Die Käufercourtage: Was man über Provision für Käufer wissen sollte

Wenn ein Makler mit der Vermittlung einer Immobilie beauftrag wird, erhält er nach erfolgreichem Abschluss des Kauf- oder Mietvertrages eine Provision – auch Courtage genannt. Falls Sie sich dafür interessieren eine Immobilie zu kaufen, ist die Art der Provision, die Ihnen am meisten begegnen wird, die Käufercourtage. Erfahren Sie hier, was diese Art der Courtage des Maklers für Sie bedeutet und was Sie beim Kauf beachten sollten.

Potenzielle Käufer aufgepasst: Die Käufercourtage gehört zu den möglichen Nebenkosten

1. Käufercourtage – Wann fällt sie an und wer bezahlt sie?

Der Begriff Käufercourtage wird benutzt, wenn die Provision, welche im Maklervertrag festgelegt ist, vom Käufer selbst bezahlt wird. Als pauschaler Begriff wird Ihnen die Käufercourtage auch nur beim Hauskauf von Immobilien, nicht aber bei deren Vermietung begegnen. Bei der Vermittlung von Mietobjekten gilt nämlich das Bestellerprinzip. Hier gilt: Nur wer einen Makler beauftragt hat, bezahlt für diesen.

2. Wie entscheidet sich, wer den Makler bezahlt?

Wer die Courtage des Maklers bezahlen muss (Käufer oder Verkäufer), hängt meistens von der Region ab, in der Sie eine Immobilie kaufen möchten. In Ballungsräumen und anderen Gebieten mit hoher Nachfrage gibt es generell viele Interessenten, daher ist die Immobilie für den Makler vergleichsweise leicht zu verkaufen.

In Regionen wie diesen wird die Courtage häufig vom Käufer gezahlt, da es hier genug Interessenten gibt, die auch bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen. In Gebieten mit geringerer Nachfrage dagegen zahlt eher der Verkäufer, die so genannte Verkäufercourtage.

Auch eine Mischform ist möglich, also sowohl der Verkäufer, als auch der Käufer beteiligen sich an den Kosten für den Gewerbemakler. Generell ist die Käufercourtage allerdings die am häufigsten verwendete Zahlungsart. Die Höhe beträgt dabei drei bis sieben Prozent des Verkaufspreises.
Die Abweichungen im Prozentsatz sind hier von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich und variieren je nach Nachfrage oder anderen ausschlaggebenden Faktoren.

3. Lohnt sich die Käufercourtage für den Verkäufer?

Zweifelsohne handelt es sich bei der Käufercourtage um einen weiteren Kostenpunkt, den Sie als Verkäufer auslagern. Das Problem für den Käufer besteht nun darin, dass sich Nebenkosten beim Hauskauf, wie die Grunderwerbsteuer, prozentual am Verkaufspreis der Immobile orientieren. Wenn die Maklerprovision durch die Käufercourtage direkt bezahlt wird, steigen andere Nebenkosten nicht.

Als Verkäufer ist es ratsam gut zu überlegen, ob die Käufercourtage das richtige Provisionsmodell für die Immobilie in Frage ist. Denn die Käufercourtage kann unter Umständen potenzielle Abnehmer abschrecken, da zusätzliche 7 Prozent bei einem angemessenen Kaufpreis eine enorme finanzielle Zusatzbelastung darstellen können.

4. Ist die Käufercourtage verhandelbar?

Viele Interessenten eines Haus oder einer Eigentumswohnung sind nicht gerne bereit, zusätzlich zu dem hohen Kaufpreis auch die Käufercourtage zu bezahlen. Gerade, weil diese prozentual zu dem Kaufpreis der Immobilie berechnet wird und somit unter Umständen sehr hoch ausfallen kann. Oft kann der Käufer aber auch über die Höhe der Provision mit dem Makler individuell verhandeln.

Insbesondere sollte man bedenken, dass die Provision des Maklers, auch für Gewerbemakler, in Deutschland nicht gesetzlich geregelt ist. Weshalb grundsätzlich immer die Möglichkeit besteht über die Höhe der Käufercourtage zu verhandeln. Ob dies aus Sicht des Käufers taktisch klug ist, sollte von Fall zu Fall einzeln beurteilt werden. 2018 beträgt die Maklerprovision in Berlin beispielsweise 7,14 %, in Hessen lediglich 5,95 % des Verkaufspreises.

5. Wann ist die Käufercourtage zu bezahlen?

Die Maklerprovision eines jeden Gewerbemaklers muss in der Regel direkt nach der Unterzeichnung des notariell beglaubigten Kaufvertrags an den Makler entrichtet werden, dies trifft auch bei der Käufercourtage zu. Oftmals sind Immobilienmakler einverstanden, dass Käufer ihre Rechnung innerhalb von einer Frist bis zu zwei Wochen begleichen.

6. Ist die Käufercourtage also zu bevorzugen?

Pauschal muss man festhalten: Welches Provisionsmodell Sie bevorzugen hängt ganz davon ab, an welchem Ende des Tisches beim Notar sie sitzen: Als Verkäufer ist die Käufercourtage definitiv die lohnendere Variante. Dies aber auch nur, wenn ihre Immobilie gefragt ist und Sie die Verkaufschancen dadurch nicht entscheidend mindern.


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