Die Bauzinsen steigen: Was wird jetzt aus dem Traum vom Eigenheim?

Letztes Update: 16.06.2022

Die steigenden Bauzinsen lassen Kaufinteressenten in Deutschland aktuell zögern, den Traum eines Eigenheims zu verwirklichen

Die Folgen der Corona-Pandemie sind weiterhin spürbar. In der Ukraine herrscht Krieg, das allgemeine Preisniveau steigt, wir erleben eine spürbare Inflation. Nach langen Jahren der Nullzinspolitik hebt die EZB daher die Leitzinsen im Juli um 0,25 Prozent an. Diese Entwicklungen wirken sich auf die Bauzinsen in Deutschland aus, hier waren in den letzten Wochen große Sprünge zu verzeichnen. Viele Menschen fürchten jetzt, dass die Finanzierung ihrer Traumimmobilie schwieriger oder sogar zu teuer für sie wird. Sind die Aussichten für Käuferinnen und Käufer auf dem Immobilienmarkt wirklich so düster? Wir bei McMakler wagen eine differenziertere Diagnose.

Wie hoch ist der Anstieg der Bauzinsen?

Noch kurz nach Jahreswechsel konnten Immobilienfinanzierungen mit Zinsen von um die 1 % p.a. abgeschlossen werden, im Mai mussten viele Interessenten schon mit bis zu 3 % p.a. rechnen. Diese Verdreifachung der Kosten fürs Darlehen führt dazu, dass viele befürchten, sich die geplante Finanzierung ihrer Immobilie nicht mehr leisten zu können.

Sollten Kaufinteressenten angesichts steigender Kreditpreise auf bessere Zeiten warten?

Der Fokus auf die steigenden Zinsen bildet jedoch nur einen Teil der Entwicklung auf dem Immobilienmarkt ab. Höhere Zinsen tragen nicht unbedingt dazu bei, dass der Preis für eine Immobilie insgesamt steigt – vielmehr bedeuten die höheren Kreditkosten, dass neuer Raum für Preisverhandlungen entsteht. Der Markt wird höchstwahrscheinlich auf die angezogenen Stellschrauben der Währungshüter reagieren. Die teilweise sehr hohen Kaufpreise wurden bisher nur aufgrund der niedrigen Zinsen akzeptiert.

Sollte man sich jetzt trotzdem eine Immobilie kaufen?

Aufgrund der gebremsten Nachfrage und des Zögerns, das Kaufinteressierte in Deutschland angesichts steigender Zinsen an den Tag legen, bieten sich jetzt zweierlei Strategien an. Wenn Sie planen, eine Immobilie zu kaufen, haben Sie mehr Zeit, die Finanzierung Ihres Traums gründlich zu planen.
Mit dem Wettbewerbsvorteil einer gesicherten Finanzierung wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Sie im entscheidenden Moment den Zuschlag für Ihre Wunschimmobilie bekommen. Das ist in dieser Zeit der Unsicherheit auf dem Markt andererseits eine Strategie, um sich durchzusetzen: schnell sein. Wenn Sie den Erwerb einer Immobilie jetzt in Angriff nehmen, können Sie sich gegen jene durchsetzen, die vor plötzlichen Veränderungen auf dem Markt zurückschrecken und vom Immobilienkauf zunächst Abstand nehmen.

Infolge des Zinswachstums wird es auf dem umkämpften Immobilienmarkt ruhiger

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Immobilienkredite: Normalisiert sich das Zinsniveau?

Die Null-Zins-Politik der letzten Jahre hat nicht nur zu einem Boom der Immobilienbranche geführt, sondern auch die Angst vor dem Platzen einer Spekulationsblase genährt. Nun nehmen die Zinssätze bei Baukrediten wieder “gesündere” Niveaus an. Die über Jahre voreilig gefeierten billigen Preise für Immobilienkredite waren nicht nachhaltig. Der derzeitige Anstieg der Zinsen entspricht daher weniger einer Preisexplosion als einer überfälligen Normalisierung der Preise für Finanzprodukte. Die Zeiten, in denen die monatliche Tilgung des Immobilienkaufkredits günstiger war als die Miete des entsprechenden Objekts, sind nun allerdings weitestgehend vorbei.

Anlagevorteile

Nicht zuletzt gilt weiterhin, dass die Tilgung eines Immobilienkredits immer in den Vermögensaufbau fließt. Sind die Schulden abbezahlt, kann mit einer Immobilie passives Einkommen generiert werden. Ein genereller Ausschluss von Immobilieninvestition aufgrund höherer Kreditzinsen kann daher langfristig gesehen Nachteile im Vermögensaufbau mit sich bringen.

Die Bauzinsen steigen aktuell, was im zeitlichen Kontext als Normalisierung gewertet werden kann

Kein Grund zur Panik

Die zuletzt stark ansteigenden Bau- und Immobilienzinsen sind kein Grund, in Schockstarre zu verfallen. Es zeigt sich: Die Deutschen glauben auch weiterhin ans Eigenheim. Ein weitverbreitetes Zögern von Kaufinteressierten erhöht das Angebot auf dem Immobilienmarkt und sorgt für neue Möglichkeiten, auch infolge von Preissenkungen seitens von Verkäuferinnen und Verkäufern. Es hilft, sich vor Augen zu führen, dass die vergangenen zwei Jahrzehnte mit ihren niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt historisch eher als Ausnahmefall zu bezeichnen sind und die neuesten Entwicklungen eine normalisierende Tendenz haben. Trotz der gegenwärtigen allgemeinen Aufregung lohnt es sich, die Investition in eine Immobilie sorgfältig zu prüfen. Wer sich mit einer soliden Finanzierung auf die Suche nach seiner Traumimmobilie macht, kann die Gunst der Stunde für sich nutzen.

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