Was ist mein Haus wert? - Verkehrswert und Hauswert ermitteln

Möchte man den Hauswert ermitteln, gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Immobilienbewertung. Der gefühlte Wert ist oftmals keine optimale Grundlage für einen erfolgreichen Immobilienverkauf. Plant man als Hausbesitzer den Wert seines Eigentums zu steigern, ist es hilfreich zu wissen, welche Aspekte Einfluss auf eine Hausbewertung nehmen. Erfahren Sie hier welche Faktoren den Hauswert bestimmen und durch welche Modernisierungsmaßnahmen der Hauswert gesteigert werden kann.

Hauswert

Die wichtigsten Fakten zum Hauswert und Verkehrswert zusammengefasst:

Warum sollte man ein Verkehrswertgutachen erstellen?

Der Wert eines Hauses wird aus den unterschiedlichsten Gründen, wie beispielsweise beim Verkauf einer Immobilie, Zwangsversteigerung oder bei der Steuererhebung durch das Finanzamt ermittelt.

Wie wird der Verkehrswert eines Hauses / einer Immobilie berechnet?

Entscheidend für die Wertermittlung sind Faktoren wie Lage der Immobilie, Baujahr, Erhaltungszustand, energetische Beschaffenheit, sowie Ausstattung, Grundfläche, Erschließungsgrad und auch äußere Einflüsse.

Wer legt den Verkehrswert fest?

Den Verkehrswert ermitteln normalerweise Makler oder Gutachter. Den gerichtlich anerkannten Verkehrswert dürfen nur anerkannte Immobiliengutachter (zum Beispiel Mitglieder eines Gutachterausschusses) beurteilen.

Was steigert den Wert einer Immobilie?

Man unterscheidet zwischen Maßnahmen, die wertsteigernd sind (beispielsweise Modernisierung) und solchen, die den Wert eines Hauses erhalten (Instandhaltung).

1. Verkehrswert einer Immobilie - was ist das?

Der Verkehrswert einer Immobilie beschreibt den im gewöhnlichen Geschäftsverkehr voraussichtlich am Markt erzielbaren Verkaufspreis einer Immobilie. In § 194 des Baugesetzbuches (BauGB) ist der Verkehrswert präzise definiert:

"Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre."

Es handelt sich bei dem Verkehrswert also um eine Schätzung des derzeit erzielbaren Marktpreises für die jeweilige Immobilie.

2. Wofür wird der Verkehrswert verwendet?

Der Verkehrswert einer Immobilie (auch Marktwert genannt) wird beispielsweise berechnet, wenn ein Haus, ein Grundstück oder eine Wohnung den Besitzer wechselt, insbesondere beim Kauf bzw. Verkauf von Immobilien. Für den Verkaufspreis einer Immobilie ist der Verkehrswert eine der wichtigsten Grundlagen – ohne Ermittlung des Immobilienwertes in einem Verkehrswertgutachten gehen Eigentümer die Gefahr ein, nicht den für die persönlichen Verhältnisse angemessenen Preis zu erhalten. Um einen angemessenen Angebotspreis für eine Immobilie festzulegen, ist es wichtig, den tatsächlichen Grundstückswert beziehungsweise Gebäudewert zu kennen. „Nach Gefühl“ lässt sich dieser kaum richtig einschätzen, weshalb es einer professionellen Wertermittlung bedarf.

Was bedeutet Verkehrswert bei einer Versteigerung?
Die Ermittlung des Verkehrswertes spielt auch bei Erbschaft, Scheidung, Zwangsversteigerung oder bei der Steuererhebung durch das Finanzamt eine Rolle. Auch im Falle der Beleihung einer Immobilie zu Finanzierungszwecken ist eine Verkehrswertermittlung unumgänglich, da der maximale Beleihungswert von den Banken mithilfe des Verkehrswertes bestimmt wird.

3. Welche Faktoren beeinflussen die Immobilienbewertung?

Um im Rahmen einer Immobilienbewertung eine möglichst genaue Aussage über den Wert des Objekts treffen zu können, müssen verschieden Einflusskriterien in das Wertgutachten mit einbezogen werden. Entscheidend für die Wertermittlung ist letztendlich die Gesamtheit dieser Aspekte.


