Immobilienboom Metaverse - Lohnt sich die Investition?

Menschen sind dazu bereit, Beträge in millionenhöhe für digitale Grundstücke auszugeben

Dass Immobilien wie Häuser oder Wohnungen als Kapitalanlage besonders sicher gelten, sind keine Neuigkeiten mehr. Investoren sind dazu bereit, sechsstellige Summen für Häuser und Grundstücke auszugeben und dies nicht nur für Immobilien an der marokkanischen Küste, sondern auch in einer Welt, die gar nicht wirklich existiert – im Metaverse. Das Immobiliengeschäft in der dreidimensionalen, virtuellen Welt boomt. Einige Menschen investieren ungeheuerlich hohe Beträge, um beispielsweise Snoop Doggs virtueller Nachbar zu werden. Im Metaverse namens „The Sandbox“ baut sich der Star gerade ein virtuelles Haus. Das Nachbargrundstück wurde dementsprechend für 450 000 US-Dollar verkauft. Doch wieso sind einige Menschen überhaupt dazu bereit, Beträge in Millionenhöhe für etwas auszugeben, das eigentlich gar nicht existiert? Wieso boomt der virtuelle Immobilienmarkt? Und ist eine Investition in den digitalen Immobilienmarkt tatsächlich lukrativ, oder bricht das virtuelle Immobiliengeschäft im Metaverse bald zusammen? Das und mehr erfahren Sie in diesem Artikel!

Was ist überhaupt das „Metaverse“?

Das Metaverse beschreibt eine vernetzte, virtuelle, dreidimensionale Welt, in der die reale und digitale Welt mithilfe von Technologien wie Virtual Reality und Augmented Reality miteinander verschmelzen. Im Grunde genommen bedeutet dies, dass eine zweite, virtuelle Welt für uns erschaffen wird, in der wir genauso leben sollen wie hier auf der Erde. Als digitaler Avatar können wir unsere Freunde treffen, miteinander reden, arbeiten, shoppen und vieles mehr. Die drei größten Metaverse sind zurzeit The Sandbox, Decentraland und Axie Infinity. In diesen virtuellen Welten werden Transaktionen mit einer Kryptowährung monetarisiert. Neben dieser Kryptowährung werden Non-Fungible-Tokens (NFTs) genutzt, um den Austausch von Werten durchzuführen.

Was ist denn jetzt ein NFT?

Non-Fungible-Tokens, auch NFTs genannt, sind das Gegenstück zu einem Fungible Token. Ein Fungible Token ist ein ersetzbares Sachgut. Jedes dieser Tokens hat den gleichen Wert und ist somit untereinander ersetzbar, also fungible. Bitcoin ist beispielsweise ein Fungible Token. Non Fungible Tokens sind allesamt einzigartig, beispielsweise wie ein digitales Kunstwerk. Die Kunstwerke haben nicht exakt den gleichen Wert. Geben Sie ein Kunstwerk weg, ist es nicht garantiert, dass sie tatsächlich ein Kunstwerk im selben Wert erhalten. All dies funktioniert mit Blockchain. Blockchain ist eine Dezentrale Datenbank mit einem speziellen Mechanismus, der es möglich macht, Eigentum eindeutig nachzuweisen und Teilnehmern zuzuordnen. In diesem Artikel können Sie noch mehr über Blockchain und den Immobilienmarkt herausfinden.

Grundstücke in Millionenhöhe: Ein boomender Immobilienmarkt

Im Metaverse ist ein virtueller Immobilienmarkt entstanden, in welchem digitale Immobilien mit einer Kryptowährung gekauft werden können. Im Metaverse „The Sandbox“ wurde beispielsweise ein virtuelles Grundstück im Wert von mehr als 86 Millionen US-Dollar erworben. Auch im Metaverse „Decentraland“ steigen die Preise für digitale Immobilien weiter an. Für 2,4 Millionen US-Dollar wurde in Decentraland im November „Fashion Street Estate“ erworben. Die Preise für Immobilien im Metaverse sind in den letzten Monaten um ca. 500 Prozent gestiegen und laut eines aktuellen Schätzungsberichts des Krypto-Asset-Managers Grayscale soll der Immobilienmarkt in der virtuellen Welt sogar zu einem Milliarden-Dollar Geschäft heranwachsen. Es haben sich ebenfalls Immobilienunternehmen gebildet, die die Grundstücke in der digitalen Welt kaufen. Das Immobilienunternehmen "Metaverse Properties" besitzt die Hälfte aller digitalen Grundstücke im Metaverse.

