Maklercourtage: Honorar für erfolgreiche Immobilienvermittlungen

Letztes Update: 08.09.2020

Makler sind Profis auf dem Gebiet der Immobilienvermittlung. Sie übernehmen die Koordination der einzelnen Verkaufsschritte und verbessern durch Erfahrung und Branchenkenntnis die Erfolgsaussichten auf den Verkauf oder die Vermietung eines Objektes. Sind die Bemühungen von Erfolg gekrönt, wird eine Maklercourtage fällig. Wer diese bezahlen muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab.


Wer eine Immobilie kaufen oder verkaufen, mieten oder vermieten möchte, nimmt häufig die Dienste eines Maklers in Anspruch. Dieser vermittelt nicht nur den Kontakt zum Kauf- oder Mietinteressenten, er erfüllt auch eine ganze Reihe anderer Aufgaben. Wenn Sie einen Makler engagieren, sollten Sie die Maklercourtage in Ihre geplanten Kaufnebenkosten mit einberechnen.


1. Aufgabenspektrum des Maklers

Um eine Wohnung, ein Haus oder auch eine Gewerbefläche möglichst schnell zu verkaufen oder vermieten, erstellt der Makler ein Exposé – also eine detaillierte Beschreibung der Immobilie. Im nächsten Schritt schaltet er Anzeigen in Immobilienportalen oder Zeitungen und organisiert Besichtigungstermine. Auch der abschließende Gang zum Notar, wo beide Parteien den Kaufvertrag unterschreiben, begleitet der Makler häufig. Erfahrene Makler mit einem guten Netzwerk erhöhen die Erfolgschancen und erzielen höhere Verkaufspreise. Sie kennen den Markt genau und schätzen den Verkehrswert einer Immobilie mit Methoden der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) fachmännisch ein.

Der Makler hat seinen Auftrag erfüllt, wenn die Immobilie aufgrund seiner Bemühungen rechtsgültig den Besitzer gewechselt oder der neue Mieter den Mietvertrag unterschrieben hat. Nun hat er Anspruch auf eine Provision. Wie hoch diese sogenannte „Maklercourtage“ ausfällt und wer sie begleichen muss, hängt von speziellen Faktoren ab.


2. Wer zahlt die Maklercourtage beim Verkauf?

Wer beim Verkauf einer Immobilie die Maklerkosten tragen muss, ist seit diesem Jahr gesetzlich neu geregelt. Am 12. Juni 2020 wurde das neue "Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser" vom Bundestag verabschiedet. Das neue Gesetz besagt, dass die Maklerprovision beim Immobilienverkauf künftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird. Das bedeutet konkret: Die Partei, die den Makler beauftragt hat, übernimmt mindestens die Hälfte der anfallenden Maklerprovision. Das Gesetz wird am 23. Dezember 2020 bundesweit in Kraft treten. Die Neuregelung gilt ausschließlich für selbst genutzte Immobilien - nicht aber für Anlageimmobilien und Gewerbeimmobilien.

Derzeit übernimmt in einigen Bundesländern wie Hamburg, Berlin, Brandenburg und Bremen üblicherweise noch der Käufer die gesamten Vermittlungsgebühren. In anderen Bundesländern teilen sich Käufer und Verkäufer die anfallende Maklercourtage. Trägt der Verkäufer die Kosten des Maklers, spricht man von einer Innenprovision. Begleicht der Käufer das Honorar, handelt es sich um eine sogenannte Außenprovision. Wie hoch die Maklercourtage in den einzelnen Bundesländern derzeit ausfällt, können Sie der untenstehenden Tabelle entnehmen.

Info

Neuregelung der Maklerprovision

Aktuelle Informationen zur Neuregelung der Maklerprovision finden Sie in unserem Ratgeber Maklerprovision 2020 sowie in unserem Ratgeber zur Verteilung der Maklerkosten.

Tipp 1: Käufer einer Immobilie, die diese nicht selbst bewohnen, sondern vermieten, können Maklergebühren im Rahmen der sogenannten „Anschaffungskosten“ in der Steuererklärung angeben und so Steuern sparen.

Tipp 2: Verkäufer einer Immobilie, die innerhalb von zehn Jahren (Spekulationsfrist) ein Objekt veräußern, müssen den Gewinn aus dem Verkauf versteuern. Gleichzeitig können sie Maklergebühren beim Hausverkauf steuerlich geltend machen.

