Die Grundsteuer: Eine Reform kommt ins Rollen

Die Grundsteuer deckt circa 10 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen und ist damit eine unabdingbare Finanzierungsquelle.¹ Das Bundesverfassungsgericht entschied am 10.04.2018, dass genau diese Finanzierungsquelle überarbeitet werden muss, da das veraltete Berechnungsverfahren eine massive Benachteiligung für manche Immobilienbesitzer bedeutet.

Der Bodenwert

Der Bodenwert ist in der Immobilienwirtschaft der Wert des reinen, unbebauten Grundstücks. Sollte das Grundstück bebaut sein, geht man bei der Bodenwertermittlung davon aus, dass es freisteht.

Der große Vorteil des Bodenwertmodells ist, dass die zur Bewertung benötigten Bodenrichtwerte bereits flächendeckend vorliegen. Der bürokratisch aufwendige Prozess der Gebäudebewertung wäre somit nicht länger von Nöten.
Experten prognostizieren, dass die Bodensteuer eine positive Wirkung auf den Boden- und sogar den Wohnungsmarkt haben und Impulse zur Bebauung schaffen wird. Man geht davon aus, dass so die Planungsziele der Städte und Gemeinden gestärkt werden. Des Weiteren hat das Bodenwertmodell eine dämpfende Wirkung auf die Bodenpreise. Um im Zuge der Wohnraumoffensive, unter anderem durch das Baukindergeld, dringend benötigte neue Wohnungen und Eigenheime zu schaffen, wird außerdem die Einführung einer Grundsteuer C erwägt, welche ungenutztes Bauland zukünftig stärker besteuern soll.
Es bleibt abzuwarten, welcher der Ansätze sich letztendlich durchsetzt. Seit dem 10.04.2018 steht jedoch schon fest, dass es Veränderung geben wird. Es ist der politische Konsens, dass an einem Gesetzesentwurf gearbeitet werden muss, dessen jahrelange Vernachlässigung zu extrem ungleicher Besteuerung geführt hat.


Leere Innenstadt während des Lockdowns
Blick auf die Europäische Zentralbank.
 Beim Seriellen Bauen können ganze Raumteile industriell vorgefertigt werden
Auch neue Wohnhäuser müssen ab Mai 2022 mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden.