Haus winterfest machen – Tipps für Immobilienbesitzer

16.10.18 • Lesezeit: 4:40 Minuten

Frost, Schnee und Hagel können im Winter zu einer Belastungsprobe für jedes Haus werden und bei mangelnder Vorbereitung schwere Schäden verursachen. Was ist vor dem Wintereinbruch zu tun und was sind die häufigsten Schwachstellen? Wir geben Antwort.

Ein winterfestes Haus

Vorbereitungen im Haus

Die Vorkehrungen im Haus zur Vorbereitung auf den Winter können größtenteils eigenständig erledigt werden und gehören zu den wichtigsten Aufgaben, um die Kälte im Winter draußen zu halten.

Die Heizungsanlage

Eine grundlegende Maßnahme ist die Überprüfung der Heizungsanlage. Um die Immobilie bestmöglich auf den Winter vorzubereiten, sollten bei der Heizung folgende Punkte geprüft werden:

  • Heizungsanlage warten: Um sicherzustellen, dass die Anlage funktionstüchtig ist und wirtschaftlich arbeitet, sollte sie einmal im Jahr und vor Beginn der Heizperiode von einem Fachmann gewartet werden. Das ist wichtig, damit die Räume zuverlässig und günstig auf optimale Temperaturen erwärmt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt es sich, die Heizungsanlage zu modernisieren.

  • Heizkörper entlüften: In der Regel können Hausbesitzer die Heizkörper selbstständig entlüften. Dadurch wird dafür gesorgt, dass das warme Wasser optimal durch die Heizrohre und -körper fließen kann.

  • Wasserdruck prüfen: Wenn das Leitungssystem der Heizungsanlage nicht vollständig mit Wasser gefüllt ist, wird nicht ausreichend Wärme in die Wohnräume geleitet. Daher sollte jeweils zu Beginn und zum Ende der Heizsaison der Wasserdruck geprüft werden. Sollte der Wasserdruck nicht mehr den Vorgaben des Herstellers entsprechen, muss das Wasser unbedingt aufgefüllt werden.

  • Heizkörper reinigen: Bevor geheizt wird, sollten die Heizkörper gereinigt werden, da verschmutzte Heizkörper die Heizleistung um bis zu 30 % reduzieren können. Zum Reinigen kann man eine Lamellenbürste oder einen Dampfreiniger verwenden.

  • Bei Ölheizungen: Da die Lieferzeiten für Heizöl insbesondere zu Beginn der Heizperiode sehr lang sein können, sollten Ölheizungen rechtzeitig betankt werden.

Tipp: Richtig heizen im Winter


Auch wenn sich viele durch die steigenden Heizpreise veranlasst fühlen, weniger zu heizen, um Geld zu sparen, ist es keine gute Idee, die Heizung im Winter komplett abzustellen. Wohnräume sollten immer eine Temperatur von mindestens 17 Grad haben. Generell ist es wichtig, alle Räume zu heizen, auch wenn sie selten genutzt werden, damit die Wände nicht zu sehr auskühlen. So kann die Entstehung von Kondensat und letztlich Schimmel verhindert werden.
Nachts auf die Heizung zu verzichten, um Geld zu sparen ist außerdem nicht nur unangenehm, sondern auch ineffektiv. Denn bis die komplett ausgekühlten Räume wieder aufgeheizt sind, dauert es lange. Dadurch sind die nachts gesparten Heizkosten durch das Aufheizen am Morgen wieder weg. Letztendlich kostet es sogar mehr. Sinkt die Temperatur sogar unter den Gefrierpunkt, zum Beispiel bei einer zeitweise leerstehenden Immobilie, können ungeschützte Wasserleitungen gefrieren.

Fenster und Türen

Weitere Schwachstellen im Winter sind Türen und Fenster, da sie schnell zu Eingangstoren für die Kälte werden können. Sind sie undicht, entweicht warme Luft nach draußen und Kälte kann eindringen. Die meisten Immobilien verfügen zwar bereits über zwei- oder dreifach verglaste Fenster, die eine besonders hohe Isolierung bieten. Auch Haustüren sind meist gedämmt. Dennoch sollten sie regelmäßig überprüft werden, da die Dämmung und Isolierung mit der Zeit nachlässt. Um zu verhindern, dass Kälte durch undichte Fenster und Türen eintritt, sollten folgende Dinge beachtet werden:

  • Dichtungen: Sowohl bei Fenstern als auch bei Türen sollten die Dichtungen regelmäßig überprüft werden. Sind sie beschädigt oder liegen nicht richtig an, müssen sie ausgetauscht werden. Dichtungen, die noch in Ordnung sind, können feucht gereinigt werden, um sie von Staub und Sandkörnern zu befreien. Elastische Pflegemittel schützen gegen Vereisen und Risse.

  • Scharniere: Bei Fenstern sollte geprüft werden, ob diese noch fest und luftdicht schließen. Schließen die Fenster nicht mehr zuverlässig und schleift es beim Öffnen und Schließen am Rahmen oder stehen die Fenstergriffe je nach Öffnungszustand nicht mehr genau senkrecht oder waagerecht, müssen die Fensterflügel nachjustiert und die Scharniere überprüft werden. Schwergängige Beschläge sollten geölt werden.



Kamine und Öfen

In der kalten Jahreszeit genießen viele Hausbesitzer die Gemütlichkeit und Wärme des hauseigenen Kamins. Um sicherzugehen, dass dieser auch einwandfrei funktioniert und um gefährliche Brände zu vermeiden, sollte einmal im Jahr ein Fachmann den Kamin oder Ofen inspizieren und gegebenenfalls reinigen.
Verschmutzungen wie Ruß können die Funktion des Kaminofens einschränken, den Schornsteinzug minimieren und sich schlimmstenfalls entzünden. Des Weiteren sollte der Schornstein auf Beeinträchtigungen wie beispielsweise Vogelnester überprüft werden. Diese können dazu führen, dass der Schornstein verschließt und dafür sorgen, dass giftige Gase aus der Verbrennung in den Wohnraum gelangen.
Richtig eingestellte und saubere Verbrennungsöfen minimieren den CO2-Ausstoß und sparen außerdem Energie.
Mit dem Kauf von Brenngut sollte am besten so früh wie möglich begonnen werden, da die Preise schnell ansteigen, sobald die Temperaturen sinken. Während der Sommermonate ist das Brennmaterial besonders günstig.

Vorkehrungen rund ums Haus

Diese Stellen sollten am Haus von außen überprüft werden:

Das Dach

Durch die Witterung ist das Dach besonders anfällig für eventuelle Schäden im Winter. Da Gewitterstürme und Hagelschlag das Dach auch im Sommer beschädigen können, sollte es rechtzeitig vor Wintereinbruch überprüft werden, um den Eintritt von Wasser und Feuchtigkeit und dadurch mögliche Schimmelbildung zu verhindern.

Hausbesitzer sind verpflichtet, ihr Dach regelmäßig von einem Fachmann kontrollieren zu lassen. Ansonsten haften sie für mögliche Schäden, etwa durch herabfallende Ziegel, Steine oder Schindeln. Viele Schadensquellen sind von unten aus nicht sichtbar und den eigenständigen Aufstieg aufs Dach trauen sich mit Recht nur wenige zu.
Darauf ist im Winter besonders zu achten:

  • Schwachstellen: Um das Dach sicher für den Winter zu machen, sollte geprüft werden, ob alle Dachziegel unbeschädigt und vollständig sind und sicher liegen. Schon kleine Risse oder verschobene Ziegel können das Dach undicht machen, was auf Dauer dazu führt, dass Wasser ins Dämmmaterial eindringen kann. Außerdem sollte der Sitz von Schneefanggittern, Antennen und Solaranlagen überprüft werden.

  • Statik: Für den Laien ebenfalls unmöglich zu erkennen ist eine unzureichende Statik des Daches, weshalb der Dachstuhl ca. alle fünf Jahre von einem Fachmann inspiziert werden sollte. Bei einer solchen Inspektion fallen Mängel wie feine Risse in Trägern und Balken auf, die die Tragfähigkeit des Daches beeinflussen und im schlimmsten Fall zum Einsturz führen.

  • Schneelast: Gerade in besonders schneereichen Regionen ist es wichtig, dass Eigentümer die maximale Traglast ihres Daches kennen. Denn dort wird das Dach im Winter besonders stark belastet. Die zulässige Schneelast steht im Standsicherheitsnachweis für das Haus. Achtung: Bei der Berechnung der Schneelast kommt es nicht allein auf die Menge, sondern vor allem auf die Zusammensetzung (Gewicht) des Schnees an.

  • Regenrinne: Besonders wichtig ist es, dass die Regenrinne von Laub und anderem Schmutz befreit ist. Vor allem die Fallrohre müssen freigeräumt sein, damit das Wasser nicht überläuft oder bei Kälte ein Aufstauen von Eis verursacht. Sollten undichte Stellen vorhanden sein, können dann Wasser oder Eis ins Haus eindringen. Um die Rinne von Anfang an freizuhalten, können Laubgitter verwendet werden.


Außenleitungen

Alle freiliegenden Leitungen sollten im Winter abgesperrt und vollständig entleert werden, um diese vor Frostschäden zu schützen.

Fassade

Risse in der Fassade sind nicht nur ein äußerlicher Makel. Werden sie nicht rechtzeitig behandelt, vergrößern sie sich und spätere Reparaturen werden teuer. Als häufige Folge einer undichten Fassade kann sich Schimmel bilden.
Wenn eingedrungenes Wasser gefriert, kann das zu erheblichen Bauschäden führen. Spätestens vor Beginn des Winters empfiehlt es sich daher, die Fassade gründlich auf Risse und Schäden zu untersuchen und diese zu beseitigen. Auch Kellerwände und die Dämmung sollten überprüft werden.

Außenbeleuchtungen

Da es im Winter bereits früh dunkel wird, sollten im Außenbereich folgende Stellen ausreichend beleuchtet werden:

  • Haustür

  • Hausnummer

  • Gehwege

  • Treppen

  • Garage

Maßnahmen im Garten

Folgendes sollte vor Wintereinbruch im Garten erledigt werden:

  • Teich - oder Brunnenpumpen abstellen

  • Teichfische umquartieren (außer bei Wassertiefe über 1m)

  • Regentonnen und andere Wasserbehälter leeren

  • Bodenabläufe kontrollieren

  • Ausrüstung für bevorstehenden Winterdienst bereithalten


Bildquelle: iStock.com/AndreyPopov


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