Wie auch in der realen Welt fungiert das digitale Land als Investition. Sie können auf Ihrem erworbenen Stück Land bauen, es vermieten und auch weiterverkaufen. Als Eigentumsnachweis dienen dabei NFTs, die als Eigentumsurkunden fungieren.

Im Metaverse ist ein virtueller Immobilienmarkt entstanden, in welchem digitale Immobilien mit einer Kryptowährung gekauft werden können

Lage, Lage, Lage

Genau wie in der realen Welt wird auch der Wert der virtuellen Grundstücke durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Deswegen gibt es im Metaverse nur eine begrenzte Anzahl digitaler Immobilien, wie etwa die 90.000 Grundstücke im Decentraland. Wie auch bei „echten“ Immobilien spielt die Makro- und Mikrolage im Metaverse eine entscheidende Rolle, wenn es um den Wert der virtuellen Immobilie geht. Wollen Sie eine digitale Immobilie im Metaverse kaufen, müssen Sie sich beispielsweise fragen, in welches der Metaverse Sie investieren. Setzt sich nämlich eines der Metaverse langfristig nicht durch, so werden dort die virtuellen Immobilien und Grundstücke keinen Wert mehr haben.

Genau wie in unserer realen Welt ist auch die Lage der digitalen Immobilien für den Wert bedeutend. Wollen Sie eine wertvolle, digitale Immobilie besitzen, müssen Sie in der richtigen und angesagten Nachbarschaft kaufen. Aus diesem Grund konnte auch das Nachbargrundstück neben Snoop Doggs virtueller Villa für eine extrem hohe Summe verkauft werden. Allerdings fällt der Aspekt der Lage nicht so stark ins Gewicht wie in der realen Welt, da sich die großen Distanzen via Teleportierung per Mausklick ganz leicht und schnell überwinden lassen.

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Doch es stellt sich nach wie vor die Frage, wieso einige Menschen überhaupt so wild darauf sind, eine digitale Immobilie zu besitzen? Wäre es nicht viel sinnvoller, die Millionen gleich in eine reale Immobilie zu investieren, die auch wirklich genutzt werden kann?

Ready Player One: Eine zweite Welt

Das Metaverse soll in Zukunft zu etwas wie einer zweiten Welt werden. Genau wie im Film „Ready Player One“, in dem die Menschen vor ihrem tristen Alltag in die virtuelle Welt von OASIS flüchten, sollen wir im Metaverse so etwas wie ein zweites Leben führen können. Als Avatar sollen wir dort einkaufen gehen, Immobilien kaufen und bauen, das Haus einrichten und sogar Leute einladen können. Bereits jetzt hat sich das Metaverse zu einem Hot-Spot für gesellschaftliche Aktivitäten entwickelt. Stars wie Justin Bieber und Ariana Grande hielten bereits virtuelle Auftritte im Metaverse, Paris Hilton schmiss sogar eine ganze Silvesterparty auf ihrer digitalen Insel.

Im Metaverse sollen wir alles genau wie in der realen Welt machen können: Einkaufen, Häuser kaufen und diese einrichten.

Das Metaverse und der digitale Immobiliensektor eröffnen somit neue Finanzierungs- und Investitionsmöglichkeiten. Wollen Sie nicht selbst ein Grundstück kaufen oder eine Immobilie bauen, können Sie auch bei einem Immobilienfond Miteigentümer werden. Auch ein virtueller Mietmarkt soll entstehen.

