Maklerprovision 2020 – Wer zahlt den Makler bei Verkauf und Vermietung?

Letztes Update: 09.09.2020

Makler vermitteln, vermieten und verkaufen, doch wer muss am Ende für die erbrachten Leistungen zahlen? Für eine erfolgreiche Vermittlungstätigkeit bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie hat ein Immobilienmakler Anspruch auf eine Provision. Eine heiß diskutierte Frage ist dabei: Wer zahlt die Maklerprovision: Käufer oder Verkäufer – Mieter oder Vermieter? Das 2015 eingeführte Bestellerprinzip sorgt bei der Immobilienvermietung für eine einheitliche Regelung zur Zahlung der Maklerprovision. Doch was bedeutet das genau? Und wie sieht es beim Immobilienverkauf aus? Wie hoch sind die Maklerkosten 2020? Erfahren Sie hier, was es bei der Maklerprovision 2020 zu beachten gilt.

 Fragen zur Maklerprovision

1. Was ist eine Maklerprovision?

Wenn ein Immobilienmakler beauftragt wird, schließen die beiden beteiligten Parteien einen Maklervertrag ab. Bei erfolgreicher Vermittlung des Objekts erhält der beauftragte Makler seinen Lohn in Form einer Maklerprovision (auch Maklercourtage oder Maklergebühren genannt). Somit handelt es sich bei der Maklerprovision um ein erfolgsabhängiges Honorar, das der Makler für seine Tätigkeit erhält. Die Höhe der Provision hängt dabei von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Art des Geschäftes, ab und wird prozentual vom vermittelten Immobilienwert berechnet. Immobilienmakler können sowohl für Kauf oder Verkauf eines Objektes, als auch für eine Vermietung engagiert werden.


2. Wer muss die Maklerkosten zahlen?

Je nachdem, ob es um die Vermietung oder den Verkauf einer Immobilie geht, ist die Frage, wer die Maklerkosten zu tragen hat, unterschiedlich zu beantworten.

Wer zahlt den Makler bei Mietwohnungen - Vermieter oder Mieter?

Seit Juni 2015 richtet sich die Provisionsfrage bei der Vermittlung von Mietwohnungen nach dem Bestellerprinzip. Das bedeutet, die Partei, die den Makler beauftragt hat, zahlt auch die Provision. In der Konsequenz sollen dadurch Mieter entlastet und das Ausmaß der Maklerprovisionen gemindert werden.

Beim Hausverkauf: Wer zahlt die Maklerprovision - Käufer oder Verkäufer?

Wer die Maklercourtage bei dem Verkauf von Immobilien übernehmen muss, ist in Deutschland derzeit noch nicht einheitlich gesetzlich geregelt. In der Praxis orientieren sich Immobilienmakler bei der Provisionshöhe an den – in dem jeweiligen Bundesland – marktüblichen Regelungen. Prinzipiell gibt es beim Hausverkauf drei unterschiedliche Möglichkeiten, die Maklerprovision zu erstatten:

a) Innenprovision durch den Verkäufer
Diese Provisionsart wird auch Verkäufercourtage genannt. Hierbei einigen sich Verkäufer und Makler auf eine Provision, wobei der Käufer nicht mit eingebunden wird.

b) Außenprovision durch den Käufer
Bei dieser Variante zahlt der Käufer der Immobilie. Die Käuferprovision oder auch Käufercourtage ist dabei in der Immobilienanzeige als solche ausgewiesen und es besteht die Möglichkeit, mit dem Makler über die Summe in Verhandlung zu treten.

c) Mischform der Provision
Die am meisten verbreitete Form der Entlohnung ist die Aufteilung der Maklercourtage zwischen beiden Vertragsparteien, wobei die jeweiligen Anteile meist regional bestimmt werden.


3. Neuregelung der Maklerprovision beim Immobilienverkauf ab 23.12.2020

Im August 2019 einigte sich die Große Koalition beim sogenannten Wohnpaket darauf, dass die Maklerprovision beim Immobilienverkauf künftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt werden soll. Begründet wird dies damit, dass die Verkäufer und Käufer gleichermaßen Nutzen aus der Maklertätigkeit ziehen. Die Bundesregierung möchte mit Hilfe des neuen Gesetzes Immobilienkäufer angesichts der steigenden Immobilienpreise und den damit verbundenen Kaufnebenkosten entlasten.

