Wie gründerfreundlich ist Ihre Stadt? Diese Antwort haben Sie nicht erwartet!

Letztes Update: 23.11.2021

Die Entscheidung, wo das Start-Up aufgebaut werden soll, soll gut überlegt sein

Der Businessplan ist in Stein gemeißelt, die tausendmal überdachte und neu-überarbeitete Idee ist endlich marktreif und die Freude darauf, ins Abenteuer Gründung stürzen zu können, ist groß. Heutzutage beschließen mehr Menschen als je zuvor, sich zum eigenen Chef zu machen und ein Start-Up zu gründen. In Berlin entstehen jeden Tag zwei neue Unternehmen. Kein Wunder, denn Deutschland liegt auf Platz Eins der gründerfreundlichsten Länder der EU. Insgesamt wurden rund 542.200 neue Unternehmen im Jahre 2020 gegründet.
Neben einem wasserdichten Businessplan, einer originellen Idee, Investoren und einem gewissen Startkapital spielt auch der Standort des Start-Ups eine entscheidende, aber oft übersehene Rolle. Vom Standort der nagelneuen Firma hängt nicht nur ab, wie nah die frischgebackenen Entrepreneure den Kunden, ihren Mitarbeitern und Geldgebern sind, sondern er prägt auch das Image des Unternehmens. Die meisten jungen Gründer und Gründerinnen wollen sofort in der Großstadt loslegen. Doch was selbst die Besten und Motiviertesten vergessen ist, dass gerade in der Startphase wenig Kapital vorhanden ist. So sind Mittelstädte oft die bessere Wahl, wenn es um den Standort eines Start-Ups geht.

Doch für welche Stadt aus der scheinbar unendlich großen Auswahl sollen sich Gründer und Gründerinnen nun entscheiden? In diesem Artikel erfahren Sie, in welcher Stadt sich eine Gründung lohnt.

Welche Stadt soll es sein? Ein Ranking überrascht

In welcher Stadt das nagelneue Start-Up angesiedelt werden soll, ist keine leichte Entscheidung. Doch ein Ranking hilft weiter: Die Plattform Weltsparen führte eine Studie durch, in der deutsche Städte nach ihrer Attraktivität für Gründer analysiert wurden. Dabei spielten folgende Faktoren eine Rolle:

  • BIP des Bundeslandes

  • Einwohnerzahl

  • Anzahl der Suchanfragen bei Google, die sich auf die Unternehmensgründung beziehen

  • Maßstab für den Gründungswillen

  • Durchschnittliche Büromiete pro Arbeitsplatz

  • Durchschnittliches Gehalt für Vollzeitkraft

Lesetipp: Sie wollen in eine Gründerstadt investieren? In diesen Städten steigen die Kaufpreise besonders!

Nordrhein-Westfalen ist das beste Bundesland für Gründer

Wenn es um die besten Städte für Gründer geht, denken die meisten Menschen sofort an Berlin. Doch sie liegen falsch: Deutschlands Hauptstadt belegt gerade Mal Platz 21 der Rangliste der besten Städte für Gründer. Unerwartet? Es geht noch weiter: Tatsächlich liegen fünf der Top 10 gründerfreundlichsten Städte in Nordrhein-Westfalen.

Auf Platz 1 liegt dabei Dortmund, der Hotspot für die Startup-Szene im Ruhrgebiet. Zuvor lag der Schwerpunkt hier auf technologieorientierter Gründung, jedoch wird nun auch das Social Entrepreneurship immer präsenter. Neben hoher Lebensqualität, moderater Lebensunterhaltkosten und überschaubaren Mieten für Bürozimmer machen auch relativ günstige Monatsgehälter die Stadt zu einem wahren Traum-Hub für Gründer. Seit Jahren werden motivierte Gründer mit den Gründerwettbewerben start2grow gefördert.

 Dortmund ist die beste Stadt für Gründer

Was ist Social Entrepreneurship?

Bei Social Entrepreneurship, auch soziales Unternehmertum genannt, handelt es sich um unternehmerische Tätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, innovativ und langfristig Lösungen für soziale Probleme zu finden.

Von allen Städten unter den Top 10 gründerfreundlichsten Städten hat Münster die günstigsten Mieten für Bürozimmer.

Platz 4 der besten Städte für Gründer belegt die Stadt Münster. Zahlreiche Netzwerke und Förderprogramme sind darauf ausgerichtet, die Gründer von Morgen zu unterstützen. Ein Plus: Von allen Städten unter den Top 10 hat Münster die günstigsten Mieten für Büroräume.

