem Gebäude verkauft werden, da der Energieausweis immer für das gesamte Gebäude gültig ist. Passiert das nicht, kann der Eigentümer seit der EnEV 2014 mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden.


3. Ausnahmen: Haus ohne Energieausweis verkaufen

Grundsätzlich sind Notare gesetzlich dazu verpflichtet bei der Beurkundung von Immobilienkaufverträgen zu prüfen, ob ein Energieausweis vorliegt. Das bedeutet, ein Hausverkauf ohne Energieausweis ist in der Regel nicht möglich - auch wenn Verkäufer und Käufer sich anders einigen.

Eine Ausnahme gilt für Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, sowie für kleine Gebäude mit einer Gebäudenutzungsfläche von unter 50 Quadratmetern: Energieausweise werden hier nicht benötigt. Ebenfalls von der Pflicht ausgenommen sind Gebäude, die nicht regelmäßig genutzt, geheizt oder gekühlt werden, wie beispielsweise Ferienhäuser. Auch für Bauten mit einer speziellen Nutzung, wie beispielsweise Ställe, Gewächshäuser oder Werkstätten, besteht keine Energieausweispflicht.

Keinen Energiepass braucht, wer selbst in einem eigenen Haus wohnt, für das die Baugenehmigung vor dem 1. Oktober 2007 erstellt wurde, und dieses weder verkaufen noch vermieten möchte. Vermieter, bei denen das Mietverhältnis schon vor Einführung der Energieausweispflicht bestand, brauchen erst einen Energieausweis, wenn das Mietverhältnis endet und die Immobilie zum Verkauf oder zur erneuten Vermietung vorgesehen ist.


4. Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Energieausweistypen unterschieden: dem Verbrauchsausweis und dem Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis bewertet den tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner eines Hauses. Der Bedarfsausweis bewertet hingegen nutzerunabhängig den theoretischen Energiebedarf, der aus dem Zustand des Gebäudes gefolgert wird.

energieausweis-grafik

Energieverbrauchsausweis

Für die Ermittlung des Energieverbrauchs wird meist über eine Abrechnungsperiode der zurückliegenden drei Jahre die tatsächlich verbrauchte Energie herangezogen. Die Energieeffizienz wird hierbei anhand des gemessenen Energieverbrauchs der Bewohner bewertet, wobei die Energieverbrauchsdaten für Heizung und Warmwasser der letzten drei Jahre berücksichtigt werden.

Das individuelle Nutzerverhalten der Bewohner beeinflusst das Ergebnis natürlich stark. Da die meisten Bewohner einen individuellen Verbrauch haben, können nur begrenzt Aussagen über den zukünftigen Bedarf oder den energetischen Zustand der Immobilie gemacht werden. Somit ist der verbrauchsorientierte Energieausweis weniger aussagekräftig als der Bedarfsausweis. Die Ermittlung des Energieverbrauchs wird in der Regel vom jeweiligen Versorgungsunternehmen oder einem Messanbieter durchgeführt.

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Energiebedarfsausweis

Der Bedarfsausweis bildet den theoretischen Energiebedarf, beispielsweise eines Wohnhauses, ab. Die Grundlage des Bedarfsausweises ist ein technisches Gutachten, welches von einem Fachmann erstellt wird. Für die Berechnung der Werte von Wohngebäuden und Co. werden technische Details, wie zum Beispiel der Zustand von Wänden, Fenstern und der Anlagentechnik (Heiz- und Lüftungsanlage beziehungsweise die Verwendung erneuerbarer Energien) herangezogen. Nicht zur Berechnung herangezogen wird das individuelle Verbrauchsverhalten der Bewohner eines Wohngebäudes. Das große Plus dieses Ermittlungsverfahrens ist die Identifizierung von energetischen Schwachstellen bei Gebäuden. Messungen vor Ort sind nicht erforderlich, da die Energiekennwerte unter Annahme standardisierter Rahmenbedingungen für Witterung und Nutzerverhalten berechnet werden.

