Die Finanzierung des Eigenheims

Für die Planung des Eigenheims ist eine umfassende Kostenkalkulation vor dem Kaufabschluss ein Muss. Im Folgenden erfahren Sie alles rund um die Finanzierung und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Das Eigenheim als neues Zuhause

1. Nebenkosten beim Hauskauf

Neben dem oftmals hohen Kaufpreis einer Immobilie, kommen auf den Käufer auch andere Mehrkosten zu. Beispielsweise, wenn dieser ein Kredit aufnimmt, einen Kaufvertrag abschließt oder die Grunderwerbssteuer anfällt.
All diese Kosten sollten detailliert aufgelistet werden, denn nur so kann der tatsächliche Preis einer Immobilie ermittelt werden. Schließlich ist eine akkurate Bestimmung der anfallenden Kosten nötig, um eine fundierte Kaufentscheidung zu fällen.
Die Nebenkosten beim Hauskauf sind unter anderem abhängig von der Höhe des ursprünglichen Kaufpreises. Insgesamt sollten Käufer mit 5-12 % Aufschlag rechnen.
Doch wie genau setzen sich diese Kosten zusammen? Um dies nachvollziehen zu können, müssen die Nebenkosten des Kaufs berechnet werden. Dazu zählen:

  • Kosten für Grundbucheintragung & Notar: ca. 1,5 % des Kaufpreises

  • Maklerkosten: 5,14 – 7,14 % des Kaufpreises, können abhängig von der Art des Maklervertrags entfallen

  • Grunderwerbsteuer: 3,5 – 6,5 % des Kaufpreises, abhängig vom Bundesland

Bei der Aufnahme eines Kredits profitieren potenzielle Käufer derzeit von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Allerdings sollte bedacht werden, dass bei der Aufnahme eines Kredits noch andere Kosten anfallen, als nur der jeweilige Zinssatz:

  • Bankgebühren

  • Provisionen

  • Bereitstellungsgebühr für Kredite

Darüber hinaus fallen im Weiteren noch eine Vielzahl anderer Nebenkosten an, die monatlich gedeckt werden müssen. Diese lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:
Ersteres sind die Abgaben an die Kommunen, welche nicht oder indirekt im unmittelbaren Zusammenhang mit der Immobilie selbst stehen.

  • Grundsteuer

  • Abfallbeseitigungsgebühren

  • Schmutzwasserkanalgebühren

  • Regenwasserkanalgebühren

Diese werden ergänzt durch die monatlich anfallenden Nebenkosten. Ein Teil dieser Abgaben ist abhängig von der Größe und dem Energiebedarf der Immobilie.

  • Stromkosten

  • Gaskosten

  • Frischwasserkosten

  • Internet- und Telefonkosten

  • Rundfunkbeitrag

  • Hausrat-, Wohngebäudeversicherung

  • Wartungskosten

  • Reparaturkosten

2. Kalkulation mit verfügbarem Kapital

Zunächst sollten Sie festlegen, wie hoch Ihre monatliche Ratenzahlung sein darf. Hierbei gilt zu bedenken, dass auch durch den Umzug oder durch anfallende Reparaturmaßnahmen Unkosten entstehen können.
Tendenziell ist es also ratsam hier Spielraum zu lassen, um auf finanzielle Zusatzbelastungen reagieren zu können.
Der nächste entscheidende Faktor ist das Eigenkapital, das vor dem Kauf zur Verfügung steht. Zwar besteht die Möglichkeit eine Vollfinanzierung zu beantragen, jedoch ist dieses Verfahren risikobehaftet. Es ist ratsam 20 bis 30 Prozent der Kaufkosten mit dem eigenen Startkapital zu decken.
Sobald Sie kalkuliert haben, welche Summe Sie monatlich abbezahlen können und welches Eigenkapital Ihnen bereits zur Verfügung steht, können Sie errechnen, wie teuer Ihre Immobilie maximal sein darf:


Finanzielle Belastbarkeit x 12 Monate x 100 / Zinssatz (in Prozent) + Tilgung (in Prozent) = Maximaler Kreditbetrag
→ Maximaler Kreditbetrag + Eigenkapitalsumme = Maximale Finanzierbarkeit
→ Von der Summer der maximalen Finanzierbarkeit müssen wiederum die Kaufnebenkosten abgezogen werden. Anschließend haben Sie den Betrag ermittelt, den Sie ungefähr für Ihr neues Eigenheim ausgeben können.

3. Verschiedene Finanzierungsarten

Sofern Sie beabsichtigen ein Darlehen für Ihr Eigenheim aufzunehmen, können Sie aus einer Vielzahl von verschiedenen Modellen wählen. Sollten Sie eine geringe monatliche Rate bevorzugen, müssen Sie Ihren Kredit über einen längeren Zeitraum abbezahlen und umgekehrt.

Wenn Sie die Gesamtkosten möglichst klein halten wollen, sollten Sie also höhere monatliche Raten veranschlagen. Auch die Möglichkeit von Sondertilgungen kann hier von Nutzen sein.

Welche Finanzierungsmöglichkeit für Sie die Geeignetste ist, sollten Sie am besten im Detail mit Ihrem Finanzberater besprechen.

Zwei letzte Tipps von uns: Besonders günstig sind Immobilien aus Zwangsversteigerungen. Aber auch die Europäische Zentralbank (EZB) ermöglicht mit einem niedrigen Bauzins eine gute Finanzierung des Eigenheims. Alle Informationen zu den Besonderheiten und dem Kaufprozess finden Sie im weiterführenden Ratgeber-Artikel.


Bildquelle: iStock.com/shapecharge


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