5 Alternativen zum Bausparvertrag, die Sie kennen sollten

Letztes Update: 22.07.2021

Er steht immer noch hoch im Kurs, wenn es um die Finanzierung des eigenen Hauses geht: der Bausparvertrag. Seit vielen Jahrzehnten ist er ein verlässliches Produkt. Es gibt allerdings auch Optionen, die eine bessere Rendite versprechen. Welches Konzept für Sie richtig ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Wir nehmen 5 Alternativen zum Bausparvertrag unter die Lupe genommen und erklären die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Der Bausparvertrag – beliebter Klassiker der Bau- und Immobilienfinanzierung

Natürlich ist der Bausparvertrag ein solides Produkt und viele sehen in ihm immer noch die geeignete Finanzierungsmöglichkeit, um den Traum von den eigenen vier Wänden wahrwerden zu lassen. Und tatsächlich bietet ein Bausparvertrag Vorteile wie Planungssicherheit und die Möglichkeit zur staatlichen Förderung durch die Wohnungsbauprämie. Als Nachteil erweisen sich allerdings die geringen Zinsen in der Ansparphase. „Der Bausparvertrag ist eine geeignete Finanzierungsmethode, wenn man beabsichtigt, in den nächsten zehn Jahren ein Haus zu bauen oder eine Immobilie zu erwerben, und dabei ohne Zinsänderungsrisiko kalkulieren und gleichzeitig die Vorteile der staatlichen Förderung nutzen möchte. Dennoch bieten Alternativen zum Bausparvertrag oft eine bessere Rendite,“ erklärt Lam Son Nguyen, Vice President Strategy & Business Development bei McMakler.

Der Traum vom Eigenheim: Wie helfen Bausparvertrag, Festgeld und Kredite bei der Finanzierung?

Welche Alternativen zum Bausparvertrag gibt es?

Da der Sparzins beim Bausparen verhältnismäßig gering ist und nach Beendigung zudem eine Abschlussgebühr anfällt, lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken, um in der Ansparphase höhere Erträge zu erwirtschaften. Empfehlenswert kann zudem ein Kombimodell von Bausparvertrag und einer weiteren Sparanlage sein – insbesondere wenn die Gesamtsumme des Bausparvertrags nicht die komplett benötigte Investitionssumme abdeckt. Zu den beliebtesten Alternativen zum Bausparvertrag gehören:

1. Fondssparen

Neben dem eigenständigen Aktienkauf können bei Bankinstituten über einen Vermittler auch Fonds mit variablem Zinssatz gekauft werden. Je breiter man fächert, desto geringer das Risiko. Das Umschichten oder Aussteigen ist jederzeit möglich, allerdings rentiert sich das Fondssparen in der Regel erst über einen längeren Zeitraum.

2. Sparbrief

Bei einem Sparbrief verleiht man sein Geld an die Bank zu einem festen Zinssatz und über eine bestimmte Laufzeit. Das ist sinnvoll, wenn zum Einstiegszeitpunkt ein hoher Zinssatz festgelegt werden kann. Für diese Sparanlage benötigt man jedoch Eigenkapital und sollte keine Investitionspläne für die nahe Zukunft schmieden, da auf das Geld während der Laufzeit nicht zugegriffen werden kann.

3. Festgeld

Ähnlich wie beim Sparbrief werden der Zinssatz und die Laufzeit im Vorhinein festgelegt und es besteht keine Zugriffsmöglichkeit auf das Konto außerhalb der Vertragsbedingungen. Unterschiede zum Sparbrief bestehen in den Laufzeitoptionen und Kündigungsmodalitäten.

4. Mietkauf

Auch der Mietkauf gehört zu den möglichen Alternativen zum Bausparvertrag. Hierbei vereinbaren Mieter und Vermieter einen Zeitpunkt, bis zu dem die Miete als Ansparung für den späteren Kauf eingezahlt wird. Bei kürzeren Laufzeiten bleibt nach Ablauf der Mietzahlung meist ein entsprechend hoher Restbetrag, der dann fällig wird. Ebenso kann über einen langen Zeitraum auch die Gesamtsumme über die Miete eingezahlt werden.

5. Klassische Baufinanzierung

Wer seinen Traum vom Eigenheim möglichst schnell umsetzen möchte und nicht über ausreichend Eigenkapital verfügt, benötigt ein anderes Finanzierungsmodell. Eine weitere Alternative zum Bausparvertrag ist die Baufinanzierung über ein Bankinstitut. Auch bei der klassischen Baufinanzierung werden Laufzeit und Kreditzins zu Beginn festgelegt. Bei der Bau- oder Immobilienfinanzierung kann für das Darlehen ebenso wie beim Bausparvertrag ein günstiger Tilgungszinssatz angeboten werden.

„Aus der Zweckgebundenheit des Baukredits resultieren die günstigen Tilgungszinsen, die eine Baufinanzierung ebenfalls attraktiv machen. Bei dem Kauf eines Neubaus oder einer Bestandsimmobile wird dem Käufer direkt die volle Summe zugewiesen. Das ist auch ein Punkt, der bei vielen in die Überlegungen auf dem Weg zum eigenen Heim einfließt“, weiß Lam Son Nguyen.

Für die richtige Immobilienfinanzierung muss richtig kalkuliert werden.

Sparen oder Darlehen? Mit dem richtigen Finanzkonzept zum Eigenheim

Wie bei so vielem im Leben, gilt auch bei den Alternativen zum Bausparvertrag: Es kommt auf die individuelle Situation und die Zielsetzung an. Die Auswahl des richtigen Finanzierungsmodells ist beispielsweise abhängig von der Eigenkapitaleinlage und der gewünschten Laufzeit. Stellen Sie sich die Frage: Möchte ich in drei Jahren in meinem eigenen Haus wohnen oder kann ich damit noch etwas länger warten? Auch die Bauprojektgröße spielt eine Rolle. Für eine langfristig geplante Rücklage für Modernisierungs- oder Sanierungsarbeiten kann ein Bausparvertrag mit einer mittleren oder geringeren Summe sinnvoll sein, die im Vergleich bei Bankinstituten nicht so leicht oder mit eher schlechtem Zinssatz zu erhalten wäre. In jedem Fall gilt: Ein umfassendes Finanzierungskonzept für die Eigenheimplanung und eine realistische Kalkulation sind unerlässlich, damit der Wunsch vom Eigenheim in Erfüllung geht.

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