Verkäufercourtage: Das müssen Sie über die Provisionspflicht wissen

Wenn Immobilienmakler von dem Verkäufer einer Immobilie engagiert werden, damit sie diese an einen Käufer vermitteln, muss der Verkäufer die so genannte Verkäufercourtage (auch Innenprovision genannt) bezahlen. Welche Vor- und Nachteile hat die Innenprovision, kann man mit dem Makler über ihre Höhe verhandeln und wann genau muss sie entrichtet werden? Wir haben alle wichtigen Eckdaten zum Thema für Sie zusammengetragen.

Wenn die Immobilienvermittlung erfolgreich war, folgt die Zahlung der Courtage

1. Nebenkostenpunkt Maklercourtage: Welche Arten gibt es?

Die Maklerprovision ist das im Maklervertrag vereinbarte Honorar. Zu zahlen ist sie erst nachdem ein Makler eine Immobilie erfolgreich vermittelt hat. Die Maklercourtage gehört zu den Nebenkosten beim Hausverkauf.

Eine erfolgreiche Vermittlung bedeutet, dass die Bemühungen des Maklers in einen Vertragsabschluss für eine Miet- oder Verkaufsimmobilie resultieren.

Welche Partei die Maklerprovision bezahlt, hängt unter anderem davon ab, ob es sich um eine Miet- oder Verkaufsimmobilie handelt.

Mietimmobilien und das Bestellerprinzip

Mietimmobilien unterscheiden sich in Sachen Maklercourtage vom Hausverkauf. Bei Mietimmobilien gilt in Deutschland seit Juni 2015 das Bestellerprinzip. Das bedeutet, dass die Partei den Immobilienmakler bezahlt, die ihn engagiert hat.

In den meisten Fällen sind es die Immobilienbesitzer, die einen Makler bestellen und mit der Vermittlung beauftragen. Dementsprechend zahlen sie auch sein Honorar.

Wenn dagegen Mieter einen Makler engagieren, um mit seiner Hilfe eine Immobilie zu finden, müssen sie die Maklerkosten tragen.

Formen der Maklerprovision bei Verkaufsobjekten

Bei Verkaufsobjekten gilt das Bestellerprinzip nicht. Es ist möglich, dass die beteiligten Parteien sich auf eine Verkäufercourtage, auf eine Käufercourtage (auch Außenprovision genannt) oder auf eine Mischform beider Provisionsmodelle einigen.

Meistens übernehmen Verkäufer das Maklerhonorar, wenn das Objekt in einer Region liegt, in welcher keine hohe Nachfrage besteht. Dementsprechend beauftragen hier meist die Verkäufer den Makler und bezahlen diesen auch bei erfolgreichem Vertragsabschluss.

Käufer tragen die Maklerkosten dagegen meistens in den Regionen, in welchen Wohnraum sehr gefragt ist. Die Außenprovision ist also vor allem in den Ballungsgebieten und in den Großstädten üblich.

Die Verkäufercourtage: Provisionspflicht der Verkäufer

Die Verkäufercourtage, auch Innenprovision genannt, ist die Provision, die ein Makler mit dem Verkäufer einer Immobilie vereinbart hat. Nach Vertragsabschluss wird die Innenprovision von dem Verkäufer bezahlt.

Es ist zwar möglich, dass die Innenprovision im Gesamtkaufpreis enthalten ist. Jedoch wird der Käufer in diesem Fall nicht gesondert darauf hingewiesen. Demnach ist die Höhe der Innenprovision für den Käufer nicht ersichtlich, weil sie nicht in Exposés und Angeboten explizit ausgewiesen wird.

Dies geht mit Vorteilen für den Makler einher, da dieser seine Provision pünktlich bei Vertragsabschluss kassieren kann. Der Käufer leidet eventuell unter dieser Umlage der Kosten.

2. Welche Vor- und Nachteile hat die Verkäufercourtage?

Das Prinzip der Innenprovision birgt sowohl Vor-, als auch Nachteile, insbesondere für den Käufer.

  • Vorteil für die Verkäufer: Sie können sich den Makler aussuchen, mit dem sie gerne arbeiten möchten.

  • Vorteil für die Käufer: Sie müssen zusätzlich zu dem hohen Kaufpreis für ihre Wunschimmobilie nicht auch noch die teuren Maklerkosten tragen.

  • Nachteil für die Käufer: Eine Innenprovision bedeutet oftmals, dass Verkäufer die Maklerkosten an die Käufer weitergeben. Das führt dazu, dass der Gesamtkaufpreis steigt. Im Ergebnis steigen auch die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Notargebühren, weil der Kaufpreis als ihre Bemessungsgrundlage dient.

3. Die Höhe der Maklerprovision

Die Höhe der zu entrichtenden Maklerprovision variiert je nach Bundesland um einige wenige Prozentpunkte. Während in Bremen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern 5,95 Prozent die Regel sind, sind in Hamburg 6,25 Prozent üblich, in anderen Bundesländern sogar 7,14 Prozent.

Im Einzelfall ist es möglich mit dem Makler individuell zu verhandeln, was die Höhe der Maklercourtage betrifft. Das Ergebnis dieser Verhandlungen sollte in jedem Fall im Maklervertrag festgehalten werden.

4. Wann ist die Maklercourtage zu bezahlen?

Die Verkäufercourtage ist nach dem Abschluss von einem notariell beglaubigten Kaufvertrag für die Immobilie an den Makler zu bezahlen. Bei Verkaufsobjekten sind Makler oft einverstanden, dass die Verkäufer sie erst dann bezahlen, wenn die Verkaufssumme auf ihr Konto eingegangen ist.

Erfahren Sie in einem weiteren Ratgeber-Artikel, wie Sie Ihre Immobilie richtig verkaufen.


Bildquelle: iStock.com/D-Keine


Auch interessant

Jetzt Immobilienwert ermitteln