3.1 Lage

Die Lage einer Immobilie ist mit einer der wichtigsten Einflussfaktoren, da sie beständig ist und sich unmittelbar auf den Nutzungskomfort auswirkt. Hierbei wird zwischen Mikro- und Makrolage unterschieden.

Was ist die Makrolage einer Immobilie?
Mit der Makrolage wird das räumliche Umfeld im weiteren Sinne beschrieben, also die Region, Stadt und der Stadtteil. Merkmale wie die überregionale Verkehrsanbindung, das Wachstum der Region bzw. der Stadt oder auch das kulturelle Angebot und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sowie natürlich die geographische Einordnung spielen dabei eine Rolle.

Was ist die Mikrolage einer Immobilie?
Die Mikrolage wird von der unmittelbaren Umgebung bestimmt. Einflüsse wie die Nähe zur Innenstadt, die Infrastruktur, das kulturelle Angebot in unmittelbarer Nähe und die Anbindung an Nah- sowie Fernverkehr. Aber auch Störfaktoren fließen in die Bewertung der Mikrolage mit ein, wie beispielsweise ein angrenzendes Gewerbegebiet oder ein Lieferstandort.


3.2 Merkmale der Immobilie

Selbstverständlich stellen auch die grundsätzlichen Eigenschaften der Immobilie eine wichtige Bewertungsgrundlage dar. Dabei werden zum einen ureigene Merkmale wie das Baujahr berücksichtigt. Noch wichtiger als das Baujahr, ist der Erhaltungszustand und die energetische Beschaffenheit. Hier entscheiden nicht die optischen Faktoren, sondern Kriterien wie Zustand, Bausubstanz und Energieeffizienz des Hauses. Je schlechter die Energiekennwerte eines Hauses sind, umso höher werden die Energiekosten ausfallen, was wertmindernd in die Bewertung einfließt.

Ein weiterer Faktor ist die Ausstattung des Objekts, welche meist durch das Baujahr geprägt ist. Wobei nicht die Einrichtung gemeint ist, sondern ob und in welchem Zustand grundlegende Elemente vorhanden sind. Beispielsweise das Alter und die Effizienz von Heizungen und den Einzelkomponenten in Badezimmer und Küche, aber auch die Verfassung von Bodenbelägen und Fenstern.

Die Grundfläche der Immobilie wird ebenso bewertet. Hierbei wird die Brutto-Grundfläche in Konstruktionsfläche und nutzbare Netto-Grundfläche unterteilt, welche schließlich im Vergleich bewertet wird. Auch die Anzahl und der Schnitt der Räume nehmen Einfluss. Grundsätzlich gilt: Wenn die Räume weitflächiger sind und sich so flexibler nutzen lassen, steigert dies den Hauswert.

Auch der Erschließungsgrad fließt mit ein: Hierbei wird der Anschluss an das öffentliche Straßen- und Wegenetz, sowie an das Ver- und Entsorgungsnetz betrachtet.


3.3 Äußere Einflüsse

Neben den direkten Wertmerkmalen einer Immobilie, werden auch andere Faktoren berücksichtigt, welche Einfluss auf die Nutzungsqualität des Käufers und den zu erzielenden Verkaufspreis haben.

Hierzu gehören rechtliche Aspekte, wie ein möglicher Denkmalschutz, der den Immobilienwert positiv, aber auch negativ beeinflussen kann. Verbindliche Sanierungsbeiträge, wenn das Objekt in einem Sanierungsgebiet liegt, spielen ebenfalls eine Rolle.

Das bestehende Mietverhältnis kann den Hauswert beeinflussen, da beispielsweise beim Kauf von Eigentumswohnungen meist eine höhere Nachfrage nach unvermieteten Objekten besteht, während von Kapitalanlegern bei Mehrfamilienhäusern vermietete Immobilien bevorzugt werden. Auch im Grundbuch eingetragene Altlasten, wie Wegerechte, Vorbau-, oder Erbbaurechte werden geprüft.

Schließlich nimmt auch die die aktuelle Marktlage Einfluss auf die Wertermittlung: Wenn das Angebot an Wohnraum gering ist, gibt es eine entsprechend größere Nachfrage und Kaufinteressenten sind bei einem Hausverkauf flexibler in der Preisspanne.

