Wohnfläche pro Person: Wie viel Platz brauchen wir?

So viel Platz haben wir zum Wohnen in Deutschland

Wie viel Platz wir eigentlich zum Wohnen brauchen, ist dem Ein oder Anderen in den letzten zwei Jahren mit Homeoffice, Wechselunterricht oder durch Kita- und Schulschließungen bewusst geworden. Im Durchschnitt steigt die Pro-Kopf-Wohnfläche in Deutschland alle 5 Jahre um rund einen Quadratmeter. In Städten steigt sie dabei langsamer, in ländlichen Gegenden etwas schneller. Der Bundesdurchschnitt liegt in Deutschland derzeit bei rund 46 Quadratmetern pro Kopf. Zum Vergleich: 1991 waren es im Schnitt noch 35 Quadratmeter pro Kopf. Die Ursachen für den Anstieg der Pro-Kopf-Wohnfläche sind dabei unter anderem die höheren Ansprüche an die Wohnungsgröße sowie die Zunahme an Ein- oder Zweipersonenhaushalten.

Trend setzt sich fort

Die Menschen in Deutschland leben auf immer mehr Wohnfläche. Dies bestätigt die erst kürzlich erschienene Studie des Immobiliendienstleisters Empirica Regio, bei der 9000 Gemeinden und 107 kreisfreie Städte analysiert wurden.

Gemeinden, die einen hohen Anteil an Ferienwohnungen aufweisen, nämlich ab 5 Prozent, wurden von der Auswertung ausgeschlossen, um diese nicht zu verzerren, denn so zeigte sich beispielsweise, dass die Pro-Kopf-Wohnfläche in Kampen auf Sylt, aber auch auf der Nordseeinsel Föhr, aufgrund der Anzahl an Ferienunterkünften, überdurchschnittlich hoch ist.

Besonders in den ländlichen Regionen, so zeigt sich, ist die Wohnfläche pro Kopf stark angestiegen. Aber auch in den Großstädten hat diese zugenommen, wenn auch nicht ganz so stark. Während die Wohnfläche pro Person auf dem Land zwischen 2015 und 2020 um rund 3,7 Prozent auf 51,4 Quadratmeter angestiegen ist, waren es in der Großstadt im gleichen Zeitraum nur etwa 1,5 Prozent. In den Großstädten sind es damit 40,9 Quadratmeter im Schnitt pro Person. Mit 47 Quadratmetern pro Kopf ordnen sich kleinere Städte und Vororte der Metropolen genau dazwischen ein.

Auf dem Land wird am großzügigsten gewohnt

Am meisten Platz zum Wohnen haben die Menschen in Deutschland in den ländlichen Regionen

Mit durchschnittlich 51,4 Quadratmetern pro Person haben die Menschen auf dem Land am meisten Platz zum Wohnen. Die Gründe dafür liegen allerdings auf der Hand und lassen sich einfach erklären. Zum einen ist das Wohnen auf dem Land verhältnismäßig günstig. Es sind noch ausreichend Flächen und Bauplätze vorhanden, zudem dominieren in ländlichen Gegenden Einfamilienhäuser, die die Fläche pro Kopf ohnehin erhöhen. Zum anderen haben ländliche Regionen in Deutschland teilweise mit Abwanderung und hohen Leerständen zu kämpfen, die ebenfalls die Pro-Kopf-Wohnfläche erhöhen.

Laut Auswertung von Empirica Regio haben die Menschen in Beuren in der Eifel, im rheinland-pfälzischen Bremm und im schleswig-holsteinischen Aventoft mit jeweils über 70 Quadratmetern am meisten Platz pro Person.

Wenig Luft nach oben in den Metropolen

Während auf dem Land mehr als genug Platz ist, wird es in den Großstädten der Bundesrepublik schon etwas enger. Vor allem in Berlin und Köln gibt es wohl kaum noch Luft nach oben für den Flächenverbrauch pro Person. In beiden Städten ist die Pro-Kopf-Wohnfläche seit Jahren nicht mehr angestiegen. Doch am wenigsten Platz haben die Menschen weder in Berlin noch in Köln, sondern in Frankfurt am Main. In Düsseldorf lebt man dagegen am geräumigsten. Dass die Steigerung der Pro-Kopf-Wohnfläche insgesamt in den Großstädten überschaubar ausfällt, wundert nicht. Schaut man sich die angespannten Märkte mit den immens hohen Preisen an, wird deutlich, dass es an Platz in den Großstädten mangelt. Die hohen Mietpreise können sich immer weniger Menschen leisten, sodass die Großstädter eher auf kleinere Wohnungen ausweichen oder Wohngemeinschaften bilden.

In den Metropolen Berlin und Köln stagniert die Pro-Kopf-Wohnfläche bereits seit einigen Jahren

Pro-Kopf-Wohnfläche und das Klima

Experten gehen trotz steigender Wohnungspreise nicht davon aus, dass sich der Trend umkehren wird. Vor allem die Pandemie hat wohl auch dazu beigetragen, dass die Menschen sich mehr Wohnraum für sich wünschen. Zudem werden voraussichtlich auch die Einpersonenhaushalte in Deutschland in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Der hohe Flächenverbrauch pro Person – Tendenz steigend – bereitet allerdings auch in Hinblick auf das Klima Sorgen. Je mehr Flächenverbrauch pro Einwohner, desto mehr Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch.

Lesetipp

In unserem Artikel “Deutschland und der Klimawandel” erfahren Sie, welche Auswirkungen des Klimawandels auf den Immobilienmarkt zu erwarten sind und wie sich umgekehrt der Gebäudesektor auf den Klimawandel auswirkt.

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