Aus alt mach neu: Welche Modernisierungen lohnen sich wirklich?

Letztes Update: 24.11.2021

Welche Modernisierungen lohnen sich?

Früher oder später stehen sie bei jedem Haus an: Modernisierungen bringen Ihr Haus auf den neuesten Stand der Technik, verbessern Ihren Wohnkomfort und erhöhen den Wert Ihres Hauses. In der Regel sind Modernisierungen allerdings auch sehr aufwendig und kostenintensiv. Für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Modernisierungen gibt es daher einige Dinge zu beachten. Wie Sie bei der Modernisierung Ihres alten Hauses vorgehen sollten, ob es eine sinnvolle Reihenfolge für die Modernisierung gibt und welche Baumaßnahmen überhaupt als Modernisierungen gelten, haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengefasst.

Was wird unter einer Modernisierung verstanden?

Wobei es sich bei einer Modernisierungsmaßnahme handelt wird in § 555b des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) genauestens definiert. Kurz zusammengefasst gilt eine Baumaßnahme als Modernisierung, wenn diese den Wohnkomfort verbessert, zu einer energetischen Einsparung führt und den Nutzwert des Hauses nachhaltig erhöht. Zu den Modernisierungsmaßnahmen zählen unter anderem die Dämmung der Fassade, der Austausch der Fenster oder auch der Einbau eines neuen Bades.

Haus modernisieren oder renovieren?

Die Modernisierung eines alten Hauses ist nicht mit der Renovierung zu verwechseln. Beim Renovieren eines Hauses handelt es sich um Reparaturen und werterhaltende Maßnahmen, wie beispielsweise das Streichen und Tapezieren. Eine Renovierung ist darüber hinaus mit deutlich weniger Kosten verbunden als eine Modernisierung.

Wann sind Modernisierungen sinnvoll?

Klar ist, dass Modernisierungen sowohl energetisch sinnvoll sein können, als auch das Wohnen in einem älteren Haus angenehmer gestalten können. Während Sie aber mit Modernisierungsmaßnahmen wie einer Wärmedämmung auf lange Sicht Energiekosten sparen können, dient der Austausch des Fußbodens in den meisten Fällen einzig und allein dem Wohnkomfort. Modernisierungen können hohe Kosten verursachen, daher sollten Sie vor Beginn der Baumaßnahmen abwägen, welche Maßnahmen zum Einen notwendig sind und welche zum Anderen in Ihr Budget passen.

Wägen Sie ab, welche Modernisierungen sinnvoll und notwendig sind.

Wie langlebig ist mein Haus? – Eine Übersicht

Wie alle Gebrauchsgegenstände haben auch Teile eines Hauses wie das Dach, die Fassade oder die Fenster ein “Verfallsdatum”. Es lässt sich pauschal nicht sagen, nach wie vielen Jahren Modernisierungsmaßnahmen notwendig werden, da dies vom Material, das verbaut wurde, oder von der Intensität des Gebrauchs abhängt. Es gibt allerdings Richtwerte, an denen Sie sich zumindest grob orientieren können. Für die gängigsten Modernisierungen haben wir das einmal zusammengefasst:

  • Dach: Das Dach Ihres Hauses ist das ganze Jahr über Wind und Wetter ausgesetzt. Dementsprechend sollten Sie Ihr Dach regelmäßig auf undichte Stellen überprüfen. Gleiches gilt für die Dachrinne. Mit einer Modernisierung des Daches sollten Sie nach 40 bis 50 Jahren spätestens rechnen.

  • Fassade: Bei älteren Häusern fehlt es oft an einer ausreichenden Wärmedämmung. Diese lohnt sich in den meisten Fällen jedoch ohnehin schon, um Energie einzusparen. Die Fassade, die genau wie das Dach den Witterungsbedingungen ausgesetzt ist, bedarf meist nach ungefähr 20 Jahren einer Modernisierung.

  • Fenster: Der Austausch alter, einfach verglaster Fenster lohnt sich hinsichtlich Energieeinsparung. Ansonsten können Sie davon ausgehen, dass neuere Kunststofffenster eine Lebensdauer von bis zu 40 Jahren haben. Holzfenster müssen in den meisten Fällen schon früher modernisiert werden.

  • Elektroleitungen: Bei den Elektroleitungen können Sie mit einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren rechnen. Steht ohnehin eine größere Modernisierung an, kann es sich durchaus lohnen die Elektroleitungen gleich zu erneuern.

