KfW-Stopp: Das müssen Betroffene jetzt wissen

Letztes Update: 14.02.2022

Der Stopp der KfW-Förderung trifft viele Bauwillige hart.

Am 24.01.2022 verkündete das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den KfW-Stopp. Der Bau oder Umbau energieeffizienter Gebäude wird ab sofort nicht mehr staatlich gefördert. Laut der Bekanntmachung sollen Zuschüsse und Standards durch die Bundesregierung neu geordnet werden – die neue Regelung traf viele Hauseigentümer, Käufer und Bauwillige allerdings völlig unerwartet. Für sie gibt es nun einiges zu beachten.

Warum wird die Förderung gestoppt?

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) als staatliche Förderbank stellte bisher die Bezuschussung eines effizienten Bauvorhabens sicher. Wer eine Immobilie neu bauen, kaufen oder sanieren wollte, konnte durch die KfW-Förderung von einem Zuschuss oder einem günstigen Kredit profitieren. Mit dem Stopp fällt diese Begünstigung erst einmal weg. Grund dafür seien fehlende Haushaltsmittel, eine „Fehlsteuerung“ der Gelder und eine riesige Antragsflut, die im Januar 2022 im KfW-Portal eingegangen sei, wie das BMWK mitteilte.

Was der KfW-Stopp bedeutet

Konkret bedeutet dies: Seit dem 24.01.2022 können keine neuen Anträge auf einen KfW-Zuschuss mehr gestellt werden. Alle Förderungsprogramme, die unter dem Namen BEG (Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude) liefen, sind davon betroffen. Das sind die Programme mit den folgenden Kennziffern:

  • 261 Kredit für Wohngebäude (Bau oder Kauf eines Neubauhauses, Komplettsanierung eines Altbaus)

  • 262 Kredit-Förderung von Einzelmaßnahmen

  • 263 Kredit-Förderung von Nicht-Wohngebäuden

  • 461 Zuschuss (ähnlich wie Programm 261, nur als Zuschussvariante für Wohngebäude)

  • 463 Zuschuss (ähnlich wie Programm 263, nur als Zuschussvariante für Nicht-Wohngebäude)

Nicht vom KfW-Stopp berührt werden hingegen folgende Programme:

  • 124 Wohneigentumsprogramm

  • 159 Altersgerechte Umbauten

  • 455 Altersgerechte Umbauten als Investitionszuschuss

  • BAFA-Programme für Privatpersonen

Tipp

Die Bundesregierung plant eine kurzfristige Lösung für Härtefälle. Informieren Sie sich hierzu am besten bei Ihrem Finanzierungspartner oder direkt beim KfW-Servicetelefon unter der Telefonnummer 0800 539 9002. Der Anruf ist kostenfrei.

 Ein KfW-Zuschuss kann für einige Baumaßnahmen weiterhin in Anspruch genommen werden.

Was passiert mit bereits eingereichten Anträgen?

Wer vor dem Förderstopp bereits einen Antrag auf eine KfW-Förderung gestellt hatte und bisher noch auf eine Rückmeldung wartet, kann aufatmen: Anfangs hieß es, dass lediglich die noch verfügbaren Haushaltsmittel für die noch offenen Anträge genutzt werden sollten – und dass diese bei Weitem nicht für alle ausreichen würden. Doch inzwischen hat die Regierung Fehler eingestanden. So gab Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zu, dass die Programme völlig aus dem Ruder gelaufen seien und ein sofortiger KfW-Stopp daher zwingend notwendig gewesen sei. Trotzdem sollen alle Anträge, die bis zum 24.01.2022 eingegangen sind, nun doch noch geprüft und bewilligt werden.

Wie geht es mit den Förderprogrammen weiter?

Laut den Angaben des BMWK soll ein Zuschuss für Sanierungsmaßnahmen wieder möglich sein, sobald genügend finanzielle Mittel dafür verfügbar sind. Die Bundesregierung will die Förderung von Neubauten aber völlig neu regeln und die Ausgaben dafür deckeln. Besonderes Augenmerk soll auf die baulichen Maßnahmen gelegt werden, bei denen die höchste CO2-Einsparung zu verzeichnen ist – und das sei hauptsächlich bei Sanierungen von Gebäuden der Fall. Dementsprechend sollen sie vorzugsweise bezuschusst werden.

Die KfW-Förderung von Sanierungsmaßnahmen soll schnell wieder aufgenommen werden.

Diese Alternativen bieten sich an

Wann die neuen Regelungen in Kraft treten werden, ist bislang noch nicht abzusehen. Wer bis dahin nicht warten will, kann sich nach Förderungsalternativen umschauen. Nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Landes- oder kommunaler Ebene finden sich auf bestimmte Personenkreise ausgelegte Förderprogramme. Diese beinhalten zum Beispiel verschiedene Zuschüsse oder besonders günstige Kredite für Bauherren oder Hauskäufer.

Tipp

Informieren Sie sich am besten so früh wie möglich über die einzelnen Möglichkeiten, da Programme zur finanziellen Unterstützung zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen.

Darüber hinaus bietet die Bundesregierung zwei weitere Alternativen zu den nun wegfallenden Förderprogrammen. Diese sind zum einen das Baukindergeld für selbst genutztes Wohneigentum und zum anderen Steuerersparnisse in Form von Abschreibungen der Sanierungskosten für vermietetes Wohneigentum. Fest steht also, dass dem Bund weiterhin daran gelegen ist, energieeffiziente Baumaßnahmen zu unterstützen. Wie die KfW-Förderung in Zukunft aussehen wird, bleibt allerdings abzuwarten.

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