Auch Duisburg und Köln, jeweils auf Platz sechs und sieben, sind nennenswerte Gründerstädte in Nordrhein-Westfalen. Köln dürfte keine Überraschung sein: Die Domstadt ist nicht nur für den Karneval, sondern auch für die zahlreichen Digitalevents für Gründer bekannt, darunter die Marketingmesse Dmexco, die Webkonferenz Advance und das Gründerfest Pirate Summit. Hier gibt es beste Bedingungen für angehende Gründer: Der Flughafen Köln/Bonn macht Köln international perfekt erreichbar, die Branchenvielfalt ist enorm und die Ballungsräume Düsseldorf, Bonn und das Ruhrgebiet liegen in direkter Nähe.

Ein Start-Up im Süden Deutschlands gründen

Wer lieber im Süden lebt, kann sich freuen: Baden-Württemberg und Bayern sind tapfere Mitstreiter, wenn es um die besten Bundesländer für Gründer geht. Karlsruhe, auch das „Silicon Valley des Südwestens“ genannt, liegt auf Platz 3 der attraktivsten Städte für Gründer. Für die Techniker in der Gründerszene ist Karlsruhe eine wahre Schatztruhe: Seit langem ist die Stadt Pionier in der IT-Gründerszene. Kein Wunder, dass sie unter den Top 5 der besten IT-Wirtschaftsstandorte der Europäischen Union ist.

Das ebenfalls in Baden-Württemberg liegende Freiburg schafft es auf Platz 5 der besten Städte für die Gründung eines Start-Ups.

Karlsruhe ist vor allem in der IT-Gründerszene stark etabliert

Auf Platz 8 und 9 liegen jeweils zwei bekannte Großstädte: Stuttgart und München. Stuttgart rankt dabei vor München. Dies mag auf den ersten Blick überraschend erscheinen, weniger jedoch, wenn die beiden Standorte genauer unter die Lupe genommen werden: Starke Infrastruktur, hohe Kaufkraft und ein ausgesprochen guter Arbeitsmarkt zeichnen die baden-württembergische Hauptstadt aus. In München dagegen sind hohe Mieten und Löhne zu erwarten, ein eindeutiges Minus wenn es darum geht, eine Firma mit wenig Startkapital aufzubauen. Jedoch ist München auch Heimat der Technischen-Universität (TUM), welche die beste Gründerhochschule Deutschlands ist. Das Gründerzentrum UnternehmerTUM, das größte in Europa, hat seit 2002 über 100 Start-Ups auf den Weg gebracht.

München ist aufgrund der hohen Mietkosten nicht für Gründer mit wenig Startkapital geeignet

Der Norden ist für die Gründer von morgen

Wer ernsthaft über das Gründen eines Unternehmens nachdenkt, sollte den Norden Deutschlands als potenziellen Standort nicht missen. Hannover ist nicht nur UNESCO City of Music, sondern auch die zweitbeste Stadt für Gründer eines Unternehmens. Über 49.300 Unternehmen sind mittlerweile in der Region Hannover registriert. Begünstigt wird das Unternehmertum hier durch die angenehmen, moderaten Lebensunterhaltskosten und die geringen Mietpreise für Büroräume. Für angehende Gründer gibt es hier viele Fördermöglichkeiten, von Learnlab bis hin zum Gründerwettbewerb Startup-Impuls.

Kiel hat zwar alle Vorzüge der Großstadt, bleibt aber überschaubar

Auf dem zehnten Platz der besten Städte liegt Kiel. Zurecht hat die Stadt einen Platz auf dem Siegertreppchen verdient, denn sie hat sowohl alle Vorzüge einer Großstadt, bleibt aber überschaubar und nicht zu teuer.

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Ein Start-Up gründen - auch außerhalb der Großstadt möglich

Nicht nur in Berlin, Frankfurt und Köln können erfolgreiche Start-Ups gegründet werden. Die Weltsparen-Studie hat gezeigt, dass auch teilweise unscheinbare und unerwartete Städte perfekt für ein Start-Up geeignet sind. Wenn Sie ernsthaft über eine Gründung nachdenken oder in eine gründerfreundliche Stadt investieren möchten, gibt es zahlreiche, vielversprechende Alternativen zu den allbekannten Großstädten.

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