  • Heizungsanlage: Nach der EnEv 2014 (Energieeinsparverordnung) sind Sie als Eigentümer dazu verpflichtet Ihre Heizung zu erneuern, wenn diese älter als 30 Jahre ist, es sich um einen Öl- oder Gasheizkessel handelt und sie nach dem 01.02.2002 eingezogen sind bzw. Eigentümer wurden. Vorsicht: Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, kann Ihnen ein hohes Bußgeld drohen. Auch allen anderen wird dennoch empfohlen, nach 20 bis 30 Jahren über einen Austausch der Heizung nachzudenken, da zum Einen die Heiztechnik in rasantem Tempo voranschreitet und Sie zum Anderen dadurch Energie und Kosten einsparen können.

Fachleute können Ihnen bei der Planung helfen

Eine ausführliche Planung der Modernisierungen ist wichtig.

Bevor Sie mit der Modernisierung Ihres Hauses beginnen, bedarf es an ausführlicher Planung. Es empfiehlt sich hierfür in jedem Fall Fachleute, wie Architekten oder Handwerker, hinzuzuziehen, um herauszufinden, welche Investitionen an Ihrem Haus notwendig oder sinnvoll sind. Besonders im Hinblick auf Energieeinsparung kann es hilfreich sein, wenn Ihnen ein Energieberater zur Seite steht. Dieser kann Sie zum Einen auf Mängel und Schäden hinweisen und zum Anderen einschätzen, ob Ihre Außenwände, Fenster und das Dach eine Modernisierung benötigen. Erstellen Sie also mit Hilfe von Fachleuten einen realistischen Modernisierungsplan. Im Anschluss daran können Sie durch Einholen mehrerer Angebote eine realistische Kostenermittlung für die Modernisierung durchführen.

Finden Sie die passende Finanzierung für die Modernisierung an Ihrem Haus

Je nach Umfang der geplanten Modernisierung, kann das Vorhaben für Sie als Eigentümer zu einer kostspieligen Angelegenheit werden. 50.000 bis 100.000 Euro sind dabei keine Seltenheit. Die Kosten können dann in den meisten Fällen nicht aus dem Eigenkapital gedeckt werden, sodass sich die Frage nach einer geeigneten Finanzierungsmöglichkeit stellt. Ausgerüstet mit Ihrem Modernisierungsplan können Sie bei der Bank eine Anfrage für die Finanzierung stellen. Meist stehen bei den Banken verschiedene Kredite und Darlehen für Modernisierungen zur Wahl. Was viele darüber hinaus nicht wissen, für Modernisierungsmaßnahmen gibt es auch Fördermittel, zum Beispiel von der Förderbank KfW. Insbesondere energetische Modernisierungsmaßnahmen werden oft bezuschusst.

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Ablauf der Modernisierungen und die Abnahme

Nachdem Sie sich im besten Fall mehrere Angebote eingeholt haben und sich für Firmen der verschiedenen Gewerke entschieden haben, werden diese nun beauftragt. Die Durchführung der Modernisierungsarbeiten sollte zeitlich gut geplant sein. Achten Sie darauf, dass Sie den Gewerken ausreichend Zeit zur Erledigung der Modernisierungen an Ihrem Haus einräumen. Zudem sollte so geplant werden, dass zunächst die Arbeiten am Außenbereich durchgeführt werden, anschließend die Elektroinstallationen sowie die Heizung und erst zum Schluss mögliche Modernisierungen im Innenbereich.

Geben Sie den Gewerken ausreichend Zeit für die Erledigung Ihrer Arbeiten.

Im Anschluss an die Modernisierungen an Ihrem alten Haus begehen Sie Ihre Immobilie mit den Gewerken zu einer Schlussabnahme der Arbeiten. Dabei halten Sie Mängel möglichst schriftlich fest und dokumentieren diese mit Fotos. Im besten Fall liegen selbstverständlich keine Mängel vor und Sie können von nun an den neuen Wohnkomfort Ihres alten Hauses genießen.

Wertsteigerungen durch Modernisierungen am Haus

Durch Modernisierungen Ihres Hauses erhöhen Sie den Wohnkomfort, sparen Energiekosten und werten Ihre Immobilie auf. Insbesondere, wenn Sie Ihr Haus selbst bewohnen, ist dies natürlich von großem Vorteil. Doch auch wenn Sie planen Ihr Haus zu verkaufen, sind Modernisierungen nicht umsonst.

Modernisierungen an Ihrem alten Haus, ganz egal ob eine neue Wärmedämmung oder eine neue Heizungsanlage, führen zu einer Wertsteigerung und wirken sich auf den späteren Verkaufspreis Ihrer Immobilie aus. Welche Modernisierung sich vor einem Verkauf allerdings noch lohnt, sollten Sie vorab ausführlich anhand der Kosten und dem Nutzen berechnen.

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