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Beide Energieausweisvarianten enthalten individuelle Modernisierungsempfehlungen für die jeweilige Immobilie. Beim Bedarfsausweis sind diese meist besser auf das jeweilige Gebäude zugeschnitten. Im Verbrauchsausweis gibt es eine Skala für den Endenergieverbrauch und im Bedarfsausweis eine Skala für den Endenergiebedarf. Nicht selten wird die Effizienzklasse bei Verbrauchsausweisen besser bewertet als bei Bedarfsausweisen. Beim Bedarfsausweis fallen beispielsweise Wärmeverluste durch Gebäudeundichtigkeiten sehr stark ins Gewicht. Zusätzlich wird für die Bewertung von einer Normbeheizung ausgegangen, die in der Realität selten vorkommt. Beim Verbrauchsausweis ist die Bewertung natürlich abhängig vom Verhalten der Bewohner, allerdings fließt bei der Bewertung auch nur der tatsächlich ermittelte Verbrauch mit ein.

Prinzipiell kann zwischen dem Verbrauchs- und dem Bedarfsausweis frei gewählt werden. Allerdings gibt es Ausnahmen. So können für Neubauten beispielsweise nur Bedarfsausweise erstellt werden, da noch keine Verbrauchsdaten der Bewohner vorliegen. Auch für kleinere Gebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, die nicht der Wärmeschutzverordnung (WSchV) von 1977 entsprechen, ist der Energiebedarfsausweis vorgeschrieben. Der Verbrauchsausweis ist für diese Gebäude nur zulässig, wenn der Bauantrag nach dem 1. November 1977 gestellt wurde (oder das Gebäude nachträglich saniert wurde und die WSVO von 1977 erfüllt).

Tabelle: Welche Art von Energieausweis ist zulässig für Gebäude im Bestand?

GebäudetypBedarfsausweisVerbrauchsausweis

weniger als 5 Wohneinheiten
Bauantrag vor dem 1. November 1977
Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung sind nicht erfüllt

x

weniger als 5 Wohneinheiten
Bauantrag vor dem 1. November 1977
Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung sind erfüllt

x

x

weniger als 5 Wohneinheiten
Bauantrag nach dem 1. November 1977

x

x

5 oder mehr Wohneinheiten
Bauantrag vor und nach dem 1. November 1977

x

x

Neubauten

x


5. Energieausweispflicht für Nichtwohngebäude/Gewerbe

Für öffentliche Gebäude gilt die Vorgabe den Energiepass gut sichtbar aufzuhängen. Dazu zählen Behörden mit großem Publikumsverkehr und einer Nutzfläche von mehr als 250 m² sowie vielbesuchte gewerbliche Gebäude mit einer Nutzfläche von 500 m² oder mehr.

Für Energieausweise für Nichtwohngebäude gelten folgende Sonderregelungen:

Hier wird zudem der Energieverbrauch für Lüftungs- und Klimaanlagen, sowie für die Beleuchtung miteinbezogen. Der Eigentümer hat hier die freie Wahl zwischen den beiden Ausweisarten. Sollte es in dem Gebäude auch Wohnraum geben, müssen möglicherweise zwei Energieausweise angefertigt werden.

Zusätzlich zum Verbrauch des Gebäudes wird bei Gewerbegebäuden auch der Stromverbrauch erfasst, dazu zählen der gebäudebezogene Strom für die Belüftung, die Hilfsenergie, die Beleuchtung und Klimatisierung sowie sonstige Gebäudetechnik. Sollte der Gebäudestrom nicht separat erfasst werden, müssen alle Stromverbraucher bzw. zusätzlichen Geräte auf dem Energieausweis vermerkt werden. Daraufhin werden der Endenergieverbrauch Wärme und der Endenergieverbrauch Strom berechnet und anschließend in der Farbskala wiedergegeben. Mit Hilfe dieser beiden Werte und dazugehörigen Primärenergiefaktoren kann der Primärenergieverbrauch ermittelt werden.


6. Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

Energieausweise sind ab dem Datum der Ausstellung für maximal zehn Jahre gültig. Das gilt auch, wenn in diesem Zeitraum Änderungen an den rechtlichen Anforderungen für Energieausweise eintreten. Sollten Sie umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen oder Umbauten vornehmen, können sich diese positiv auf den Energieausweis auswirken. Gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) muss in solchen Fällen die Energieeffizienz des Gebäudes neu berechnet und ein neuer Ausweis erstellt werden.

Info

Hinweis

Die ersten Energieausweise haben im Sommer 2018 ihre Gültigkeit verloren. Eigentümer, die einen Verkauf oder eine Vermietung ihrer Immobilie planen, sollten ihre Energieausweise gegebenenfalls erneuern lassen.


