Die nötigen Dokumente für einen Hausverkauf

Eine Befragung von McMakler hat ergeben, dass wenige Eigentümer, die vor dem Hausverkauf stehen, Bescheid wissen, welche Dokumente von Nöten sind, um den Verkaufsprozess abzuschließen. Erfahren Sie hier alles über die wichtigsten Papiere, die Sie vor der Beauftragung eines Maklers zur Hand haben sollten.

Vor dem Hausverkauf müssen Verkäufer und Makler eine Menge Dokumente sammeln

1. Unwissenheit führt zur Unvollständigkeit

Eine von McMakler durchgeführte Umfrage ergab: Jeder zweite Makler gibt an, dass lediglich 0 bis 20 Prozent seiner Kunden wissen, welche Dokumente vor dem Hausverkauf vorgelegt werden müssen.

Diese Unwissenheit führt zur Verzögerung des Verkaufsprozesses, da die Beschaffung der jeweiligen Papiere Zeit in Anspruch nehmen kann. In den folgenden Absätzen erfahren Sie, welche die wichtigsten Dokumente sind, die im Vorfeld vorliegen sollten.

2. Grundrisse, Lage- und Flurplan der Immobilie

Der Grundriss ist eine zeichnerische, zweidimensionale Aufsicht des Hauses oder der Wohnung. Aus dem Grundriss kann man essenzielle Informationen über die Raumaufteilung, die Größe der jeweiligen Räume und deren Öffnungen, Fenster und Türen entnehmen. Mit der Hilfe des Grundrisses kann der Käufer sich ein aussagekräftiges Urteil über das Verkaufsobjekt bilden, noch bevor er es tatsächlich betritt.

Die Inhalte des Lageplans regelt die sogenannte Baulagenverordnung. Aufgrund der Länderhoheit bei der Baulagenverordnung variiert der Inhalt der Lagepläne von Bundesland zu Bundesland. Inhalte des Lageplans können sein:

  • Lage des Grundstücks zur Nordrichtung

  • Bezeichnung des Baugrundstücks

  • Größe und Höhenlage des Baugrundstücks

  • Flurstücknummer und Flurstückgrenzen

  • Eigentümerangaben

  • Bebauungsplan des Grundstücks

  • Erlaubte Art und Nutzung

  • Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen

  • Bezeichnung der benachbarten Grundstücke

Der amtliche Lageplan ist sowohl in analoger, als auch in digitaler Form beim zuständigen Katasteramt oder dem zuständigen Vermessungsamt erhältlich.

Die Flurkarte hingegen ist eine amtliche Karte und wichtiger Bestandteil des Grundbuchs. Auf ihr sind alle Grundstücke und Immobilien, also alle unbeweglichen Gegenstände, verzeichnet. Diese Grundstücke werden auch als sogenannte Flurstücke bezeichnet, die Immobilien hingegen als Liegschaften. Die Flurkarte spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der zu entrichtenden Grundsteuer. Ebenso wie der Lageplan, ist auch die Flurkarte bei der zuständigen Vermessungsbehörde einsehbar.

3. Der Energieausweis

Wer eine neue Immobilie erwirbt, hat natürlich großes Interesse daran zu erfahren, wie viel Energie er zum Betreiben oder Beheizen dieser verbrauchen wird.

Sollte der Energieverbrauch des Verkaufsobjekts hoch sein, so kann das den Marktpreis erheblich senken. Schließlich muss der Käufer damit rechnen möglicherweise kostspielige Modernisierungen vornehmen zu müssen.

Ein ausgestellter Energieausweis gilt so lange, wie die Immobilie nicht verändert wird und der Verbrauch dementsprechend gleichbleibt. Mehrere Instanzen sind dazu befugt, Ihnen einen Energieausweis auszustellen. Energieberater, geschulte Handwerker und Architekten können z. B. Abhilfe schaffen. Sie können auch bequem von zu Hause aus, online einen Energieausweis beantragen.

4. Bei Wohnungsverkäufen: Protokolle von Eigentumsversammlungen

Über die Entscheidungen, welche bei einer Eigentumsversammlung gefällt werden, ist ein Protokoll zu erstellen. Wer genau dieses Protokoll anzufertigen hat, ist zwar nicht gesetzlich geregelt, doch gibt es bestimmte Regularien bezüglich des Inhaltes:

  • Bezeichnung der Eigentümergemeinschaft

  • Versammlungsort und Uhrzeit

  • Benennung der anwesenden Teilnehmer

  • Anzahl der vertretenden Stimmen

  • Zu behandelnde Tagesordnungspunkte, einschließlich etwaiger Beschlussanträge

Falls nicht vorhanden, sollten die Protokolle der Eigentümerversammlung von dem jeweiligen Verwalter der Immobilie einholbar sein.

5. Die Teilungserklärung

Die Teilungserklärung ist im deutschen Wohnungseigentumsrecht geregelt. Es beschreibt das Recht des Eigentümers der Immobilie gegenüber dem Grundbuchamt, dass das Eigentum in verschiedene Miteigentumsanteile geteilt werden darf. Diese verschiedenen Teile können dann einzeln vermietet werden. Sie ist also für Verkaufsvorgänge, bei denen das Objekt an mehrere Parteien vermietet wird, von Bedeutung.

Sofern die Teilungserklärung nicht im Grundbuchamt hinterlegt ist, kann ein Rechtsanwalt dabei helfen, eine Teilungserklärung zu beschaffen.

Sollten Sie im Vorfeld all diese Dokumente griffbereit haben, so können Sie davon ausgehen, dass die wichtigsten Papiere schonmal vorhanden sind. Nun muss nur noch der passende Abnehmer für die Immobilie gefunden werden. Lesen Sie in einem weiteren Ratgeber-Artikel alles darüber, wie man eine Immobilie richtig verkauft, um die Verkaufsdauer Ihrer Immobilie effizient zu verkürzen.


Bildquelle: iStock.com/Kanizphoto


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