4. Wie wird der Hauswert ermittelt?


Grundlage: ImmoWertV
Auch wenn die oben genannten Punkte den Hauswert bestimmen, ist zu beachten, dass sich auch die möglichen Wertermittlungsverfahren für eine Hausbewertung in ihrer Herangehensweise unterscheiden und der errechnete Verkehrswert variieren kann. Die gesetzliche Basis für die Ermittlung des Verkehrswertes einer Immobilie stellt die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) dar.

Info

Gibt es eine Formel zur Berechnung des Verkehrswertes?

Obwohl der Verkehrswert eine rechnerische Größe ist, gibt es für seine Berechnung keine einheitliche Formel. Viele verschiedene Faktoren spielen eine Rolle für die Verkehrswertermittlung, weshalb der Verkehrswert nicht direkt abgeleitet werden kann, sondern sich unter anderem durch die aktuellen Marktbedingungen und das angewandte Wertermittlungsverfahren ergibt. Da es Laien in der Regel an der nötigen Marktkenntnis mangelt und die Wertermittlungsverfahren recht kompliziert und zeitaufwendig sind, ist es empfehlenswert, einen Fachmann mit der Wertermittlung zu beauftragen.

Wer ermittelt den Verkehrswert eines Hauses?

Den Verkehrswert ermitteln normalerweise Makler oder Gutachter. Den gerichtlich anerkannten Verkehrswert dürfen nur anerkannte Immobiliengutachter (zum Beispiel Mitglieder eines Gutachterausschusses) beurteilen. Da der Verkehrswert den Wert beschreibt, der auf dem Markt unter gewöhnlichen Umständen zu erzielen wäre, darf die Verkehrswertermittlung nicht mechanisch stattfinden. Das bedeutet, dass bei einem Verkehrswertgutachten immer aktuelle Marktbedingungen berücksichtigt werden müssen. (>> mehr zum Thema Wertgutachten und Immobiliengutachter-Kosten)

Wie lange ist das Verkehrswertgutachten gültig?

Das Gutachten des Verkehrswertes ist immer auf einen Wertermittlungsstichtag bezogen. Der Wertermittlungsstichtag ist wichtig, da der Verkehrswert kein festgeschriebener, sondern ein variabler Wert ist, weshalb er sich unter Umständen von einem zum nächsten Tag unterscheiden kann.

Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Verfahren zur Wertermittlung einer Immobilie: Ertragswertverfahren, Vergleichswertverfahren und Sachwertverfahren. Welche Berechnungsmethode wann sinnvoll ist, hängt von der Art der zu bewertenden Immobilie ab. Häufig werden auch mehrere Verfahren miteinander kombiniert.


4.1 Wie funktioniert das Ertragswertverfahren?

Das Ertragswertverfahren heißt so, weil es eine Verkehrswertermittlung anhand des zukünftig möglichen Ertrags vornimmt. Dabei stehen Renditeüberlegungen im Vordergrund. Die Methode des Ertragswertverfahren eignet sich deshalb vor allem für Gewerbeimmobilien oder Mietobjekte. Das Ertragswertverfahren teilt sich in den Bodenwert und den Gebäudeertragswert auf. Dazu gehören Instandhaltungskosten, Mieteinnahmen und Kosten zur Bewirtschaftung des Grundstücks und Gebäudes. Das Ertragswertverfahren sollte in Zusammenarbeit mit Experten geschehen, da es sehr aufwendig ist.

a) Zunächst muss der Jahresrohertrag ermittelt werden. Dieser beschreibt die Mieteinnahmen für ein Jahr ohne die Nebenkosten. Der Jahresrohertrag wird dann mit den Betriebskosten multipliziert. Der sich hieraus ergebende Betrag muss wiederum vom Jahresrohertrag abgezogen werden, damit daraus der Jahresreinertrag ermittelt werden kann.

b) Im nächsten Schritt der Verkehrswertermittlung wird der Bodenwertverzinsungsbetrag ermittelt. Dieser ergibt sich aus der Multiplikation des Liegenschaftszinses mit dem Bodenwert. Dieser Bodenwertverzinsungsbetrag wird wiederum vom Jahresreinertrag abgezogen.

c) Aus der vorhergehenden Rechnung entsteht der Ertragswert, welcher im letzten Schritt mit dem Vervielfältiger multipliziert wird. Der Vervielfältiger errechnet sich über eine Formel aus dem Liegenschaftszinssatz und der Restnutzungsdauer. Je länger die Restnutzungsdauer eines Gebäudes ist, desto höher ist auch der Wert des Vervielfältigers. Von dem Gebäudeertragswert werden zuletzt Bauschäden abgezogen, der Verkehrswert des Bodens jedoch hinzuaddiert.