Tabelle: Kostenverteilung Maklercourtage pro Bundesland

BundeslandProvisionshöhe: Prozentualer Anteil am VerkaufspreisAnteil KäuferAnteil Verkäufer

Baden-Württemberg

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Bayern

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Berlin

7,14 %

7,14 %

0 %

Brandenburg

7,14 %

7,14 %

0 %

Bremen

5,95 %

5,95 %

0 %

Hamburg

6,25 %

6,25 %

0 %

Hessen

5,95 %

5,95 %

0 %

Mecklenburg-Vorpommern

5,95 %

3,57 %

2,38 %

Niedersachsen¹

7,14 % oder 4,76-5,95 %

3,57 % oder 4,76-5,95 %

3,57 % oder 0 %

Nordrhein-Westfalen

7,14 %

3,57-4,76 %

2,38-3,57 %

Rheinland-Pfalz

7,14 %

3,57-4,76 %

2,38-3,57 %

Saarland

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Sachsen

7,14 %

3,57-6,00 %

1,14-3,57 %

Sachsen-Anhalt

7,14 %

3,57-6,00 %

1,14-3,57 %

Schleswig-Holstein

7,14 %

3,57 %

3,57 %

Thüringen

7,14 %

3,57 %

3,57 %


3. Wer übernimmt die Maklerkosten bei der Vermietung?

Anders als beim Immobilienverkauf gelten im Falle der Vermietung und Anmietung von Wohnobjekten bei der Maklercourtage schon länger klare Regeln. Im Jahr 2015 wurde von der Bundesregierung das sogenannte „Bestellerprinzip“ bei der Vermietung von Wohnimmobilien eingeführt. Dieses legt fest, dass derjenige die Maklercourtage entrichten muss, der den Makler beauftragt hat. Dadurch wurden die bisherigen geltenden Regeln auf dem Immobilienmarkt neu geordnet. Zuvor galt: Der neue Mieter muss beim Anmieten der Wohnung oder des Hauses die Courtage übernehmen – auch wenn der Vermieter den Makler bestellt hat. Durch das Bestellerprinzip sollen Mietinteressenten finanziell entlastet werden. Ist es vertraglich festgehalten, können Courtagen in mehreren Raten gezahlt werden. Gewerbeflächen, möblierte Vermietung sowie vorübergehende Vermietung sind hiervon ausgenommen.

Tipp 3: Mieter können eine Maklerprovision steuerlich geltend machen, wenn der Umzug beruflich bedingt ist.

Info

Höhe der Provision bei Vermietung

Bei einer Mietangelegenheit gilt die Regel: Der Makler darf eine Provision in Höhe von bis zu 2,38 Nettokaltmieten fordern.


4. Voraussetzung für das Erfolgshonorar

Damit ein Makler eine Provision einfordern kann, müssen seitens des Maklerbüros verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Diese regelt unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch (§ § 652 ff BGB). Dazu zählen:

  • Das Bestehen eines rechtswirksamen Maklervertrages.
  • Die erfolgreichen Bemühungen des Maklers, welche zu einer Vermittlung der Immobilie geführt haben, so dass daraufhin ein Miet- oder Kaufvertrag zustande gekommen ist.
  • Der Nachweis seiner Vermittlungsbemühungen durch den Makler anhand von Exposés, Internetanzeigen, Besichtigungen des Objektes oder ähnlichem.

Wie groß der Aufwand des Maklers war, spiegelt die Provision nicht wider. Er erhält die vereinbarte Zahlung, egal ob er erst nach mühsamen Vermittlungsversuchen erfolgreich war oder ob es bereits mit dem ersten Interessenten zum Vertragsabschluss gekommen ist. Laufen die Anstrengungen des Maklers hingegen ins Leere und es kommt zu keinem von ihm in die Wege geleiteten Vertragsabschluss, ist auch sein Anspruch auf die Maklercourtage hinfällig (BGB Paragraph 652, Absatz 1).

Welche unterschiedlichen Maklerverträge gibt es?

Wer einen Makler beauftragt, der hat die Wahl zwischen verschiedenen Maklerverträgen. Beim einfachen Auftrag behält der Verkäufer das Recht, weitere Makler mit dem Verkauf seines Objektes zu beauftragen. Dies wird bei einem einfachen Alleinauftrag ausgeschlossen, jedoch behält der Eigentümer das Recht, selbst einen Käufer zu finden. Bei einem qualifizierten Alleinauftrag wird auch diese Option ausgeschlossen, was eine besondere Motivation für den Makler bedeutet.

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Disclaimer

Die Informationen, Empfehlungen und juristischen Erläuterungen in unserem Ratgeber stellen ausschließlich unverbindliche Informationen ohne jede Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit dar. Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne und kann und soll diese nicht ersetzen. Bei Bedarf empfehlen wir gerne einen geeigneten Rechtsanwalt (service@mcmakler.de).