Industrial-Einrichtung – Rauer Chic nicht nur fürs Bad

Letztes Update: 21.06.2021

Raus mit der ausladenden Wohnwand in „Eiche Rustikal“ und Omas Massivholzküche – der Trend geht zu klaren Linien und Beton! Nachdem die Industrial-Einrichtung bereits in vielen modernen Badezimmern Einzug gefunden hat, setzen Kenner mittlerweile auch in anderen Wohnräumen auf den Factory-Look.

Ein Blick zurück: die Ursprünge des Industrial-Styles

Der industrielle Wohnstil nimmt Bezug auf Industrieräume und verlassene Fabriken, die im New York oder London der 1960er- und 1970er-Jahre von Kreativen und Künstlern aus Mangel an finanziellen Mitteln als Wohnräume und Ateliers genutzt wurden. Andy Warhol etwa wandelte Räume eines leerstehenden Feuerwehrgebäudes in sein berühmtes Studio „The Factory“ um.

Sichtbares Mauerwerk, massive Rohr und Betonpfeiler sowie alte Fabriklampen prägen den Industrie-Stil. Gleichzeitig werden die Vorteile der Raumstrukturen deutlich, die sich offen, hell und vor allem großzügig präsentieren. Heutzutage wird der Loft-Stil moderner interpretiert und ist nicht mehr an hallenartige Räumlichkeiten gebunden. Die angesagte Industrial-Einrichtung lässt sich mithilfe der typischen Merkmale auch in kleineren Wohnungen geschmackvoll umsetzen.

Selbst in kleineren Räumen lässt sich eine Industrial-Einrichtung verwirklichen.

Markant und unperfekt: Besonderheiten der Industrial-Einrichtung

Adieu Raufaser, hallo unverputzte Ziegelwände! Wer sich für den Industrie-Stil entscheidet, verabschiedet sich von perfekter Tapete oder einheitlicher Ausstattung. Der herbe Chic lebt vom Used Look, den sowohl der Wohnraum als auch das Möbeldesign versprühen. Robuste Materialien wie Stahl, Glas und unbearbeitetes Holz sind charakteristisch für eine Industrial-Einrichtung. Auch der Minimalismus-Gedanke wird aufgegriffen: Verbannen Sie also schnörkelige Designs und überflüssigen Schnickschnack rücken Sie das Motto „Form Follows Function“ in den Vordergrund.

Tipp:

Die reduzierte Formgebung des Mobiliars und das raue Gesamtbild müssen nicht ungemütlich wirken. Weiche, dezente Teppiche sowie eine warme Beleuchtung durch eine große Vintage-Deckenlampe bringen einen behaglichen Touch in den Raum.

So setzen Sie den coolen Fabrik-Stil in Ihren vier Wänden um

Wie bereits gesagt: Sie müssen nicht in einem Loft in der Großstadt wohnen, um eine Industrial-Einrichtung zu verwirklichen. Das urbane Feeling lässt sich auch in ländlichen Gegenden wunderbar realisieren. In den letzten Jahren wurden vor allem Bäder einer Neugestaltung im Industrial-Design unterzogen, da dort wesentliche Elemente wie erkennbare Rohre oder Stahlakzente als grobe Strukturen bereits vorhanden sind. Prinzipiell eignet sich aber jeder Raum für den Stil. Grundsätzlich sollten Sie – egal in welchem Zimmer – beim Einrichten folgende Tipps beachten:

  • Unverputzte Wände und freiliegender Estrich als Bodenbelag schaffen die Basis. Sie mögen den Anblick von Backsteinen? Diese lassen sich auch ohne das Zerhämmern der Wände mit einer passenden Tapete gut imitieren.

  • Nicht lackiertes Metall mit Patina, dunkles und unbehandeltes Massivholz sowie abgeplatzter Lack schaffen eine authentische Atmosphäre.

  • Sofas, Sessel oder Stühle mit Lederbezügen ergänzen als attraktive Akzente das roughe Arrangement perfekt.

  • Als Lichtquellen überzeugen übergroße, hängende Fabrikleuchten, Scherenleuchten für akzentuiertes Licht oder ein zur Stehlampe umfunktionierter Scheinwerfer.

  • Rustikale Industriegegenstände werden zweckentfremdet und neu interpretiert. Verwenden Sie zum Beispiel alte Werkstatthocker als Esszimmerstühle.

  • Farblich lassen Sie es dezent angehen: Gedeckte Erdtöne wie Beige oder Braun, rötliche Nuancen wie Rost sowie kühle Farben wie Grau, Anthrazit und Schwarz unterstreichen das Gesamtbild.

  • Weniger ist mehr! Der Fabrik-Trend lebt von einem offenen Ambiente. Wenige ausgewählte, dafür gezielt platzierte Möbel strahlen eine besondere Wertigkeit aus.

  • Deko-Elemente wie alte Leuchtreklamen, beleuchtete Buchstaben oder eine antike Bahnhofsuhr sind sehenswerte Details.

Eine Industrial-Einrichtung macht das Wohnzimmer zum ebenso gemütlichen wie sehenswerten Mittelpunkt der Wohnung.

Für die persönliche Note: Der Mix macht’s

Eine Industrial-Einrichtung hat den großen Vorteil, dass Sie diese für eine ganz persönliche Note beliebig mit anderen Trends, Farbakzenten und individuellen Accessoires kombinieren können. Eine knallige, senfgelbe Samtcouch gibt zwischen Metallregalen und einer alten Reisetruhe als Couchtisch einen kontraststarken Farbtupfer ab. Im Schlafzimmer sorgt ein dunkelroter Orientteppich im Zusammenspiel mit einem Bett aus Paletten und einem dunkelgrauen Kleiderschrank für pure Gemütlichkeit. In der Küche wiederum fungiert ein Regal aus zusammengeschweißten Kupferrohren als extravagante Aufbewahrungsmöglichkeit für Gläser und Geschirr.

Gut zu wissen:

Helle Vorhänge vor den Fenstern erlauben mehr Lichteinfall als dunkle Versionen und lassen die Räume offener wirken – ganz im Sinne des industriellen Stils.

Unfertiges in Szene setzen für ein effektvolles Ergebnis

Industrial-Einrichtung heißt nicht unbedingt, sofort Boden und Wände abzuziehen – vielmehr gilt es, den Fokus auf einzelne, unperfekte Elemente zu legen, die den außergewöhnlichen Stil widerspiegeln. Gleichzeitig bietet der Trend Ihnen immer wieder die Möglichkeit, neue Kombinationen, Kontraste und Farbspiele auszuprobieren. Sie sind nicht sicher, ob der Factory-Look zu Ihnen passt? Dann fangen Sie klein an, beispielsweise mit einem Vintage-Sofa von einem Second-Hand-Möbelhändler, und erweitern Sie Ihre Einrichtung nach für nach um einzigartige It-Pieces!


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