Staatliche Subventionen für Immobilieneigentümer

Letztes Update: 07.09.2020

Vor einem Hauskauf oder Hausbau ist die Frage der Finanzierung von großer Bedeutung. Viele Interessenten wissen dabei nicht, dass sie für ihre Baufinanzierung staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen können. Zu den Förderungsmaßnahmen zählen das Baukindergeld für Familien, die Wohn-Riester-Initiative oder das KfW-Wohneigentumsprogramm. Wie Sie beim Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses von staatlichen Förderungen profitieren, zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeber-Artikel.

Die Baufinanzierung wird durch staatliche Subventionen einfacher

1. Welche staatlichen Förderungen beim Hauskauf gibt es?

Wer auf staatliche Unterstützung zur Finanzierung des Eigenheims hofft, hat mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Diese werden im Folgenden genauer erklärt.

1.1 Die Wohn-Riester-Initiative für Gutverdiener mit Kindern

Die Einführung der sogenannten „Wohn-Riester“ im Jahr 2008 beendete eine jahrelange Durststrecke ohne jegliche staatliche Bezuschussung für Immobilieneigentümer. Das Modell lohnt sich vor allem für Gutverdiener und Familien mit Kindern, sofern auch ohne „Wohn-Riester“ eine echte Kaufabsicht besteht.

Wohn-Riester jährlichen Zulagen setzen sich aus einer Grundzulage in Höhe von 154 Euro pro Person sowie einer Kinderzulage in Höhe von 185 Euro zusammen. Sollte das Kind erst nach 2008 geboren worden sein, so erhöht sich diese Zulage auf 300 Euro. Zudem gibt es eine Steuererstattung, welche von der Höhe des Einkommens abhängt.

Jährlich kann also ein beträchtlicher Betrag eingespart werden, welcher für die Finanzierung des Eigenheims genutzt werden kann. Diese Ersparnisse sind allerdings mit einem beachtlichen bürokratischen Aufwand verbunden. Wer bereit ist, diesen in Kauf zu nehmen, für den kann der Wohn-Riester-Zuschuss durchaus lohnend sein.

1.2 Baukindergeld: Staatliche Förderung für den Hauskauf mit Kindern (bis 31.12.2020)

Die Quote der jungen Familien, die in Deutschland Wohnraum besitzen, ist gering. Um dies zu fördern, hat die Bundesregierung das Baukindergeld ins Leben gerufen. Das Baukindergeld ist ein KfW-Förderprogramm und eine staatliche Förderung für einen Hauskauf mit Kindern. Anspruch darauf haben Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, welche erstmals ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwerben. Das Maximal-Einkommen des Haushalts darf dabei den Bruttobetrag von 90.000 Euro nicht überschreiten. Dieses Limit wird mit jedem weiteren Kind um 15.000 Euro erhöht.

Der Baukindergeld-Antrag muss spätestens sechs Monate nach Einzug in die Eigentumswohnung oder das Haus über das KfW-Zuschussportal gestellt werden. Die Förderung durch das Baukindergeld beträgt 1.200 Euro pro Jahr und Kind für maximal zehn Jahre und gilt für Kaufverträge, die zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 geschlossen wurden. Bei Neubauten muss die Baugenehmigung in diesem Zeitraum erfolgen. Kommunen und Länder stocken die Höhe des Baukindergeldes zum Teil zusätzlich auf.

1.3 KfW-Wohneigentumsprogramm bei Kauf und Neubau

Mit ihrem Wohneigentumsprogramm unterstützt die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Immobilienkäufe, Hausbauten, Modernisierungen und Energiespar-Investitionen. Ob gebrauchte Immobilien oder Neubauten, die KfW bietet zinsgünstige Darlehen inklusive langer Laufzeiten und tilgungsfreier Zeit.

Das KfW-Wohneigentumsprogramm bietet einen Förderkredit bis 100.000 Euro ab 0,84 Prozent effektivem Jahreszins für folgende Kosten:

Hausbau:


Hauskauf:

Info

Das KfW-Wohneigentumsprogramm greift nicht bei vermieteten Immobilien, Gewerbeimmobilien und Ferienwohnungen.


1.4 BAFA-Förderprogramm: Heizen mit erneuerbaren Energien

Als Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Fördermittel für Maßnahmen für mehr Energieeffizienz. Mit dem Programm “Heizen mit erneuerbaren Energien” fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Immobilienbesitzer beim Einbau bzw. Austausch von Heizungsanlagen. Je nach Maßnahme werden 20-45 Prozent der Kosten übernommen.

Gefördert wird der Einbau von:

  • Solarthermieanlagen
  • Biomasseanlagen
  • effiziente Wärmepumpenanlagen
  • EE-Hybride
  • Gas-Hybrid-Heizungen
  • Gas-Brennwertheizungen

Der Förderantrag muss noch vor Beginn der Maßnahme zusammen mit den Kostenvoranschlägen [online beim BAFA](https://fms.bafa.de/BafaFrame/map) eingereicht werden. Sobald Sie den Antrag eingereicht haben, dürfen Sie die Maßnahme umsetzen. Den Bewilligungszeitraum entnehmen Sie der Bewilligung. Die Anlage muss spätestens neun Monate nach Bewilligung in Betrieb genommen werden. Nach Einreichen der Rechnungen, aller Belege und einer Verwendungsnachweiserklärung erhalten Sie die Auszahlung der Fördermittel.

Interessant wird die BAFA-Förderung besonders beim Erwerb von Altbauten in ländlichen Regionen, wie beispielsweise beim Kauf eines Bauernhofes. Neubauten mit Bauantrag nach 2009 sind von der Förderung ausgenommen.