7. Wer kann einen Energieausweis für Wohngebäude erstellen?

Zur Ausstellung eines Energieausweises für Wohngebäude sind gemäß § 21 EnEV und § 29 EnEV folgende Personen berechtigt:

  • Personen mit berufsqualifizierendem Hochschulabschluss in den Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik oder einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbildungsschwerpunkt auf diesem Gebiet

  • staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker, deren Ausbildungsschwerpunkt auch die Beurteilung der Gebäudehülle, die Beurteilung von Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen oder die Beurteilung von Lüftungs- und Klimaanlagen umfasst, außerdem muss mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:
    → während des Studiums ein Ausbildungsschwerpunkt im Bereich des energiesparenden Bauens oder nach einem Studium ohne einen solchen Schwerpunkt eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus
    → Erfolgreiche Fortbildung im Bereich energiesparendes Bauen nach EnEV 2014 Anlage 11 (inklusive der Inhalte für Nichtwohngebäude)
    → eine öffentliche Bestellung als vereidigter Sachverständiger für ein Sachgebiet im Bereich des energiesparenden Bauens oder in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus

  • Innenarchitekten

  • Handwerksmeister mit Schwerpunkt Bauhandwerk, Installation, Heizungsbau sowie Handwerker, die ein solches Handwerk auch ohne Meistertitel selbständig ausüben dürfen

  • Schornsteinfegermeister

  • Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder zur Unterzeichnung von bautechnischen Nachweisen des Wärmeschutzes oder der Energieeinsparung bei der Errichtung von Gebäuden berechtigt sind, im Rahmen der jeweiligen Nachweisberechtigung

  • Personen, die vor dem 25. April 2007...
    → ...beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) antragsberechtigt waren.
    → ...über eine abgeschlossene Ausbildung im Baustoff-Fachhandel oder in der Baustoffindustrie verfügten sowie eine Weiterbildung zum Energiefachberater im Baustoff-Fachhandel oder in der Baustoffindustrie absolviert oder begonnen und später abgeschlossen haben.
    → ...eine Weiterbildung zum Energieberater des Handwerks absolviert oder begonnen und später erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Energieeinsparverordnung enthält keine konkreten Vorgaben zur Ausstellung eines Energieausweises für Umbauten, Neubauten und Erweiterungen. Bei Nichtwohngebäuden hingegen sind ausschließlich die Hochschulabsolventen aus den entsprechenden Fachbereichen zur Ausstellung berechtigt.


8. Was kostet ein Energieausweis?

Die Kosten für den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis unterscheiden sich, da der Bewertungsaufwand für beide Varianten unterschiedlich hoch ist.

Der Verbrauchsausweis ist einfacher zu erstellen und kann bei vielen Anbietern online angefordert werden. Mit Kosten zwischen 25 bis 100 Euro ist dieser preisgünstiger als der Bedarfsausweis. Bei Mehrfamilienhäusern mit bis zu sechs Wohneinheiten sind Kosten von ca. 250 Euro üblich. Bei McEnergieausweis erhalten Sie den Bedarfsausweis bereits für 19 Euro, sollten Sie sich für einen Verkauf mit McMakler entscheiden, ist dieser sogar kostenlos.

Das Erstellen eines Bedarfsausweises ist aufwendiger, vor allem, wenn dieser durch einen Energieberater bei einer Vor-Ort-Begehung ausgestellt wird. Hierbei ist mit Kosten zwischen 300 und 500 Euro zu rechnen. Bei großen Gebäuden ist eine Grundpauschale von ca. 300 Euro zuzüglich 30-50 Euro pro Wohneinheit durchaus üblich. Online kosten Bedarfsausweise oftmals um die 100 Euro, bei McEnergieausweis zahlen Sie nur 69 Euro.

Die Kosten für einen Energieausweis sind nicht gesetzlich geregelt. Da die Kosten bei beiden Ausweisarten von Anbieter zu Anbieter erheblich variieren, ist es ratsam, vorab verschiedene Angebote und Alternativen einzuholen.

8.1 Wer muss den Energieausweis bezahlen?

Für das Ausstellen des Energieausweises ist der Verkäufer (Eigentümer, Verwalter oder Makler) verantwortlich. Dies ist in der 2014 überarbeiteten Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Demnach trägt der Verkäufer auch die Kosten für den Energieausweis. Wenn Sie McMakler mit dem Verkauf Ihrer Immobilie beauftragen, erstellen wir den Energieausweis kostenlos für Sie.


