Deutschland und der Klimawandel: Gewaltige Folgen für den Immobilienmarkt?

Letztes Update: 10.12.2021

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Flutkatastrophen in Rheinland-Pfalz und NRW, verheerende Waldbrände in den beliebten Urlaubsregionen in der Türkei und Griechenland - diese extremen Wetterereignisse haben uns 2021 gezeigt, welche drastischen Folgen der Klimawandel und die globale Erwärmung haben. Bereits jetzt merken wir auch in Deutschland, dass extreme Wetterereignisse immer häufiger und die Folgen umso schwerwiegender werden. Jahr um Jahr werden neue Temperaturrekorde aufgezeichnet, 2003 und 2018 gehen als Hitzesommer in die Geschichte ein, die in Deutschland und dem restlichen Europa zu Zehntausenden Opfern führten. Generell wird es in Deutschland immer trockener und heißer, Wetterphänomene wie Starkregen nehmen spürbar zu. Regional müssen wir auch in Zukunft mit vermehrten Sturmfluten, Überschwemmungen, Trockenheit und langanhaltender Hitze rechnen.

Welche Folgen hat der Klimawandel in Deutschland auf den Immobilienmarkt?

Zwar will die EU bis 2050 klimaneutral werden und auch in Deutschland orientieren sich die politischen Parteien in ihren Programmen am 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens, doch auch hierzulande reichen die Maßnahmen bei Weitem nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Die bisherigen und geplanten Maßnahmen werden den Klimawandel nicht stoppen, im besten Fall werden die Folgen abgemildert. Deutlich wird auch, dass sich die Auswirkungen in Zukunft nicht nur durch das Wetter oder in der Landwirtschaft zeigen. Auch der Immobilienmarkt in Deutschland wird direkt und indirekt durch den Klimawandel betroffen sein. Als Immobilieneigentümer stellen Sie sich nun die Frage, in welchem Ausmaß der Klimawandel den Immobilienmarkt treffen wird und welche Auswirkungen die globale Erderwärmung auf das Wohnen und unser gewohntes Leben haben wird. Wir klären Sie in diesem Artikel darüber auf, mit welchen Folgen auf dem Immobilienmarkt in Deutschland zu rechnen ist und welche Faktoren in Deutschland als Hauptverursacher für den Klimawandel gelten.

Diese Faktoren treiben den Klimawandel voran

Wissenschaftler in Deutschland und weltweit sind sich weitestgehend einig, dass der Klimawandel menschengemacht ist und hauptsächlich durch Treibhausgasemissionen verursacht wird. Allein in den vergangenen 100 Jahren hat sich die Erdoberfläche um rund 1 Grad Celsius erwärmt. Besonders seit Beginn der Industrialisierung nimmt die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre kontinuierlich zu. Forscher berichten einstimmig, dass die Abgabe von Treibhausgasen in die Atmosphäre für die Erderwärmung verantwortlich ist. Verursacht wird dies beispielsweise durch die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Erdgas.

Bei einem Großteil der Treibhausgase handelt es sich um Kohlenstoffdioxid, bekannt als CO2. Doch welche Faktoren sind die größten CO2-Verursacher in Deutschland?

  • Energieerzeugung

  • Industrie

  • Landwirtschaft

  • Verkehr

  • Gebäude

Der Verkehr auf den Straßen zählt zu den größten CO2-Verursachern in Deutschland.

Welche Rolle spielt der Gebäudesektor für den Klimawandel?

Rund 25 bis 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland werden durch den Gebäudesektor verursacht. Das heißt, dass der Immobilienmarkt in Deutschland also nicht nur von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist, sondern auch maßgeblich zur Erderwärmung beiträgt. Grund dafür sind beispielsweise mangelhaft gedämmte Gebäude sowie veraltete Heizsysteme, die unter anderem zu einem enormen Energiebedarf der Gebäude in Deutschland führen. Insbesondere im Winter, wenn wir unsere Wohn- und Geschäftsräume in den Immobilien über Monate heizen, entstehen gewaltige CO2-Emissionen. Weitere Steigerungen unserer Emissionen kommen durch den zunehmenden Stromverbrauch in deutschen Haushalten zustande. Bis heute wird mehr als 50 Prozent des Stromes in Deutschland aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Um bis 2050 also einen nahezu klimaneutralen Gebäudesektor zu erreichen, bedarf es zum einen hoher energetischer Standards und zum anderen eines deutlich erhöhten Sanierungsaufwands an Gebäuden in Deutschland. Die Auswirkungen des Gebäudesektors in Deutschland auf den Klimawandel und die Notwendigkeit von Veränderungen hinsichtlich der Energieeffizienz von Gebäuden legen nahe, dass sich auch auf dem Immobilienmarkt und für Immobilieneigentümer in Zukunft einiges ändern könnte.

