Die Käufercourtage: Was man über Provision für Käufer wissen sollte

Letztes Update: 24.08.2020

Wenn ein Makler mit der Vermittlung einer Immobilie beauftragt wird, erhält er nach erfolgreichem Abschluss des Kauf- oder Mietvertrages eine Provision – auch Courtage genannt. Beim Immobilienverkauf unterscheidet man zwischen der Innenprovision (Verkäufercourtage) und der Außenprovision (Käufercourtage), wobei auch eine Mischform Anwendung findet. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die Käufercourtage vor. Diese findet aufgrund einer Gesetzesänderung ab 23.12.2020 nur noch Anwendung beim Verkauf von Anlage- und Gewerbeimmobilien, jedoch nicht mehr bei Immobilien zur Selbstnutzung. Erfahren Sie hier, was die Käufercourtage ist und welche Vor- und Nachteile sie für Käufer und Verkäufer hat.

Potenzielle Käufer aufgepasst: Die Käufercourtage gehört zu den möglichen Nebenkosten

1. Käufercourtage – Wann fällt sie an und wer bezahlt sie?

Der Begriff Käufercourtage wird verwendet, wenn die Provision, die im Maklervertrag festgelegt ist, vom Käufer bezahlt wird. Sie wird auch Außenprovision genannt. Beim Hauskauf findet die Käufercourtage meist in Gebieten mit hoher Nachfrage Anwendung. Mit Einführung des “Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser” werden die Maklerkosten beim Verkauf von selbstgenutzten Immobilien neu verteilt. Das Gesetz wurde am 12.06.2020 vom deutschen Bundestag verkündet und tritt am 23.12.2020 in Kraft. Es gilt nur für selbstgenutzte Immobilien. Bei Anlage- und Gewerbeimmobilien kann das Modell der Käuferprovision weiterhin angewendet werden.

Info

Maklerprovision ab 23.12.2020

Was ändert sich ab 23.12.2020 beim Verkauf von selbstgenutzten Immobilien? Aktuelle Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur Verteilung der Maklerkosten.


2. Wie entscheidet sich, wer den Makler bezahlt?

Wer die Courtage des Maklers bezahlen muss (Käufer oder Verkäufer), hängt meistens von der Region ab, in der Sie eine Immobilie kaufen möchten. In Ballungsräumen und anderen Gebieten mit hoher Nachfrage gibt es generell mehr Interessenten, daher ist die Immobilie für den Makler vergleichsweise leicht zu verkaufen. In Regionen wie diesen wird die Courtage häufig vom Käufer gezahlt, da es hier genug Interessenten gibt, die auch bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen. In Gebieten mit geringerer Nachfrage dagegen zahlt eher der Verkäufer die so genannte Verkäufercourtage.

Auch eine Mischform ist möglich, also sowohl Verkäufer als auch Käufer beteiligen sich an den Kosten für den Immobilien- bzw. Gewerbemakler.

Wie hoch ist die Maklercourtage?

Die Höhe der Maklerprovision beträgt in der Regel drei bis sieben Prozent des Verkaufspreises. Die Abweichungen im Prozentsatz sind hier von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich und variieren je nach Nachfrage oder anderen ausschlaggebenden Faktoren.


3. Lohnt sich die Käufercourtage für den Verkäufer?

Zweifelsohne handelt es sich bei der Käufercourtage um einen Kostenpunkt, den Verkäufer zumindest bis Eintritt der Gesetzesänderung auslagern können.

Nebenkosten beim Hauskauf, wie die Grunderwerbsteuer, orienteren sich prozentual am Kaufpreis der Immobilie. Wenn die Maklerprovision durch die Käufercourtage direkt bezahlt wird, steigen andere Nebenkosten nicht, was wiederum einen Vorteil für den Käufer darstellt.

Wenn die Maklerprovision durch die Käufercourtage direkt bezahlt wird, steigen andere Nebenkosten nicht.

Als Verkäufer müssen Sie sich überlegen, ob die Käufercourtage das richtige Provisionsmodell für die Immobilie ist. Die Käufercourtage kann unter Umständen potenzielle Abnehmer abschrecken, da zusätzliche 7 Prozent bei einem angemessenen Kaufpreis eine finanzielle Zusatzbelastung darstellen.


4. Wann ist die Käufercourtage zu bezahlen?

Die Maklerprovision eines jeden Immobilien- oder Gewerbemaklers muss in der Regel direkt nach der Unterzeichnung des notariell beglaubigten Kaufvertrags an den Makler entrichtet werden, dies trifft auch auf die Käufercourtage zu. Oftmals sind Immobilienmakler einverstanden, dass Käufer ihre Rechnung innerhalb von einer Frist bis zu zwei Wochen begleichen.

5. Ist die Käufercourtage also zu bevorzugen?

Pauschal muss man festhalten: Welches Provisionsmodell Sie bevorzugen, hängt ganz davon ab, an welchem Ende des Tisches beim Notar sie sitzen: Als Verkäufer ist die Käufercourtage definitiv die lohnendere Variante. Dies aber auch nur, wenn Ihre Immobilie gefragt ist und Sie die Verkaufschancen dadurch nicht entscheidend mindern.

Beachten Sie außerdem, dass die Käufercourtage ab 23.12.2020 mit Inkrafttreten des “Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser” für selbstgenutzte Immobilien keine Option mehr darstellt.

Ihre lokalen Immobilienmakler beraten Sie gerne zu allen Fragen rund um den Immobilienverkauf und zur Maklerprovision. Geben Sie dafür zunächst die Daten Ihrer Immobilie kostenlos und unverbindlich in unser Bewertungs-Tool ein.

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