Rechenbeispiel Ertragswert (Werte: Fläche: 600 m²; Preis/m²: 7 €; Betriebskosten: 25 %)

a) Berechnung Jahresreinertrag

RechenwegRechenoperationErgebnis

Jahresrohertrag ermitteln

600m² x 7 € x 12 Monate

= 50.400 €

Jahresrohertrag x Betriebskosten

50.400 € x 0,25

= 12.600 €

Jahresrohertrag – Betriebskosten

50.400 € - 12.600 €

= 37.800 €

Jahresreinertrag

= 37.800 €


b) Berechnung Ertragswert

RechenwegRechenoperationErgebnis

Liegenschaftszins x Bodenwert

0,07 x 100.000 €

= 7.000 €

Bodenwertverzinsungsbetrag

= 7.000 €

Jahresreinertrag – Bodenwertverz.

37.800 € - 7.000 €

= 30.800 €

Ertragswert

= 30.800 €


c) Berechnung Ertragswert gesamt
RechenwegRechenoperationErgebnis

Ertragswert x Vervielfältiger

30.800 € x 18,26

= 562.408 €

Gebäudeertragswert:

= 562.408 €

Gebäudeertrg. - Bauschäden

562.408 € - 10.000 €

= 552.408 €

Ertragswert vorl. + Bodenwert

552.408 € + 100.000 €

= 652.408 €

Ertragswert gesamt

= 652.408 €


4.2 Wie funktioniert das Vergleichswertverfahren?

Wie der Name schon sagt, erfolgt die Ermittlung des Verkehrswertes mithilfe des Vergleichswertverfahrens durch einen Vergleich. Immobilien, für die sich das Vergleichswertverfahren eignet, sind beispielsweise unbebaute Grundstücke oder Eigentumswohnungen. Die Ermittlung des Vergleichswertes erfolgt hier über Vergleichsobjekte, die der zu verkaufenden Immobilie ähneln und auch in einer entsprechenden Lage verkauft wurden.

Im Vergleichswertverfahren wird dann der erzielte Kaufpreis des zu vergleichenden Objektes durch dessen Fläche geteilt. Anschließend wird die Summe mit der Fläche des zu bewertenden Objektes multipliziert.

RechenwegRechenoperationErgebnis

Kaufpreis (vergl. Objektes) / Fläche

400.000 € / 160m²

= 2.500 €

Summe x Fläche (bewert. Objekt)

2.500 € x 120m²

= 300.000 €

Vergleichswert gesamt

= 300.000 €


4.3 Wie funktioniert das Sachwertverfahren?

Anwendung findet das Sachwertverfahren vor allem bei Immobilien in Eigennutzung. Bei dem Sachwertverfahren wird zunächst der Verkehrswert des Bodens durch den Bodenrichtwert bestimmt, danach der Gebäudewert (Gebäudesachwert). Dieser ergibt sich aus den Gebäudeherstellungskosten (Normalherstellungskosten) abzüglich möglicher Alterswertminderungen. Der Bodenwert und der Gebäudesachwert werden daraufhin addiert, um den vorläufigen Wert der Immobilie zu erhalten. Dieser muss dann mit dem Sachwertfaktor multipliziert werden. Der Sachwertfaktor ist abhängig vom Bodenrichtwert, Gebäudetyp und vorläufigem Sachwert. Das Sachwertverfahren gibt gewissermaßen an, wie viel es kosten würde, die betrachtete Immobilie erneut aufzubauen.

