Maklerprovision 2019 – Wer muss wie viel zahlen?

Für eine erfolgreiche Vermittlungstätigkeit bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie hat ein Immobilienmakler Anspruch auf eine Provision. Eine heiß diskutierte Frage ist dabei, wer letztendlich die Maklerkosten tragen muss: Käufer oder Verkäufer – Mieter oder Vermieter? Das 2015 eingeführte Bestellerprinzip sorgt bei der Immobilienvermietung für eine einheitliche Regelung zur Zahlung der Maklerprovision. Was bedeutet das genau? Und wie sieht es beim Verkauf aus? Wie hoch sind die Maklerkosten eigentlich? Erfahren Sie hier, was es bei der Maklerprovision zu beachten gilt.

 Fragen zur Maklerprovision

Höhe der Maklerprovision 2019: Übersicht der Bundesländer

Die Höhe der Provision unterscheidet sich bei Immobilienverkauf und Immobilienvermietung sowie von Bundesland zu Bundesland. Die Maklerprovision bei der Vermietung einer Immobilie darf für Mieter maximal zwei Nettokaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer betragen. Beauftragt der Vermieter den Makler, ist die Provision prinzipiell frei verhandelbar.
Beim Verkauf hängen die Richtlinien, nach denen Provisionshöhe und Anteile in den einzelnen Bundesländern bestimmt werden, von der Situation auf dem regionalen Immobilienmarkt ab. Bei privaten Immobilien beträgt sie drei bis sieben Prozent des Kaufpreises. In der folgenden Übersicht finden Sie eine aktuelle Auflistung der regional üblichen Provisionssätze für 2019:

BundeslandMaklerprovision gesamtAnteil KäuferAnteil Verkäufer

Baden-Württemberg

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Bayern

7,14 %

3,57 %

3,57 %

mit McMakler: 0 %

Berlin

7,14 %

7,14 %

0 %

Brandenburg

7,14 %

7,14 %

0 %

Bremen

5,95 %

5,95 %

0 %

Hamburg

6,25 %

6,25 %

0 %

Hessen

5,95 %

5,95 %

0 %

Mecklenburg-Vorpommern

5,95 %

3,57 %

2,38 %
mit McMakler: 0 %

Niedersachsen¹

7,14 % oder 4,76-5,95 %

3,57 % oder 4,76-5,95 %

3,57 % oder 0 %
mit McMakler: 0 %

Nordrhein-Westfalen

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Rheinland-Pfalz

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Saarland

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Sachsen

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Sachsen-Anhalt

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Schleswig-Holstein

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

Thüringen

7,14 %

3,57 %

3,57 %
mit McMakler: 0 %

¹In einigen Regionen beläuft sich die Provision auf 7,14 % des Verkaufspreises, in anderen liegt sie niedriger zwischen 4,76 und 5,95 %. Gelten die 7,14 %, teilen sich Verkäufer und Käufer des Objektes die Maklercourtage im Normalfall. In Regionen mit dem niedrigeren Satz wird dieser üblicherweise vom Käufer gezahlt.

Falls Sie sich für ein Objekt in einem Bundesland interessieren, in dem die Maklercourtage ausschließlich von Käuferseite bezahlt wird, sollten Sie den Posten der Maklerprovision bei der Kalkulation der Kaufnebenkosten mit einplanen. Ein Beispiel: Bei einer Immobilie, die für 350.000 Euro den Eigentümer wechselt und für die eine Maklerprovision von z. B. 7,14 Prozent anfällt, erhöhen sich die Kaufnebenkosten um 24.990 Euro.

Wenn Sie Ihre Immobilie allerdings mit McMakler verkaufen, entfällt für Sie als Verkäufer der Provisionsanteil.

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Kann die Provision verhandelt werden?

In Einzelfällen kann mit dem Immobilienmakler über seine Provision individuell verhandelt werden. Besonders wenn das Kaufobjekt sehr gefragt ist und vermutlich zu einem hohen Preis verkauft werden kann, lohnt es sich, mit dem Immobilienmakler über einen Preisnachlass zu verhandeln.

Entschließen Sie sich zum Kauf eines Wohnobjektes, sollten Sie sich jedoch mit Fingerspitzengefühl nach einer Verhandlungsbasis für das Honorar erkundigen. Wer hier zu hoch pokert, riskiert, dass ein anderer Interessent den Zuschlag für den Kauf erhält, der eine größere Zahlungsbereitschaft signalisiert. Kaufinteressenten haben grundsätzlich eine gute Verhandlungsposition, wenn die Immobilie schwierig zu verkaufen und daher schon lange auf dem Markt ist.

Wer muss die Maklerkosten zahlen?

Je nachdem, ob es um die Vermietung oder den Verkauf einer Immobilie geht, ist die Frage, wer die Maklerkosten zu tragen hat, unterschiedlich zu beantworten.

Maklerprovision bei der Immobilienvermietung

Seit Juni 2015 richtet sich die Provisionsfrage bei der Vermittlung von Mietwohnungen nach dem Bestellerprinzip. Seither muss die jeweilige Partei, welche die Leistung angefordert hat, auch die Maklerprovision begleichen. In der Konsequenz sollen dadurch Mieter entlastet und das Ausmaß der Provisionen gemindert werden.