9. Wo kann ich einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis online bestellen?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für die Erstellung von Energieausweisen. Sie können entweder vor Ort oder online erstellt werden. Beide Optionen liefern die gleiche Qualität. Da beim Online-Energieausweis jedoch keine Besichtigung der Immobilie stattfindet, muss der Aussteller des Energieausweises sich auf die korrekten Angaben des Eigentümers verlassen können. Unabhängig von der Art des Energieausweises benötigen Sie zur Online-Beantragung nur wenige Minuten:

  1. Wählen Sie die zu Ihrer Immobilie passende Energieausweis-Variante. Hier finden Sie auch den kostenlosen Ausweis-Check.

  2. Geben Sie die Daten Ihrer Immobilie wie z. B. Baujahr und Gebäudeart ganz einfach online ein.

  3. Tätigen Sie die Bezahlung.

  4. Anschließend wird Ihr Energieausweis von zertifizierten Energieberatern innerhalb von 48 Stunden erstellt.


Aufgepasst: Dem Immobilienbesitzer droht eine Bußgeldstrafe in Höhe von maximal 15.000 Euro, sollte der Energieausweis falsche Angaben enthalten.

Nicht jeder darf einen Energieausweis ausstellen - das gilt auch für Online-Ausweise. Prüfen Sie, ob es sich um einen qualifizierten Aussteller handelt, bevor Sie den Energieausweis in Auftrag geben. Unser Tipp: Lassen Sie Ihren Bedarfs- bzw. Verbrauchsausweis jetzt direkt von McEnergieausweis, einem Unternehmen der McMakler Gruppe, online erstellen.


10. Wann erhalte ich einen Energieausweis kostenlos?

Wenn Sie vorhaben, Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung zu verkaufen, benötigen Sie einen Energieausweis. Die Erstellung eines Energieausweises ist dabei häufig mit einem Kostenaufwand verbunden. Das ist allerdings nicht der Fall, wenn Sie McMakler mit Ihrem Verkauf beauftragen. Bei uns erhalten Sie den Energieausweis kostenlos als Teil unseres Services.

Vorsicht ist geboten: Im Internet finden Sie viele unseriöse Anbieter, die mit der kostenlosen Erstellung eines Energieausweises werben. Dabei kommt es häufig vor, dass Betrüger in diesem Zusammenhang überteuerte Handwerksleistungen verkaufen wollen.


11. Welche Werte sind enthalten?

In der Regel umfasst ein Energiepass fünf Seiten. Standardmäßig finden Sie darin allgemeine Daten, wie Name, Anschrift und Berufsbezeichnung des Ausstellers, sowie das Ausstellungsdatum. Des Weiteren enthalten Energieausweise, die ab Mai 2014 ausgestellt wurden, eine Registriernummer, die der Kontrolle durch die zuständigen Behörden dienen soll. Ebenso enthalten sind die Energieeffizienzklassen auf einer Farbskala. Die Farbskala beginnt bei A+ im grünen Bereich und geht bis hin zu H im roten Bereich, wobei A+ der beste Wert ist. Auch Gebäude mit älteren Energieverbrauchsausweisen oder Bedarfsausweisen kann man durch eine Wertetabelle einer Energieeffizienzklasse zuordnen. Der Aufbau der Energieausweistypen variiert lediglich darin, auf welcher Seite Sie den jeweiligen Kennwert finden, ansonsten sind sie deckungsgleich:

  • Seite 1: Dort sind allgemeine Informationen über die Immobilie vermerkt (Adresse, Anzahl der Wohnungen, Baujahr etc.) und welches Verfahren verwendet wurde.

  • Seite 2: Hier folgen die errechneten Kennwerte des voraussichtlichen Energiebedarfs, wenn es sich um einen Energiebedarfsausweis handelt. Bei einem Verbrauchsausweis ist diese Seite nicht ausgefüllt.

  • Seite 3: Auf der dritten Seite werden wiederum die Kennwerte des Energieverbrauchs bei einem Verbrauchsausweis angegeben. Bei einem Bedarfsausweis werden keine Angaben gemacht.

  • Seite 4: Es können Modernisierungsempfehlungen seitens des Gutachters gegeben werden, um die energetische Beschaffenheit der Immobilie zu verbessern. Für entsprechende Sanierungen, z. B. bei der Dämmung, gibt es auch staatliche Subventionen.

  • Seite 5: Abschließend werden Erklärungen zu den gemachten Angaben und verwendeten Berechnungsverfahren bereitgestellt.