RechenwegRechenoperationErgebnis

Gebäudesachwert + Bodenwert

320.000 € + 90.000 €

= 410.000 €

Vorläufiger Sachwert x Sachwertfaktor

410.000 € x 0,9

= 369.000 €

Sachwert gesamt

= 369.000 €


Mithilfe dieser Wertermittlungsverfahren lässt sich der Verkehrswert einer Immobilie kalkulieren. In jedem Fall ist es ratsam, eine Fachperson zu kontaktieren, die den Marktpreis bestimmt, den Sie für Ihre Immobilie erzielen können. Sie sollten dabei zusätzlich darauf achten, ob Sie ein Vollgutachten oder ein Kurzgutachten ermitteln lassen wollen.

Verkehrswertgutachten oder Immobilienbewertung: Wo liegt der Unterschied?

Grundsätzlich ähneln sich die Verfahren der Verkehrswertermittlung und der einfachen Immobilienbewertung, da bei beiden eingeschätzt wird, wie viel eine Immobilie wert ist. Jedoch unterscheiden sie sich in Bezug auf die Ausführlichkeit sowie gerichtliche Gültigkeit.

Wer berechnet den Verkehrswert einer Immobilie in welchem Fall?

Bei rechtlichen Anlässen, die gerichtlich ausgetragen werden, muss in jedem Fall ein Vollgutachten durch einen vereidigten Sachverständigen erstellt werden. Möchten Sie ein Haus verkaufen, reicht in der Regel ein Kurzgutachten beziehungsweise eine kostenlose Immobilienbewertung online. Diese stellt eine vereinfachte Form der Wertermittlung dar und bietet eine Orientierung für den Immobilienverkauf. Es werden weniger Faktoren einbezogen und in der Regel wird mit einer Preisspanne gearbeitet.


4.4 Welche Unterlagen werden zur Wertermittlung benötigt?

Unabhängig von den individuellen Immobilienarten und Eigenschaften sind für eine Wertermittlung folgende Unterlagen wichtig:

  • Grundriss der Immobilie
  • Grundbuchauszug
  • Wohnflächenberechnung
  • Flurkarte und Lageplan
  • Energieausweis
  • Baubeschreibung

5. Entspricht der Verkehrswert dem Verkaufspreis?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der ermittelte Verkehrswert und der spätere Angebotspreis beziehungsweise der tatsächlich erzielte Verkaufspreis oft nicht identisch sind. Die Ermittlung des Verkehrswertes bildet eine wesentliche Grundlage, um einen geeigneten Angebotspreis festlegen zu können. Letztendlich ergibt sich der Verkaufspreis auch aus Angebot und Nachfrage, also durch den Markt selbst, weshalb Verkehrswert nicht gleich Verkaufspreis ist.

Ein angemessener Angebotspreis ist entscheidend für den Verlauf des Verkaufsprozesses. Ob dieser ober- oder unterhalb des Verkehrswertes angesetzt wird, hängt unter anderem von der angestrebten Verkaufsstrategie ab. Beim Bieterverfahren wird der Angebotspreis anfangs niedriger angesetzt, damit potenzielle Käufer sich gegenseitig überbieten und so den Preis in die Höhe treiben. Eine andere Variante ist es, den Angebotspreis bewusst höher anzusetzen und dem Käufer bei der Preisverhandlung dann einen Preisnachlass zu gewähren.

In jedem Fall sollten Sie darauf achten, den Angebotspreis nicht zu hoch oder niedrig anzusetzen, damit potenzielle Käufer nicht abgeschreckt werden oder Sie durch einen sehr niedrigen Angebotspreis ein Verlustgeschäft machen.

6. Was steigert den Hauswert?

Auch wenn es bei einer Bestandsimmobilie einige wertsteigernde oder mindernde Faktoren, wie Baujahr und Lage gibt, die man nicht nachträglich beeinflussen kann, ist es möglich den Wert der eigenen Immobilie zu steigern. Man unterscheidet zwischen Maßnahmen, die wertsteigernd sind und solchen, die den Wert eines Hauses erhalten.