Am 12. Juni 2020 wurde das neue "Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser" vom Bundestag verkündet. Das Gesetz wird am 23. Dezember 2020 bundesweit in Deutschland in Kraft treten.

Die Obergrenze der Weitergabe der Maklerprovision an den Käufer liegt dabei bei 50 Prozent der Provision. Das bedeutet, einigt sich der Makler mit dem Immobilieneigentümer auf beispielsweise eine Verkaufsprovision von 1,5 Prozent, so darf er vom Käufer ebenfalls nur maximal 1,5 Prozent Provision verlangen. Als Teil des Gesetzes wird der Käufer erst dann aufgefordert, seinen Anteil der Provision zu zahlen, nachdem der Verkäufer nachweislich seinen Anteil gezahlt hat.

Die Neuregelung der Maklerprovision für den Immobilienverkauf gilt ausschließlich für selbst genutzte Immobilien - also nicht für Gewerbeimmobilien oder Anlageimmobilien.

Info

Neuverteilung der Maklerprovision ab 23. Dezember 2020

Nähere Informationen finden Sie in unserem Ratgeberartikel über die Verteilung der Maklerkosten beim Immobilienverkauf.


4. Höhe der Maklerprovision 2020: Übersicht der Bundesländer

Die Höhe der Maklerprovision unterscheidet sich bei Immobilienverkauf und Immobilienvermietung sowie von Bundesland zu Bundesland. Die Maklerprovision bei der Vermietung einer Immobilie darf für den Besteller maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer betragen.

Beim Immobilienverkauf hängen die Richtlinien, nach denen Provisionshöhe und Anteile in den einzelnen Bundesländern bestimmt werden, von der Situation auf dem regionalen Immobilienmarkt ab. Bei privaten Immobilien beträgt die Provision üblicherweise drei bis sieben Prozent des Kaufpreises. In der folgenden Übersicht finden Sie eine aktuell geltende Auflistung der regional üblichen Sätze der Maklerprovision 2020 beim Immobilienverkauf (Stand: September 2020):

Tabelle: Maklerprovision 2020 für Verkauf - Aufteilung nach Bundesländern

BundeslandMaklerprovision gesamtAnteil KäuferAnteil Verkäufer

Baden-Württemberg

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Bayern

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Berlin

7,14 %

7,14 %

0 %

Brandenburg

7,14 %

7,14 %

0 %

Bremen

5,95 %

5,95 %

0 %

Hamburg

6,25 %

6,25 %

0 %

Hessen

5,95 %

5,95 %

0 %

Mecklenburg-Vorpommern

5,95 %

3,57 %

2,38 %

Niedersachsen¹

7,14 % oder 4,76-5,95 %

3,57 % oder 4,76-5,95 %

3,57 % oder 0 %

Nordrhein-Westfalen

7,14 %

3,57-4,76 %

2,38-3,57 %

Rheinland-Pfalz

7,14 %

3,57-4,76 %

2,38-3,57 %

Saarland

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Sachsen

7,14 %

3,57-6,00 %

1,14-3,57 %

Sachsen-Anhalt

7,14 %

3,57-6,00 %

1,14-3,57 %

Schleswig-Holstein

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Thüringen

7,14 %

3,57 %

3,57 %

¹In einigen Regionen beläuft sich die Maklerprovision auf 7,14 Prozent des Verkaufspreises, in anderen liegt sie niedriger zwischen 4,76 und 5,95 Prozent.

Rechenbeispiel: Maklerprovision und Kaufnebenkosten berechnen

Angenommen, Sie kaufen ein Haus über einen Immobilienmakler für 350.000 Euro. Zusätzlich zum Immobilienpreis entstehen dem Käufer sogenannte Kaufnebenkosten, wie die Grunderwerbsteuer, Notargebühren und die Maklerprovision. In diesem Beispiel berechnen wir den Anteil der Maklerprovision für den Käufer mit 3,57 Prozent. Die Maklergebühr kostet dem Käufer damit 12.495 Euro. Zusammen mit der Grunderwerbssteuer und den Notarkosten belaufen sich die gesamten Kaufnebenkosten auf 38.745 Euro, der Käufer muss also 388.745 Euro beim Hauskauf einplanen.

