Staatliche Subventionen für Immobilieneigentümer

Vor einem Hausbau oder -kauf ist die Frage der Finanzierung von großer Bedeutung. Viele Interessenten wissen dabei nicht, dass sie für ihre Baufinanzierung staatliche Förderungen in Anspruch nehmen können. Zu den Förderungsmaßnahmen zählen vor allem das geplante Baukindergeld und die KfW. Was es damit auf sich hat und wie Sie als Hauskäufer davon profitieren, zeigen wir Ihnen hier.

Die Baufinanzierung wird durch staatliche Subventionen einfacher

1. Subventionsangebote für angehende Immobilienbesitzer

Wer auf staatliche Unterstützung zur Finanzierung des Eigenheims hofft, hat mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Diese werden im Folgenden genauer erklärt.

1.1 Die Wohn-Riester-Initiative

Die Einführung der sogenannten „Wohn-Riester“ im Jahr 2008 beendete eine jahrelange Durststrecke ohne jegliche staatliche Bezuschussung für Immobilieneigentümer. Das Modell lohnt sich vor allem für Gutverdiener und Familien mit Kindern, sofern auch ohne „Wohn-Riester“ eine echte Kaufabsicht besteht.

Wohn-Riester jährlichen Zulagen setzen sich aus einer Grundzulage in Höhe von 154 Euro pro Person sowie einer Kinderzulage in Höhe von 185 Euro zusammen. Sollte das Kind erst nach 2008 geboren worden sein, so erhöht sich diese Zulage auf 300 Euro. Zudem gibt es eine Steuererstattung, welche von der Höhe des Einkommens abhängt.

Jährlich kann also ein beträchtlicher Betrag eingespart werden, welcher für die Finanzierung des Eigenheims genutzt werden kann. Diese Ersparnisse sind allerdings mit einem beachtlichen bürokratischen Aufwand verbunden. Wer bereit ist diesen in Kauf zu nehmen, für den kann der Wohn-Riester Zuschuss durchaus lohnend sein.

1.2 Kfw-Darlehen: Die staatliche Finanzierung

Mit ihrem Wohneigentumsprogramm unterstützt die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowohl Immobilienkäufe, Hausbauten, Modernisierungen als auch Energiespar-Investitionen.

Ob gebrauchte Immobilien oder Neubauten, die KfW bietet zinsbegünstigte Darlehen inklusive langer Laufzeiten und tilgungsfreier Zeit.

1.3 BAFA-Förderung: Bezuschussung für energetisches Heizen

Sofern entsprechende Kriterien erfüllt sind, versorgt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Immobilienbesitzer mit Fördermitteln. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen in erneuerbare Energien zu investieren und zukünftig mit Solarthermen oder Biomasse heizen möchten, greift Ihnen die BAFA-Förderung mit Bezuschussungen unter die Arme. Neubauten mit Bauantrag nach 2009 sind von der Förderung ausgenommen.

2. Abschreibungsarten

Eine sehr wirksame Methode die private Steuerlast zu verringern, sind Abschreibungsmöglichkeiten für Ihre Immobilie. Hierbei kommt der Begriff „Werbungskosten“ zum Tragen.
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einer vermieteten Immobilie können über die Dauer der Nutzung, maximal über 50 Jahre, als Abschreibungsaufwand bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.
Um dies nutzen zu können, sollten Immobilieneigentümer allerdings bereits beim Kaufvertrag die Summe in Objekt und Grundstück aufteilen. Bei der späteren Abschreibung darf nämlich lediglich der Gebäudewert geltend gemacht werden.

3. Instandsetzungsaufwendungen

Auch die Pflege der Immobilie, also ihre Instandhaltung, inklusive Reparaturen und Modernisierungen, führt unter Umständen zu steuerlichen Vorteilen. Hierbei sind zwei wesentliche Punkte zu unterscheiden:

3.1 Modernisierungsaufwendungen

Eine kurzfristige Lösung zur Senkung der Steuerlast von Immobilieneigentümern stellt die Möglichkeit dar, Renovierungs- und Modernisierungsaufwendungen steuerlich geltend zu machen. In diesem Fall ist für Sie der Begriff „Erhaltungsaufwand“ von Interesse. Die gesetzliche Grenze liegt hier bei 4.000 Euro.

Info

Bei den Aufwendungen darf es sich nicht um Modernisierungen handeln, die einerseits entweder den Wohnstandard der Immobilie erhöhen oder andererseits die Wohnfläche signifikant vergrößern. Sollte das dennoch zutreffen, gelten diese Aufwendungen automatisch als Herstellkosten und bieten die Möglichkeit zur Abschreibung.

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3.2 Aufwendungen für gewichtige Reparaturen

Sollten Ihre Aufwendungen für Reparaturen, Modernisierungen etc. innerhalb der ersten drei Jahre in der Summe 15 % des Kaufpreises übersteigen, unterliegen diese nicht mehr in vollen Teilen den Werbungskosten und sind daher auch nicht steuerlich abzugsfähig.

Deshalb sollten Immobilieneigentümer den Renovierungsaufwand planen. Verschieben Sie nicht unbedingt notwendige Maßnahmen in den Zeitraum nach Ablauf der Dreijahresfrist. So stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Aufwendungen als Werbungskosten oder Erhaltungsaufwand geltend machen können.

Nutzen Sie auch unsere Tipps zum Sparen der Grunderwerbsteuer.

4. Das Wohnraumförderungsgesetz (WoFG)

Neben der KfW und den anderen Förderungen, die im Vorangegangenem vorgestellt wurden, gibt es ebenso Maßnahmen, die Geringverdienern die Wohnungssuche erleichtern sollen.

Mit dem Inkrafttreten des Wohnraumförderungsgesetzes 2001 wurde der soziale Wohnungsbau neugestaltet und den heutigen Bedürfnissen angepasst. Dementsprechend hat der soziale Wohnungsbau sich zur sozialen Wohnraumförderung weiterentwickelt.

Gemäß des Wohnraumförderungsgesetz soll Folgendes staatlich subventioniert werden:

  1. Wohnungsbau, einschl. des erstmaligen Erwerbs von Wohnraum innerhalb von 2 Jahren nach Fertigstellung

  2. Verstärkte Modernisierung von Wohnräumen

  3. Erwerb von Belegungsrechten an bestehenden Wohnraum

  4. Erwerb von bestehendem Wohnraum

5. Baukindergeld: Unterstützung für Familien

CDU/CSU und SPD haben erst kürzlich vereinbart, dass Familien im Zuge der geplanten Wohnraumoffensive eine besondere Unterstützung erfahren. Laut Koalitionsvertrag soll ein Baukindergeld in Höhe von 1200 Euro pro Jahr und pro Kind über einen Zeitraum von 10 Jahren veranschlagt werden.

Das Maximaleinkommen des Haushalts darf dabei den Bruttobetrag von 90.000 Euro nicht überschreiten. Dieses Limit wird mit jedem weiteren Kind um 15.000 Euro erhöht. Ein Haushalt mit drei Kindern würde demnach über 10 Jahre eine Förderung von 36.000 Euro beziehen können. Vorausgesetzt, dass das Bruttoeinkommen nicht den Betrag von 120.000 Euro übersteigt.


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