6.1 Immobilienwert erhalten durch vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen

Als Instandhaltung wird die Werterhaltung einer Immobilie bezeichnet. Also lediglich das Entfernen von Mängeln, die mit der Zeit aktiv oder passiv entstehen, beziehungsweise das konstante beseitigen von Gebrauchsspuren, durch den Hausbesitzer. Das kann in einer vorbeugenden Instandhaltung geschehen, wie zum Beispiel durch:

  • Wartung der Heizungs-/ Lüftungsanlagen
  • Dachreparaturen / Entfernen von Verschmutzungen
  • Wartung des Wasserfilters des Trinkwasseranschlusses
  • Beseitigung von Schädlingsbefall
  • Anstrich der Fassade
  • Spülung von Entwässerungsleitungen

6.2 Immobilienwert erhalten durch korrektive Instandhaltungsmaßnahmen

Des Weiteren gibt es auch korrektive Instandhaltungen, beispielsweise von Rissen in der Fassade, losen Dachziegeln oder Reparaturen an der Versorgungstechnik eines Hauses. Soll der Wert einer Immobilie langfristig erhalten bleiben, sollten diese Instandhaltungsmaßnahmen regelmäßig durchgeführt werden.


6.3 Immobilienwert steigern durch Modernisierungsmaßnahmen

Um den Wert einer Immobilie zu steigern, müssen darüber hinaus Modernisierungen vorgenommen werden. Grundsätzlich spricht man dabei von Modernisierungsmaßnahmen, die eine nicht mehr zeitgemäße Ausstattung eines Objekts ersetzen und ergänzen. Beispiele für Modernisierungsmaßnahmen sind:

  • Erhöhung des Schallschutzes
  • Wärmedämmung von Dach, Fenster, Wänden
  • Einrichtung einer energieeffizienteren Heiztechnik
  • Legen neuer Elektroleitungen
  • Wohnraumerweiterungen
  • Modernisierung der Badezimmer-/ Küchenausstattung
  • Verbesserung des Innenausbaus (z. B. Parkett)

Besonders positiv auf den Hauswert wirkt sich momentan der Einbau einer modernen Heizung mit Brennwerttechnik oder erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Solarthermieanlagen, aus. Kaufinteressenten bevorzugen auch das Vorhandensein von Luxusbädern und einen qualitativen Innenausbau. Es ist ratsam, die Immobilie vorrangig im technischen Sinne zu modernisieren.

Info

Steuer-Tipp: Modernisierungsmaßnahmen steuerlich absetzen

Werden an einer Immobilie umfangreiche Modernisierungen durchgeführt, besteht für den Hausbesitzer die Möglichkeit die Kosten als Werbekosten steuerlich abzusetzen. Erhöhen sich nach der Sanierung weder Standard noch Nutzfläche der Immobilie, können die Kosten sofort als Erhaltungsaufwand abgesetzt werden. Dass gilt für jene Maßnahmen, die den zeitgerechten Wohnkomfort erhöhen:

  • Dachreparatur
  • Reparatur der Heizungsanlage
  • Modernisierung von Fenstern, Sanitär- oder Heizungsanlagen

7. Was kostet eine Haus-Wertermittlung?

Im Allgemeinen hängt der Preis für ein Wertgutachten vom erwarteten Immobilienwert sowie vom Aufwand ab. Grundsätzlich können Immobiliengutachter ihr Honorar mit den Kunden frei aushandeln. Bevor Immobilienbesitzer einen Gutachter beauftragen, sollten sie daher mehrere Angebote einholen.

Wer zahlt das Verkehrswertgutachten?
Die Kosten für ein Verkehrswertgutachten werden in den meisten Fällen vom Eigentümer der Immobilien übernommen.

Bei Wertgutachten, die vor Gericht benutzt werden sollen, richtet sich der Preis oft nach der Verordnung über die Honorare für Architekten und Ingenieure (HOAI) von 2002, welche seit 2009 allerdings nicht mehr bindend ist. Dadurch sind die Kosten für Gutachten und Wertermittlungen nicht mehr fest geregelt.

Bei McMakler haben Sie die Möglichkeit, eine kostenlose Immobilienbewertung online zu veranlassen. Sie ist unverbindlich, diskret und schnell. Anhand von Echtzeitdaten aus der Immobilienmarktforschung erhalten Sie so in nur wenigen Minuten eine erste fundierte Einschätzung zum Grundstückswert und Gebäudewert, die Sie für weitere Schritte im Vermarktungsprozess nutzen können.


Bildquelle: iStock.com/maxsattana

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