Zu beachten ist, dass es sich immer um den Endenergiebedarf handelt, also die tatsächlich verbrauchte Energiemenge abzüglich des Übertragungs- und Wandlungsverlustes. Der auf dem Energiepass angegebene Wert kann vom tatsächlichen Endenergieverbrauch abweichen. Eine Heizung wird beispielsweise wegen des Wärmeverlustes im Erd- und Dachgeschoss intensiver genutzt.

Begriffserklärung

Primärenergiebedarf: Der Primärenergiebedarf bildet die Energieeffizienz des Gebäudes ab. Er berücksichtigt neben der Endenergie auch die sogenannte “Vorkette” (Erkundung, Gewinnung, Verteilung, Umwandlung) der jeweils eingesetzten Energieträger (z.B. Heizöl, Gas, Strom, erneuerbare Energien etc.). Ein kleiner Wert signalisiert einen geringen Bedarf und damit eine hohe Energieeffizienz.

Endenergiebedarf/ Energiebedarfskennwert: Der Endenergiebedarf gibt die nach technischen Regeln berechnete, jährlich benötigte (theoretische) Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung an. Er wird unter Standardklima- und Standardnutzungsbedingungen errechnet und ist ein Indikator für die Energieeffizienz eines Gebäudes und seiner Anlagentechnik. Der Endenergiebedarf ist die Energiemenge, die dem Gebäude unter der Annahme von standardisierten Bedingungen und unter Berücksichtigung der Energieverluste zugeführt werden muss, damit die standardisierte Innentemperatur, der Warmwasserbedarf und die notwendige Lüftung sichergestellt werden können.

Energieverbrauchskennwert: Der Energieverbrauchskennwert gibt an, wie viel Energie in den letzten drei Jahren zum Heizen pro Quadratmeter verbraucht wurde.

Effizienzklassen: Die Effizienzklasse gibt Auskunft über die energetische Qualität des Gesamtgebäudes. Dabei werden die Heizungsanlage und die Dämmstandards einzeln bewertet. Die Einzelbewertungen fließen dann zu einer Energieklasse zusammen. Grundsätzlich gilt, je weiter vorn im Alphabet die Effizienzklasse liegt, desto besser ist der energetische Zustand des Objekts. Die Einteilung der Effizienzklassen geht aus der EnEV 2014 hervor:

Tabelle: Energieeffizienzklassen (Quelle: EnEV 2014, Anlage 10)

EnergieeffizienzklasseEndenergie kWh/(m²a)

A+

< 30

A

< 50

B

< 75

C

< 100

D

< 130

E

< 160

F

< 200

G

< 250

H

250

Bedarfsausweis Muster

Bedarfsausweis Muster

Verbrauchsausweis Muster

Verbrauchsausweis Muster


12. Wie kann ich die Energieeffizienz eines Gebäudes erhöhen?

Energieeffiziente Gebäude sind beliebt, das spiegelt sich sowohl bei der Nachfrage als auch beim Verkaufspreis wider. Doch welche Maßnahmen lohnen sich, um den Energiebedarf eines Hauses zu senken und somit die Energiebilanz zu verbessern? Besonders profitabel sind Renovierungsmaßnahmen der Heizungsanlagen, da auf lange Sicht Heizkosten gespart werden können. Aber auch Arbeiten an den Fenstern und am Dämmmaterial können die Energiebilanz positiv beeinflussen.

Info

Tipp

Um noch vor dem Verkauf einer Immobilie von der Verbesserung der Energiebilanz zu profitieren, können Sie für eine Vielzahl der Maßnahmen staatliche Förderungen beantragen. Sowohl bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als auch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) finden Sie günstige Kredite und Zuschüsse.

Mehr Tipps, wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können, erhalten Sie auf unserer Ratgeber-Seite: Wertsteigerung Immobilien.


Fazit

Unterm Strich ist der Energieausweis ein sehr hilfreiches Dokument. Er zeigt dem Interessenten bei einer Besichtigung alle relevanten Gebäudedaten auf einen Blick. So kann der Interessent verschiedene Immobilienangebote anhand des Energieverbrauchs (oder Energiebedarfs) vergleichen und bekommt einen Überblick bezüglich der zu erwartenden monatlichen Nebenkosten. Doch auch für den eigenen Gebrauch kann ein Energiepass sinnvoll sein.

Bei Vermietung und Verkauf sind Sie dazu verpflichtet einen Energieausweis vorzulegen. Bei einem Immobilienverkauf mit McMakler erhalten Sie den Energieausweis kostenlos als Teil unseres Services.

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Bildquelle: adobestock.com/eisenhans