2. Anschaffungs- und Herstellungskosten als Werbungskosten abschreiben

Eine sehr wirksame Methode, um die private Steuerlast zu verringern, sind Abschreibungsmöglichkeiten für Ihre Immobilie.

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einer vermieteten Immobilie können über die Dauer der Nutzung, maximal über 50 Jahre, als Abschreibungsaufwand bei der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Um dies nutzen zu können, sollten Immobilieneigentümer allerdings bereits beim Kaufvertrag die Summe in Objekt und Grundstück aufteilen. Bei der späteren Abschreibung darf nämlich lediglich der Gebäudewert geltend gemacht werden.


3. Instandsetzungsaufwendungen steuerlich geltend machen

Auch die Pflege der Immobilie, also ihre Instandhaltung, inklusive Reparaturen und Modernisierungen, führt unter Umständen zu steuerlichen Vorteilen. Hierbei sind zwei wesentliche Punkte zu unterscheiden:

3.1 Modernisierungsaufwendungen (Erhaltungsaufwand)

Eine kurzfristige Lösung zur Senkung der Steuerlast von Immobilieneigentümern stellt die Möglichkeit dar, Renovierungs- und Modernisierungsaufwendungen als “Erhaltungsaufwand” steuerlich geltend zu machen. Die gesetzliche Grenze liegt hier bei 4.000 Euro.

Info

Bei den Aufwendungen darf es sich nicht um Modernisierungen handeln, die entweder den Wohnstandard der Immobilie erhöhen oder die Wohnfläche signifikant vergrößern. Sollte das dennoch zutreffen, gelten diese Aufwendungen automatisch als Herstellkosten und bieten die Möglichkeit zur Abschreibung.

subventionen-2

3.2 Aufwendungen für gewichtige Reparaturen

Sollten Ihre Aufwendungen für Reparaturen, Modernisierungen etc. innerhalb der ersten drei Jahre in der Summe 15 Prozent des Kaufpreises übersteigen, unterliegen diese nicht mehr zur Gänze den Werbungskosten und sind daher auch nicht steuerlich abzugsfähig.

Deshalb sollten Immobilieneigentümer den Renovierungsaufwand planen. Verschieben Sie nicht unbedingt notwendige Maßnahmen in den Zeitraum nach Ablauf der Dreijahresfrist. So stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Aufwendungen als Werbungskosten oder Erhaltungsaufwand geltend machen können.

Nutzen Sie auch unsere Tipps zum Sparen der Grunderwerbsteuer.


4. Das Wohnraumförderungsgesetz (WoFG)

Neben der KfW und den anderen staatlichen Förderungen beim Hauskauf gibt es ebenso Maßnahmen, die Geringverdienern die Wohnungssuche erleichtern sollen.

Mit dem Inkrafttreten des Wohnraumförderungsgesetzes 2001 (WoFG) wurde der soziale Wohnungsbau neu gestaltet und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Dementsprechend hat der soziale Wohnungsbau sich zur sozialen Wohnraumförderung weiterentwickelt.

Gemäß des Wohnraumförderungsgesetzes soll Folgendes staatlich subventioniert werden:

  1. Wohnungsbau, einschließlich des erstmaligen Erwerbs von Wohnraum innerhalb von zwei Jahren nach Fertigstellung

  2. Verstärkte Modernisierung von Wohnräumen

  3. Erwerb von Belegungsrechten an bestehendem Wohnraum

  4. Erwerb von bestehendem Wohnraum

Fazit

Wer in Deutschland eine Immobilie baut oder erwirbt, hat unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf eine staatliche Förderung. Familien mit Kindern können noch bis Ende 2020 das Baukindergeld bei der KfW beantragen. Unabhängig vom Familienstand fördert die KfW mit ihrem Wohneigentumsprogramm Immobilienkäufe und Bauprojekte (inkl. Maklerkosten und Grunderwerbsteuer) - mit Krediten bis 100.000 Euro. Mit der Wohn-Riester-Initiative bezuschusst der Staat Immobilieneigentümer jährlich mit 154 Euro pro Person, einer Kinderzulage von 185 Euro bzw. 300 Euro sowie Steuererstattungen. Steuervorteile gewährt der Staat Immobilienbesitzern außerdem für Anschaffungs- und Herstellungskosten von vermieteten Immobilien, die als Werbungskosten abgeschrieben werden können. Instandsetzungskosten können als Erhaltungsaufwand bis 4.000 Euro geltend gemacht werden. Der soziale Wohnungsbau wird seit Einführung des Wohnraumförderungsgesetzes 2001 subventioniert. Das BAFA belohnt den Umstieg auf erneuerbare Energie beim Heizen mit einer Kostenübernahme bis 45 Prozent.

Wie Sie sehen, fördert der Staat nicht nur den Hausbau und den sozialen Wohnungsbau, sondern auch den Hauskauf und energetische Modernisierungen. Informieren Sie sich daher rechtzeitig bei den entsprechenden Institutionen über mögliche Subventionen und die Prozesse der Antragstellung. Beachten Sie dabei, dass einige Förderungen (z.B. Baukindergeld) zeitlich begrenzt sind und Anträge (z.B. BAFA-Förderung) zum Teil vor Beginn einer Maßnahme gestellt werden müssen.

Informieren Sie sich jetzt zu Ihren Möglichkeiten der Immobilienfinanzierung bei McMakler Finance!


Bildquelle: iStock.com/3283197d_273

Info

Disclaimer

Die Informationen, Empfehlungen und juristischen Erläuterungen in unserem Ratgeber stellen ausschließlich unverbindliche Informationen ohne jede Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit dar. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne und kann und soll diese nicht ersetzen. Bei Bedarf empfehlen wir gerne einen geeigneten Rechtsanwalt (service@mcmakler.de).