Kaufpreis der Immobilie350.000 €

Maklergebühr 3,57 %

12.495 €

Grunderwerbsteuer 6 %

21.000 €

Notar- & Grundbuchgebühr 1,5 %

5.250 €

Gesamt Kaufnebenkosten:

38.745 €

Gesamtkosten:

388.745 €

Info

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5. Maklerprovision bei Vermietung

Bei der Vermittlung von Mietimmobilien gilt das Bestellerprinzip seit 01.06.2015. Demnach zahlt nur derjenige für den Makler, der ihn auch beauftragt hat. In der Regel ist das der Vermieter, der seine leerstehenden Wohnungen möglichst schnell weitervermieten möchte. Zuvor zahlte meist der Mieter für die anfallenden Maklergebühren. Das Gesetz wurde von vielen Mietern begrüßt, da sie dadurch finanziell entlastet wurden. Die Maklerprovision bei vermieteten Objekten darf maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer betragen, das entspricht ungefähr einer Provision in Höhe von 2,38 Nettokaltmieten.


6. Maklerprovision bei Gewerbeimmobilien

Das geltende Bestellerprinzip bei der Vermietung von Wohnimmobilien ist nicht für Gewerbeobjekte gültig. Demnach kann die Maklerprovision zwischen dem Makler und dem Auftraggeber frei verhandelt werden, egal ob es sich um Verkauf oder Vermietung eines Objektes handelt. Häufig legt der Auftraggeber fest, wie die Provision untereinander aufgeteilt wird. Dabei dienen ihm die Regelungen der jeweiligen Bundesländer für Wohnimmobilien oft als Vorlage. Eine Ausnahme: Bei der Vermietung von Gewerbeflächen nimmt häufig der Vermieter die gesamte Maklerprovision auf sich, da dieser Prozess oft sehr langwierig sein kann.


7. Kann ich die Maklerprovision verhandeln?

In Einzelfällen kann mit dem Immobilienmakler über die anfallenden Maklergebühren bei Verkaufsobjekten individuell verhandelt werden. Besonders wenn das Kaufobjekt sehr gefragt ist und vermutlich zu einem hohen Preis verkauft werden kann, lohnt es sich, mit dem Immobilienmakler über einen Preisnachlass zu reden.

Entschließen Sie sich zum Hauskauf, sollten Sie sich jedoch mit Fingerspitzengefühl nach einer Verhandlungsbasis für das Honorar erkundigen. Wer hier zu hoch pokert, riskiert, dass ein anderer Interessent den Zuschlag für das Objekt erhält, wenn dieser eine größere Zahlungsbereitschaft signalisiert. Kaufinteressenten haben grundsätzlich eine gute Verhandlungsposition, wenn die Immobilie schwierig zu verkaufen und daher schon lange auf dem Markt ist.


8. Wann hat ein Makler Provisionsanspruch?

Die Maklerprovision ist der Gegenwert des Maklers für die erfolgreiche Vermittlungstätigkeit einer Immobilie. Diese wird als Provision oder auch als Courtage bezeichnet, da sie dem Makler erst ausgezahlt wird, wenn seine im Maklervertrag vereinbarte Vertragsleistung erbracht wurde. Dabei sollten grundsätzlich folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Ein Maklervertrag wurde mündlich oder schriftlich abgeschlossen.
  • Der Makler ist in der Lage, seine Maklertätigkeit nachzuweisen.
  • Ein notariell beglaubigter Kauf- oder Mietvertrag wurde geschlossen.
  • Der Vertragsabschluss ist klar auf die Maklertätigkeit zurückzuführen.
  • Es sind keine Fehler zu beanstanden, durch welche der Vertrag als ungültig zu betrachten ist (z. B. der Käufer/Verkäufer wurde beim Abschluss des Maklervertrags nicht rechtmäßig über sein Widerrufsrecht informiert).

Wenn die Provision gezahlt wurde und eine dieser Anforderungen unerfüllt bleibt, kann die Courtage zurückgefordert werden.