Maklerprovision beim Immobilienverkauf

Wer die Maklercourtage bei dem Verkauf von Immobilien übernehmen muss, ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Ähnlich wie bei der Provisionshöhe gibt es auch hierfür ortsübliche Regelungen, nach denen die Anteile der beiden Parteien bestimmt werden.
Prinzipiell gibt es beim Verkauf drei unterschiedliche Möglichkeiten, einem Makler seine Provision zu erstatten:

  • Innenprovision durch den Verkäufer
    Diese Provisionsart wird auch Verkäufercourtage genannt. Hierbei einigen sich Verkäufer und Makler auf eine Provision, wobei der Käufer nicht mit eingebunden wird.

  • Außenprovision durch den Käufer
    Bei dieser Variante zahlt der Käufer der Immobilie. Die Käuferprovision ist dabei in der Immobilienanzeige als solche ausgewiesen und es besteht die Möglichkeit, mit dem Makler über die Summe in Verhandlung zu treten.

  • Mischform der Provision
    Die beliebteste Form der Entlohnung ist die Aufteilung der Maklercourtage zwischen beiden Vertragsparteien, wobei die jeweiligen Anteile meist regional bestimmt werden.

Wann hat ein Makler Provisionsanspruch?

Die Maklerprovision ist der Gegenwert des Maklers, für die erfolgreiche Vermittlungstätigkeit einer Immobilie. Diese wird als Provision oder auch als Courtage bezeichnet, da sie dem Makler erst ausgezahlt wird, wenn seine im Maklervertrag vereinbarte Vertragsleistung erbracht wurde. Dabei sollten grundsätzlich folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Ein Maklervertrag wurde mündlich oder schriftlich abgeschlossen.

  • Der Makler ist in der Lage seine Maklertätigkeit nachzuweisen.

  • Ein notariell beglaubigter Kauf- oder Mietvertrag wurde geschlossen.

  • Dieser Vertragsabschluss ist klar auf die Maklertätigkeit zurückzuführen.

  • Es sind keine Fehler zu beanstanden, durch welche der Vertrag als ungültig zu betrachten ist (z. B. der Käufer/Verkäufer wurde beim Abschluss des Maklervertrags nicht rechtmäßig über sein Widerrufsrecht informiert).

Wenn die Provision gezahlt wurde und eine dieser Anforderungen unerfüllt bleibt, kann die Courtage zurückgefordert werden.

Wann ist die Maklercourtage fällig?

Ein Makler geht durch seine Arbeit in Vorleistung und erhält sein Honorar, wenn der Kauf- oder Mietvertrag durch seine Vermittlungstätigkeit zustande gekommen ist. In der Regel halten Makler in ihren Geschäftsbedingungen fest, dass die Provision mit Abschluss eines Miet- bzw. eines notariellen Kaufvertrags verdient und somit fällig ist. In der Praxis wird meist ein Zahlungsziel von 7 bis 14 Tagen nach Vertragsunterschrift gewährt. Mit Verkäufern werden teilweise Sonderregelungen getroffen, dass diese ihren Anteil an der Maklerprovision erst bezahlen müssen, wenn der Kaufpreis fällig bzw. auf dem Konto eingegangen ist. Bei einem Mietvertrag ist es oftmals möglich, die Provision auf zwei bis drei Monatsteilzahlungen zu strecken.

Info

Maklerprovision umgehen?

Um keine Maklercourtage zahlen zu müssen, spielen Miet- oder Kaufinteressenten häufig mit dem Gedanken, den Makler zu umgehen und nach der Besichtigung direkt mit dem Eigentümer Kontakt aufzunehmen. Dabei ist zu beachten, dass der Zahlungsanspruch an den Makler nicht mit Ablaufen des Maklervertrags endet. Die Courtage ist also schwer zu umgehen, da der Kaufinteressent dem Makler trotzdem eine Provision zu zahlen hat, sofern der Makler nachweisen kann, dass er rechtswirksam vermittelt wurde.

Kann die Maklerprovision steuerlich abgesetzt werden?

In manchen Fällen können sich die Kosten für einen Maklerauftrag zum Teil vom Fiskus zurückgeholt werden. Unter folgenden Gegebenheiten kann die Maklerprovision steuerlich abgesetzt werden:

  • Wer einen Makler mit der Vermietung eines Objekts beauftragt hat, kann bei seiner Einkommensteuererklärung die Maklerprovision zusammen mit anderen Werbungskosten geltend machen.

  • Wenn Mieter aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung mieten oder umziehen müssen, können sie die Maklerprovision von der Steuer absetzen.

  • Immobilienbesitzer können die Maklergebühr von der Steuer absetzen, wenn aus dem Hausverkauf ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn resultiert.

  • Beim Hauskauf gehört die Maklerprovision zu den Anschaffungsnebenkosten. Die Absetzbarkeit hängt dabei von der Nutzung der Immobilie ab. Bewohnt der Käufer die Immobilie selbst, ist die Courtage nicht absetzbar. Vermietet er die Immobilie jedoch, wird die Maklerprovision als Teil der Gesamtanschaffungskosten zum Kaufpreis zugerechnet und kann dann steuerlich abgeschrieben werden.

Nicht jeder Auftraggeber kann also Steuern sparen. Jedoch kann durch die Beauftragung eines Maklers viel Zeit, Aufwand und Stress gespart werden. Mit einem Makler haben Sie einen Experten vor Ort und ersparen es sich, Anzeigen zu durchforsten oder Besichtigungstermine zu vereinbaren.

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