Welche Dokumente brauche ich für einen Hausverkauf?

Letztes Update: 16.09.2020

Eine von McMakler durchgeführte Umfrage ergab: Jeder zweite Makler bestätigt, dass lediglich 0 bis 20 Prozent der Kunden wissen, welche Dokumente vor dem Hausverkauf vorgelegt werden müssen. Diese Unwissenheit kann zu nicht unwesentlichen Verzögerungen im Verkaufsprozess führen. Wer sich jedoch gut vorbereitet und wichtige Unterlagen, wie Grundriss, Lageplan und Energieausweis bereithält, fördert so den schnellen und reibungslosen Verkauf seiner Immobilie. Erfahren Sie hier alles über die wichtigsten Unterlagen, die Sie beim Hausverkauf zur Hand haben sollten.

Die Dokumente zum Hausverkauf


1. Grundriss, Lageplan und Flurkarte der Immobilie

Für den Verkauf Ihrer Immobilie sollten Sie den Grundriss, den Lageplan sowie die Flurkarte bereithalten. Diese Dokumente verschaffen Käufern und Maklern einen wichtigen Überblick über die einzelnen Merkmale für den späteren Hausverkauf.

Grundriss

Der Grundriss ist eine zeichnerische, zweidimensionale Aufsicht des Hauses oder der Wohnung. Er enthält essenzielle Informationen über die Raumaufteilung, die Größe der Räume und deren Öffnungen, Fenster und Türen. Mithilfe des Grundrisses kann sich der Käufer bereits einen ersten Eindruck vom Verkaufsobjekt machen, noch bevor die eigentliche Besichtigung stattfindet.

Lageplan

Der Lageplan enthält Informationen zu Eigentümer, Nutzung und Art der Immobilie und ordnet das Objekt zeichnerisch in der Umgebung ein. Die Inhalte des Lageplans regelt die sogenannte Bauvorlagenverordnung. Aufgrund der Länderhoheit bei der Bauvorlagenverordnung variiert der Inhalt der Lagepläne von Bundesland zu Bundesland. Inhalte des Lageplans können sein:

  • ΓLage des Grundstücks zur Nordrichtung
  • ΓBezeichnung des Baugrundstücks
  • ΓGröße und Höhenlage des Baugrundstücks
  • ΓFlurstücknummer und Flurstückgrenzen
  • ΓAngaben zum Eigentümer
  • ΓBebauungsplan des Grundstücks
  • ΓErlaubte Art und Nutzung
  • ΓÜberbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen
  • ΓBezeichnung der benachbarten Grundstücke


Der amtliche Lageplan ist sowohl in analoger als auch in digitaler Form beim zuständigen Katasteramt oder dem zuständigen Vermessungsamt erhältlich.

Flurkarte

Die Flurkarte hingegen ist eine amtliche Karte und wichtiger Bestandteil des Grundbuchs. Auf ihr sind alle Grundstücke und Immobilien, also alle unbeweglichen Gegenstände, verzeichnet. Diese Grundstücke werden auch als sogenannte Flurstücke bezeichnet, die Immobilien hingegen als Liegenschaften. Die Flurkarte spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der zu entrichtenden Grundsteuer. Ebenso wie der Lageplan, ist auch die Flurkarte bei der zuständigen Vermessungsbehörde einsehbar.


2. Der Energieausweis

Wer eine neue Immobilie erwirbt, hat natürlich großes Interesse daran, zu erfahren, wie viel Energie er zum Betreiben oder Beheizen des Objekts verbrauchen wird.

Sollte der Energieverbrauch des Verkaufsobjekts hoch sein, so kann dies den Marktpreis erheblich senken. Schließlich muss der Käufer damit rechnen, zukünftig kostspielige Modernisierungen vornehmen zu müssen.
Ein ausgestellter Energieausweis ist ab Erstellungsdatum 10 Jahre lang gültig. Sollten Sie Änderungen an der Immobilie vorgenommen haben, die den Energieverbrauch mindern, lohnt es sich vor dem Verkauf einen neuen Energieausweis zu beantragen. Mehrere Instanzen sind dazu befugt, Ihnen einen Energieausweis auszustellen, dazu gehören Energieberater, geschulte Handwerker und Architekten. Sie können Ihren Energieausweis jedoch auch bequem von zu Hause aus online beantragen.

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3. Bei Wohnungsverkäufen: Protokolle der Eigentümerversammlungen

Über die Entscheidungen, die bei einer Eigentümerversammlung gefällt werden, müssen Protokolle erstellt werden. Wer genau dieses Protokoll anzufertigen hat, ist gesetzlich nicht geregelt, es gibt jedoch bestimmte Regularien bezüglich der Inhalte, die bei einer Eigentümerversammlung festgehalten werden müssen:

  • ΓBezeichnung der Eigentümergemeinschaft
  • ΓVersammlungsort und Uhrzeit
  • ΓBenennung der anwesenden Teilnehmer
  • ΓAnzahl der vertretenden Stimmen
  • ΓZu behandelnde Tagesordnungspunkte, einschließlich etwaiger Beschlussanträge


Falls Sie die Protokolle noch nicht vorlegen können, sollten Sie den jeweiligen Verwalter der Immobilie kontaktieren und die Unterlagen anfordern.


4. Die Teilungserklärung

Die Teilungserklärung ist im deutschen Wohnungseigentumsrecht geregelt und ermöglicht es Eigentümern, ein Mehrfamilienhaus in mehrere Wohnungseinheiten aufzuteilen, die somit einzeln belastet und veräußert werden können. Folgende Dokumente gehören zur Teilungserklärung:

  • der Aufteilungsplan des Gebäudes, in dem Eigentumsanteile, Lage und Größe der Immobilie genauestens festgehalten werden,

  • die Abgeschlossenheitsbescheinigung, welche die Nutzung der einzelnen Einheiten beurkundet und die Gemeinschaftsordnung, in der Rechte und Pflichten der Eigentümer festgelegt sind.

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Sofern die Teilungserklärung nicht im Grundbuchamt hinterlegt ist, kann Sie ein Rechtsanwalt dabei unterstützen, eine Teilungserklärung zu erstellen.


Fazit

Wenn Sie im Vorfeld Dokumente, wie Grundriss, Energieausweis und Teilungserklärung griffbereit haben, können Sie davon ausgehen, dass die wichtigsten Unterlagen vorhanden sind. So können Sie gut vorbereitet in den Hausverkauf einsteigen und Verzögerungen entgegenwirken. Ein reibungsloser Verkaufsprozess wirkt sich auch positiv auf den Verkaufspreis Ihrer Immobilie aus. Für weitere Fragen steht Ihnen Ihr Makler natürlich gerne zur Seite.

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Bildquelle: iStock.com/Kanizphoto
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