Baukindergeld unter der Lupe: Ein Tropfen auf dem heißen Stein?

25.07.18 • Lesezeit: 2:10 Minuten

Im Rahmen der Wohnraumoffensive wird noch in diesem Jahr das Baukindergeld zur Unterstützung von Familien mit Plänen vom Eigenheim eingeführt. Doch ist die angedachte Finanzspritze laut Umfragen nicht unstrittig…

Baukindergeld

1. Das Baukindergeld: Höhe, Laufzeit und Voraussetzungen

Die Bundesregierung will mit der anstehenden Wohnraumoffensive Familien bei dem Erwerb des Eigenheims helfen. Eine der ersten Maßnahmen, um dieses Ziel in die Tat umzusetzen, ist das geplante Baukindergeld.

Laut Koalitionsvertrag sollen Familien für den Bau oder Kauf einer Immobilie jährlich 1.200 Euro pro Kind erhalten. Die Laufzeit der finanziellen Unterstützung seitens des Staates wird sich auf 10 Jahre belaufen und kann rückwirkend zum 1. Januar 2018 beantragt werden. Bei Neubauten ist das Datum der Baugenehmigung entscheidend.

Um allerdings einen Anspruch auf das Baukindergeld zu haben, dürfen die Familien nicht mehr als 75.000 Euro zu versteuernden Einkommens pro Jahr verdienen. Diese Obergrenze steigt allerdings um 15.000 Euro pro Kind. Eine Familie mit zwei Kindern dürfte demnach bis zu 105.000 Euro brutto im Jahr verdienen, um noch von dem Zuschuss profitieren zu können.

Die Zulage ist für den Erwerb von selbst genutzten Immmobilien gedacht, dabei spielt es keine Rolle ob die Familie eine Wohnung, ein Reihenhaus oder ein freistehendes Einfamilienhaus erwirbt. Es muss sich jedoch in jedem Fall um einen Ersterweb handeln.

Eine zwischenzeitlich zur Diskussion stehende Begrenzung der Wohnfläche auf maximal 120 Quadratmeter hat sich nicht durchgesetzt.

Alle Informationen auf einen Blick
Betrag 1.200 € pro Kind und Jahr
Laufzeit 10 Jahre
Voraussetzung I: Kinder Kinder dürfen nicht volljährig sein, müssen im selben Haushalt leben und es muss Kindergeldanspruch bestehen
Voraussetzung II: Einkommen Max. 75.000 € zu versteuerndes Einkommen plus 15.000 € pro Kind
Voraussetzung III: Ersterwerb Nur für den ersten Erwerb einer Immobilie
Voraussetzung IV: Nutzung Nur für Eigennutzung
Max. Anzahl der Kinder Keine Begrenzungen bekannt
Max. Größe der Wohnfläche Es wird keine Wohnflächenbegrenzung geben
Zeitraum der Beantragung Rückwirkend zum 01.01.2018 bis 31.12.2020

2. Ein gemischtes Feedback

Eine von Civey durchgeführte Umfrage berichtet von der ausbleibenden Begeisterung der Befragten: Von den über 5000, die an der Umfrage teilnahmen, glauben weniger als die Hälfte an den positiven Effekt der Maßnahme.¹

Auf die Frage „Glauben Sie, dass der Erwerb von Wohneigentum mit der Einführung des Baukindergeldes attraktiver wird?“ antworteten die Befragten wie folgt:

  • 32 Prozent antworteten mit „eher nein“
  • 20 Prozent antworteten mit „nein, auf keinen Fall“
  • 34 Prozent antworteten mit „eher ja“ oder „ja, auf jeden Fall“

Vor allem in den städtischen Regionen zeigten sich die Befragten tendenziell pessimistisch. Dort ist die gängige Befürchtung, dass das Baukindergeld auf den Kaufpreis von Immobilien draufgerechnet werden wird, womit sein positiver Effekt nichtig wäre.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass das Baukindergeld keine Lösung für das Problem der Startkapitalbeschaffung bietet. Die teils enormen Baunebenkosten, wie beispielsweise die Grunderwerbsteuer oder die Grundsteuer, bilden noch immer ein finanzielles Hindernis beim Hausbau.

So ist die eher zurückhaltende Bewertung der Befragten durchaus nicht unfundiert. Dagegen stehen jedoch die Meinungen der zukünftig begünstigten Familien. Sicherlich schafft die Initiative nicht allen Problemen des Hausbaus und -Erwerbs Abhilfe. Es handelt sich aber um staatliche Zuschüsse, welche nicht zurückgezahlt werden müssen.

Die Familien, welche zukünftig von genau dieser Subvention profitieren, können sich also ein wenig zuversichtlicher dem Thema der Hausfinanzierung nähern. Es bleibt zu wünschen, dass die Maßnahmen bis August diesen Jahres umgesetzt werden und die ersten Anträge zeitnah gestellt werden können.


¹ Vgl. FAZ

Bildquelle: iStock.com/izhairguns