Stecker-Solaranlage – der Balkon als grünes Kraftwerk

Letztes Update: 07.07.2021

Wohnungseigentümer, die gerne ihren eigenen Solarstrom produzieren möchten, können mit einer Mini-PV-Anlage ihren Balkon ganz einfach zum privaten Kraftwerk ausbauen. Wie das funktioniert und was es in puncto Stecker-Solaranlage alles zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Mit einer Stecker-Solaranlage Strom selbst produzieren

Effizient, kompakt, nachhaltig – die Stecker-Solaranlage

In mobiler Form im Camping- und Wohnmobil-Sektor bereits seit Längerem verbreitet, ist die Stecker-Solaranlage inzwischen auch bei Wohnungseigentümern beliebt. Und das aus gutem Grund: Über eine solche PV-Anlage im Miniaturformat lässt sich grüner Strom selbst erzeugen – direkt am eigenen Balkon, der Terrasse oder einem Fenster zur Sonnenseite. Der selbst produzierte Strom kann anschließend unterstützend zur Stromversorgung in den eigenen vier Wänden genutzt werden. Bereits nach kurzer Zeit wirkt sich das positiv auf die Stromkosten aus. Darüber hinaus ist eine Stecker-Solaranlage auch in puncto Nachhaltigkeit eine gute Sache. Mit einem Stecker-Solargerät können Sie Ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten.

Wie funktioniert eine Stecker-Solaranlage?

Das Prinzip der Stecker-Solaranlage ist denkbar einfach: In der Regel besteht sie aus einem oder zwei Standard-Solarmodulen, die auf Balkon, Terrasse oder an der Fassade angebracht werden. Über eine Außensteckdose wird die Anlage mit dem Stromkreis der Wohnung verbunden. Ähnlich wie PV-Module auf dem Dach wandelt die Stecker-Solaranlage nach der Installation die Sonnenenergie in Gleichstrom um. Ein Wechselrichter transformiert diesen in 230-Volt-Wechselstrom, der genutzt werden kann, um den Strombedarf für den Kühlschrank oder den Standby-Betrieb zu decken.

Eine Stecker-Solaranlage bringt verschiedene Vorteile

Stecker-Solaranlage – schnellere Umsetzung dank WEG-Reform

Grundsätzlich steht es Wohnungseigentümern frei, eine Stecker-Solaranlage zu kaufen und aufzustellen. Sind für die Installation allerdings Maßnahmen nötig, die in die Bausubtanz eingreifen – etwa Bohrlöcher oder Ähnliches –, bedarf es der Zustimmung durch die Wohnungseigentümergemeinschaft. Die gute Nachricht: Seitdem im Dezember 2020 das Wohneigentumsgesetz (WEG) novelliert wurde, ist der Weg zum eigenen kleinen Photovoltaiksystem auf dem Balkon für Wohnungseigentümer leichter. War zuvor für die Umsetzung baulicher Maßnahmen eine einstimmige Mehrheit erforderlich, genügt mittlerweile eine mehrheitliche Erlaubnis aus.

Stecker-Solaranlage: einfach montiert, schnell in Betrieb genommen

Das sollten Sie vor dem Kauf bedenken

Wollen Sie sich eine Stecker-Solaranlage anschaffen, sollten Sie an Ihre Nachbarn denken. Denn andernfalls kann es mit dem eigenen kleinen Balkonkraftwerk schnell vorbei sein. Werden beispielsweise Ihre Nachbarn auf der gegenüberliegenden Straßenseite durch das Sonnenpanel geblendet, müssen Sie womöglich den Rück- oder Umbau veranlassen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, den Standort der Anlage gut zu überlegen und im Vorfeld das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen, um mögliche Sorgen und Bedenken aus dem Weg zu räumen.

Außerdem gibt es bürokratische Auflagen, mit denen Sie sich vor der Anschaffung auseinandersetzen sollten: Nach der Meldepflicht im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind sowohl die Bundesnetzagentur (BNetzA) wie auch der örtliche Verteilnetzbetreiber über den Betrieb einer Stecker-Solaranlage zu informieren. Gegebenenfalls kann der Netzbetreiber einen Austausch alter Zähler in digitale Modelle fordern. Der Grund: Wird eigener Solarstrom genutzt, kann es passieren, dass Strom ins Energienetz eingespeist wird. Ältere Stromzähler könnten dadurch beginnen rückwärts zu laufen. Moderne Modelle mit Rücklaufsperre verhindern das.

Schritt für Schritt zur eigenen Stecker-Solaranlage

Planen Sie die Anschaffung einer eigenen Mini-Photovoltaikanlage, können Sie sich an folgenden vier Schritten orientieren:

  1. Klären Sie ab, inwieweit für Ihr Vorhaben das Einverständnis der Eigentümerversammlung erforderlich ist. Sollte eine mehrheitliche Erlaubnis nötig sein, kann es sich lohnen, vorab auf Miteigentümer zuzugehen und nach Mitstreitern zu suchen. Je mehr Miteigentümer von Ihrem Vorhaben begeistert sind, desto eher fällt die Entscheidung zu Ihren Gunsten aus.

  2. Bevor Sie sich für eine Anlage entscheiden und diese kaufen, sollten Sie unbedingt auf den Sicherheitsstandard achten. Eine gute Orientierung gibt der Standard der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Diesen erkennen Sie an der Kennzeichnung „DGS 0001:2019-10“.

  3. Wählen Sie einen möglichst sonnigen Platz für Ihre neue Stecker-Solaranlage (bestenfalls zeigt das Modul nach Süden und bekommt nur wenig Schatten ab).

  4. Melden Sie die Stecker-Solaranlage beim örtlichen Stromnetzbetreiber an und führen Sie den eventuell notwendigen Zählertausch durch.

Stecker-Solaranlage: Mitstreiter helfen, die Eigentümerversammlung zu überzeugen

Stecker-Solaranlage – gut fürs Klima und fürs Portemonnaie

Mit der eigenen Stecker-Solaranlage profitieren Sie als Wohnungseigentümer von der Kraft der Sonne: Durch den selbst produzierten Solarstrom können Sie Ihre Stromkosten senken und verbessern die persönliche Energie-Bilanz. Haben Sie vor, auf grüne Energien zu setzen und möchten den Balkon oder die Terrasse in ein kleines Kraftwerk verwandeln, sollten Sie ein paar Dinge bedenken – vom Einverständnis der Nachbarn bis zur Wahl des passenden Standortes. Sind diese Punkte abgehakt, steht Ihrer eigenen Stecker-Solaranlage nichts mehr im Weg.


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