In Zukunft sollen auch Unternehmen virtuelle Geschäftsadressen haben. Die Zeiten von Zoom und Co. werden lang der Vergangenheit angehören, denn wir werden alle Konferenzen in der virtuellen Welt als Avatar halten können. Doch wird sich dies auch langfristig durchsetzen? Haben wir Menschen das Bedürfnis nach einer zweiten, digitalen Welt? Was geschieht mit den Immobilien, wenn das Metaverse sich nicht durchsetzt?

Immobilienblase im Metaverse: Ist das Metaverse mit Chinas Immobilienkrise vergleichbar?

Über 65 Millionen Wohnungen in China stehen leer. Wohnung werden dort primär mit der Absicht gebaut, um sie teuer weiterzuverkaufen, obwohl es keine Nachfrage danach gibt. Dies führt dazu, dass die Immobilienpreise extrem aufgebläht sind, es jedoch ganze Geisterstädte voller leerstehender Immobilien gibt.

Ein ähnliches Szenario können wir gerade im virtuellen Metaverse beobachten. Die Preise für die digitalen Immobilien und Grundstücke in den größten virtuellen Welten Decentraland, Axie Infinity und The Sandbox sind ähnlich hoch wie in der realen Welt. Jedoch lebt dort bis jetzt kaum jemand. Voraussetzung dafür, dass im Metaverse keine Immobilienblase entsteht, ist dass sich das Metaverse dauerhaft durchsetzen kann, mehr und mehr Menschen die virtuelle Welt „bewohnen“ und somit lebhafte Volkswirtschaften entstehen. Die Nutzer müssen viel Zeit im Metaverse verbringen und viel Geld hineinstecken, damit die virtuelle Immobilienspekulation aufgeht. Zusätzlich gibt es jedoch auch noch das Problem, dass die virtuelle Welt unendlich groß ist. Das heißt, unendlich viele virtuelle Immobilien könnten einfach hinzugefügt werden. Da das Metaverse noch relativ neu ist, ist es zurzeit jedoch noch unklar, wie damit umgegangen werden wird.

 In China werden Wohnungen primär mit dem Ziel gebaut, teuer weiterverkauft zu werden. So blähen sich die Immobilienpreise extrem auf.

Das große Problem mit Immobilien im Metaverse

Obwohl die Werte für die virtuellen Immobilien im Metaverse gerade steigen und das Geschäft äußerst lukrativ wirkt, bleibt die Immobilieninvestition spekulativ. Niemand kann sich sicher sein, ob dies tatsächlich der nächste große Immobilienboom, oder doch die nächste große Immobilienblase wird. Das große Problem mit dem Metaverse ist dabei, dass die virtuelle Welt unbegrenzt ist. Eine unendliche Anzahl an virtueller Paralleluniversen könnte gebaut werden, wodurch das Risiko besteht, in das Falsche zu investieren. Eine digitale Immobilie im Metaverse zu kaufen ist im Grunde das gleiche wie eine Immobilie in Berlin Mitte zu kaufen, außer dass einfach irgendjemand unendlich viele Berlin Mittes erstellen könnte. Nun stellt Sie sich die Frage, in welches der zahlreichen Berlin Mittes investieren Sie? Und was ist, wenn das Berlin Mitte, in das Sie letztendlich investieren, nicht so sehr aufblüht wie ein anderes? Im Endeffekt wäre Ihre Immobilie wertlos.

Ebenfalls unterliegt die Kryptowährung, mit denen die NFTs vergütet werden, starken Schwankungen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Metaverse noch zu jung, um entscheiden zu können, ob eine Investition sich dort als lukrativ oder als Fehlentscheidung entpuppt. Die Antwort auf diese Frage lässt sich erst dann beantworten, wenn die digitale Welt etwas weiterentwickelt ist. Schließlich hängt alles davon ab, ob sich das Metaverse letztendlich bei Usern dauerhaft durchsetzen kann, oder eben nicht.

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