So sehen die Großstädte der Zukunft aus

27.08.18 • Lesezeit: 2:30 Minuten

Prognosen der Vereinten Nationen zu Folge, werden bei derzeitiger Wachstumsrate bis 2050 sieben von zehn Menschen auf der Erde in Städten wohnen. Dies stellt sowohl die Infrastruktur als auch die Architektur vor die Herausforderung, auf die rasant steigenden Einwohnerzahlen zu reagieren. Wir zeigen Ihnen die kreativen Ansätze der Architekten und Stadtplaner rund um den Globus.

Die Städte der Zukunft

Der anstehende Wandel

Um den urbanen Wachstumstrend gerecht zu werden, ist technologischer Fortschritt notwendig. Das Stadtbild der Metropolen muss und wird in Zukunft auf den wachsenden Zufluss an Menschen reagieren.

Vier Faktoren werden bei der zukünftigen Organisation des Stadtlebens besonderes herausfordernd sein: Die Verringerungen der CO2-Emissionen, die Planung des Straßenverkehrs, der demografische Wandel und Bewältigung des Platzmangels.

Die ersten Ansätze für Smart Cities

Der Wandel, der das ehemals handelsübliche Mobiltelefon revolutionierte, erwartet auch unsere Städte. Erste Konzeptionen für die Automatisierung der Verkehrsleitung gibt es bereits.
So sollen beispielsweise Verkehrsüberwachungen dafür eingesetzt werden, eigenständige Alternativrouten zu berechnen, um Staus zu vermeiden. Gleichzeitig sollen Beleuchtungsmittel wie Ampeln auf die aktuelle Wetterlage reagieren können, um durch entsprechende Justierungen Energie zu sparen.
In Paris und Madrid findet man bereits andere Ansätze: Hier gibt es Beispiele sogenannter vertikaler Gärten. Bei diesem Verfahren werden an den Hausfassaden der Gebäude Ranken und anderen Arten von Pflanzen befestigt. Der Vorreiter auf diesem Gebiet ist der französische Botaniker Patrick Blanc. Weitere Projekte dieser Art sind in mehreren Großstätten weltweit geplant.

Der Pionier großstädtischer Zukunftsarchitektur

Der belgische Architekt Vincent Callebaut ist einer der Taktgeber in Sachen grüner Architektur. Die Liste seiner Projekte beinhaltet Hausinseln aus recycelten Meeresabfall und Algen in Rio de Janeiro, die Errichtung drei vertikaler Wälder an den Gare Maritime in Brüssel, Kohlenstoffdioxid absorbierende Türme in Taiwan und vieles mehr.
Sein bekanntestes Projekt dürfte jedoch „2050 Paris Smart City" sein, bei dem unter anderem Sonnenlicht großflächig eingesetzt werden soll, um umweltfreundlichen Strom zu erzeugen. Des Weiteren sind gleich acht CO2-absorbierende Türme geplant, deren Umsetzung allerdings noch fraglich ist.

Info

Smart City Initiative in Deutschland

Auch in Deutschland sind Projekte ähnlicher Natur zu finden: So bestehen Pläne die denkmalgeschützte Paketposthalle Münchens umzugestalten. Dies soll durch die Ergänzung eines Betonspannbogens über die Halle geschehen, auf dem Wohnraum und Grünanlagen errichtet werden können.

Zukunftsstadt

Elektrischer Straßenverkehr aus Schweden

Speziell in Malmö wurden Initiativen und Bemühungen, die Elektroautos und andere elektrische Transportmittel fördern, intensiviert. In Schweden gibt es unter dem Namen „Projekt Hyllie“ sogar erste voll-elektrische Bahnen, die einen emissionsfreie Fahrt innerhalb des gleichnamigen Stadtteils ermöglichen.
In Schweden findet man auch eine Vielzahl öffentlicher Ladeplätze für Elektroautos, die durch Solar- und Windenergie Ökostrom erzeugen.

Luxusgut Platz

Durch die steigende Anzahl von Menschen muss der vorhandene Platz intelligent genutzt werden. Die ersten Ideen und Strategien zur Shareness, dem gemeinsamen Nutzen von Ressourcen, kommen aus dem asiatischen Raum. Die Architekten Riken Yamamoto und Ryue Nishizawa beeinflussen innovative Konzeptionen für neue Haustypologien und Nutzungsentwürfe.

Das Prinzip der Shareness basiert darauf, dass nur noch der nötigste Raum in Wohnungsbauten einen festen Mieter hat – beispielsweise das Schlafzimmer. Zudem besteht die Möglichkeit sich Räume für Abende anzumieten. Diese Konzepte finden vor allem in Japan und China Anklang, wo man schon jetzt versucht, die hohe Bevölkerungsdichte der Großstädte architektonisch zu bewältigen.

Städte der Zukunft

Die Krankheit einer alternden Gesellschaft

Das global zweitälteste Land dieser Welt ist Deutschland. Bis 2030 wird der Anteil der Bevölkerung der über 80-Jährigen laut Prognosen weiter ansteigen.¹ Experten schätzen den Anstieg von 5 Prozent auf 8,3 Prozent deutschlandweit – Tendenz steigend.

Ein sich daraus resultierendes Problem stellt das Krankheitsbild der Demenz dar, welches in jener Altersgruppe besonders stark vertreten ist. Dies führt zum dringenden Bedarf an alternativen Wohnungskonzepten. In erster Linie wird diese Entwicklung sich allerdings auf die Planung der Straßenverläufe auswirken. So sind beispielsweise T-Kreuzungen in einem verzerrten Raster wesentlich geeigneter zur Orientierung, als gleichförmige Kreuzungen und Straßensysteme mit Sackgassen.

Fazit – Der Trend der Zukunft

Erste Überlegungen für Smart Cities, geringere CO2-Emissionen und Co. wurden bereits angestellt. Mit den zukünftigen Herausforderungen, die in den nächsten Jahrzehnten auf die Architekten und Stadtplaner der Metropolen warten, ist es zu erwarten, dass die Bemühungen intensiviert werden. Die hier vorgestellten Projekte und Überlegungen sind der Beginn eines langwierigen Adaptationsprozesses auf die sich verändernden Bedürfnisse der Stadtbewohner.

Lesen Sie jetzt auch alles zum aktuellen Trend des uweltgerechten Wohnens!


Bildquelle (Header): iStock.com/3000ad

Bild 2: Abendzeitung München

Bild 3: Riken Yamamoto

¹ Vgl. Statista


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