9. Wann ist die Maklercourtage fällig?

Ein Makler geht durch seine Arbeit in Vorleistung und erhält sein Honorar, wenn der Kauf- oder Mietvertrag durch seine Vermittlungstätigkeit zustande gekommen ist. In der Regel halten Makler in ihren Geschäftsbedingungen fest, dass die Provision mit Abschluss eines Miet- bzw. eines notariellen Kaufvertrags verdient und somit fällig ist. In der Praxis wird meist ein Zahlungsziel von 7 bis 14 Tagen nach Vertragsunterschrift gewährt. Mit Verkäufern werden teilweise Sonderregelungen getroffen, sodass sie ihren Anteil an der Maklerprovision erst bezahlen müssen, wenn der Kaufpreis fällig bzw. auf dem Konto eingegangen ist. Bei einem Mietvertrag ist es oftmals möglich, die Maklerprovision auf zwei bis drei Monatsteilzahlungen zu strecken.

Info

Kann ich die Maklerprovision umgehen?

Um keine Maklercourtage zahlen zu müssen, spielen Miet- oder Kaufinteressenten häufig mit dem Gedanken, den Immobilienmakler zu umgehen, indem sie nach der Besichtigung mit dem Eigentümer direkt in Kontakt treten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Zahlungsanspruch an den Makler nicht gleich mit Ablaufen des Maklervertrags endet. Der Kaufinteressent hat dem Makler trotzdem eine Maklerprovision zu zahlen, sofern der Immobilienmakler nachweisen kann, dass der Interessent rechtswirksam vermittelt wurde.

Lesetipp: Hier finden Sie weitere Informationen zur Rechtslage beim Makleralleinauftrag.


10. Wie kann ich die Maklerprovision steuerlich absetzen?

Sie können sich die Kosten für einen Maklerauftrag zum Teil vom Fiskus zurückholen. In diesen Fällen können Sie die Maklerprovision steuerlich absetzen:

  • Wer einen Immobilienmakler mit der Vermietung eines Objekts beauftragt hat, kann bei seiner Einkommensteuererklärung die Maklerprovision zusammen mit anderen Werbungskosten geltend machen.

  • Wenn Mieter aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung mieten oder sogar umziehen müssen, können sie die Maklerprovision von der Steuer absetzen.

  • Immobilienbesitzer können die Maklergebühren von der Steuer absetzen, wenn aus dem Hausverkauf ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn resultiert.

  • Die Maklerprovision beim Hauskauf gehört zu den Anschaffungsnebenkosten. Die Absetzbarkeit hängt dabei von der Nutzung des Hauses ab. Bewohnt der Käufer das Haus selbst, ist die Maklercourtage nicht absetzbar. Vermietet er das Haus jedoch, wird die Maklerprovision als Teil der Gesamtanschaffungskosten zum Kaufpreis hinzugerechnet und kann dann steuerlich abgeschrieben werden.


Fazit

Ein Immobilienmakler erhält eine Provision für die erfolgreiche Vermittlung einer Immobilie. Die Höhe der Provision ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Bundesland, in dem die Immobilie veräußert oder erworben wird. Unterschiede gibt es auch zwischen Immobilienvermietung und -verkauf. Das im Juni 2015 eingeführte Bestellerprinzip bei der Vermietung ermöglicht vielen Mietern, eine Wohnung ohne zusätzlich anfallende Gebühren zu beziehen, da der Makler in der Regel vom Vermieter beauftragt wird. Da es für den Immobilienkauf beziehungsweise -verkauf derzeit noch keine gesetzlichen Regelungen gibt, tragen häufig die Käufer die Maklerkosten. Mit den Gesetzesänderungen, die am 23. Dezember 2020 in Kraft treten, wird die Maklerprovision beim Verkauf künftig zwischen Verkäufer und Käufer geteilt. Das kann vor allem für Immobilienkäufer eine große Erleichterung bedeuten, da sie durch die finanziellen Einsparungen der Kaufnebenkosten ihrem Traum vom Eigenheim einen großen Schritt näherkommen.

Durch die professionelle Unterstützung eines Immobilienexperten können Sie beim Immobilienverkauf oder der Vermittlung von Mietobjekten viel Zeit und Aufwand einsparen. Kaufinteressenten ersparen es sich durch einen Immobilienmakler vor Ort, Anzeigen zu durchforsten oder Besichtigungstermine zu vereinbaren.

Im Rahmen einer unverbindlichen, kostenlosen Immobilienbewertung beraten wir Eigentümer zu unseren Services für den Verkauf ihrer Immobilie.

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Bildquelle: iStock.com/anyaberkut

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