Wie wird sich das Wohnen und Bauen in Deutschland durch den Klimawandel verändern?

Wenn wir davon ausgehen, von Hitzewellen und Starkregen in Zukunft häufiger betroffen zu sein, werden sich das Wohnen in Siedlungsgebieten und auch das Bauen verändern. Forschungen und Prognosen gehen schon lange von weitreichenden Auswirkungen des Klimawandels auf das Wohnen und Bauen in städtischen Siedlungsgebieten aus. So werden der durch Trockenheit sinkende Grundwasserspiegel, Überschwemmungen durch Starkregen und starke Winde zu Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen führen. Durch Hitzewellen werden sich die Heizperioden verkürzen und die Gebäude nächtlich weniger auskühlen. Insbesondere Menschen, die in dicht besiedelten Gebieten in Großstädten leben, haben diese Erfahrungen bestimmt bereits gemacht. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass der Stromverbrauch, beispielsweise durch Klimaanlagen, deutlich steigen wird.

Hinsichtlich des Bauens von Immobilien stehen wir also nicht nur vor der Herausforderung, Gebäude nach Niedrigenergiestandard zu errichten, sondern unsere Immobilien in Deutschland auch für extreme Wetterereignisse zu wappnen.

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Durch Hitzewellen und wenige Abkühlung wird der Gebrauch von Klimaanlagen den Stromverbrauch erhöhen.

So werden die Folgen des Klimawandels den Immobilienmarkt in Deutschland treffen

Die Auswirkungen des Klimawandels sind Deutschland bereits spürbar. Doch welche Folgen für den Immobilienmarkt müssen Sie als Immobilieneigentümer nun befürchten?

Bislang wird im Immobiliensektor zu wenig getan im Kampf gegen den Klimawandel. Um den Klimaschutz auf dem Immobilienmarkt in Deutschland voranzutreiben bedarf es vor allem deutlich mehr staatlicher Fördermittel. Bislang bleiben Immobilieneigentümer selbst überwiegend auf den Kosten für energetische Sanierungen sitzen. Zudem sehen sich Immobilieninvestoren und auch private Eigentümer anhand der sich ständig ändernden Auflagen und Vorgaben durch den Gesetzgeber hinsichtlich energetischer Sanierungen überfordert.

Auch wenn die Auswirkungen des Klimawandels auf den Immobilienmarkt in Deutschland bislang noch gering ausfallen, gehen Experten davon aus, dass sich der Wert energetisch sanierter oder errichteter Gebäude in naher Zukunft noch einmal deutlich erhöhen wird. Immer mehr Immobilieneigentümer machen sich zudem bereits jetzt Gedanken, ob energetische Sanierungen und Modernisierungen an ihren Objekten notwendig sind. Insbesondere schlecht isolierte Gebäude, leicht überflutbare Keller und alte Heizanlagen werden zunehmend zu Wertabschlägen führen.

Immobilien könnten in bestimmten Regionen an Attraktivität verlieren

Überflutungen und andere Naturkatastrophen als Folgen des Klimawandels in Deutschland

Zwar erwarten uns in Deutschland wohl vorerst keine Hurricanes oder Tsunamis, aber auch hierzulande nehmen extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen zu. Küstengebiete in den USA, wie zum Beispiel in Florida, haben bereits durch den steigenden Meeresspiegel und die Gefahr von Überschwemmungen an Attraktivität eingebüßt und die Nachfrage nach den sonst so begehrten Immobilien an der Küste ist deutlich zurückgegangen. Auch auf dem Immobilienmarkt in Deutschland muss regional und je nach Lage unterschieden werden. Sturmfluten an den Meeresküsten, Überschwemmungen entlang der Flüsse und Brände in dicht bewaldeten, trockenen Gebieten könnten langfristig auch den Immobilienmarkt in Deutschland beeinflussen und zu einer sinkenden Nachfrage führen. In Zukunft ist es ratsam, vor allem für Investoren aber auch private Immobilienkäufer, die Auswirkungen des Klimawandels und die regionale Gefahrenlage in die Kaufentscheidung mit einzubeziehen.

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