Haustierhaltung in der Wohnung: So leben Ihre Vierbeiner glücklich

Letztes Update: 21.09.2021

Mit den richtigen Tipps und Tricks können Sie auch Ihre Wohnung in ein Tierparadies verwandeln.

Wir Deutschen lieben unsere Tiere. Unsere Hunde und Katzen sind nicht länger einfach nur unsere Haustiere, sondern sind zu einem richtigen Teil der Familie geworden. Es ist uns kaum vorstellbar, nach Hause zu kommen und nicht sofort in das aufgeregte Gesicht unseres Hundes zu blicken, der schwanzwedelnd an der Tür wartet, oder zu spüren wie uns eine Katze sanft um die Beine streicht. Natürlich wollen wir bei so viel Liebe auch, dass unsere Vierbeiner das schönste vorstellbare Leben haben. Oft denken wir dabei an ein großes Haus mit riesigem Garten in denen unsere Hunde und Katzen den ganzen Tag lang spielen, toben und jagen können. Doch viele Tierliebhaber leben in Mietwohnungen. Heißt das, Sie müssen auf einen tierischen Mitbewohner verzichten? Kein Sorge! Mit diesen Tipps zeigen wir Ihnen, wie Ihre Wohnung zu einem wahren Tierparadies wird.

Alles für ein glückliches Hundeleben

Der Hund wird nicht umsonst der beste Freund des Menschen genannt. Glücklich wedelt er mit seinem Schwanz, wenn das Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt, freut sich, wenn er mit Ihnen spielen darf und wäre am liebsten den ganzen Tag an Ihrer Seite. Bei so viel Liebe will man natürlich auch, dass der Hund es gut hat.

Wohnungen nur etwas für kleine Hunde?

Viele Menschen glauben, dass große Hunde nicht in der Wohnung gehalten werden können. Zum Glück ist dieser Gedanke falsch. Egal, ob Sie ein Fan von Groß- oder Kleinhunden sind, entscheidend für das Wohlbefinden des Tieres ist, dass alle Bedürfnisse befriedigt werden. Dazu zählen nährreiches Futter, frisches Wasser und natürlich auch regelmäßiger Auslauf, Zuneigung und Kontakt zu Artgenossen, nicht die Größe des Wohnraums. Die gute Nachricht: Sie können auch große Hunderassen in einer Wohnung halten! Ihr Hund braucht mindestens so viel Platz, dass er sich bequem und vernünftig durch die Wohnung bewegen kann. Kleiner als 15 Quadratmeter sollte die Wohnung deswegen nicht sein. Wohnen Sie in einer Etagenwohnung, zu der viele Treppen führen, muss das Wohnhaus einen Fahrstuhl haben. Zu vieles Treppensteigen gefährdet die Gelenke eines Hundes.

Auch große Hunde können mit der richtigen Fürsorge in einer Wohnung gehalten werden.

Auch wenn Sie Ihren Hund am liebsten den ganzen Tag lang knuddeln wollen, braucht auch er mal eine Pause. Richten Sie für Ihren Hund einen persönlichen Rückzugsort ein, den Ihr Vierbeiner jederzeit frei erreichen kann. Ein Wohlfühlplätzchen mit Decke, Korb oder Hundebett ist schnell eingerichtet.

Genug Auslauf ist das A und O

Wenn Sie bereits mit einem Hund zusammengelebt haben, wissen Sie wie aufgeregt er wird, wenn Sie zur Tür gehen oder nach der Leine greifen. Aufgeregt wedelt er mit dem Schwanz oder springt an Ihnen hoch. Er kann es kaum erwarten spazieren zu gehen!

Die liebste Beschäftigung Ihres Hundes ist draußen herum zu rennen. In der Natur laufen Hunde weite Strecken und sind den ganzen Tag draußen unterwegs, deswegen sollte Ihr liebster mindestens drei Mal am Tag die Wohnung verlassen. Und dies bedeutet nicht nur einmal kurz vor die Tür zum Gassi gehen, sondern zeitlich umfangreiche Spaziergänge von ca. einer Stunde. Jeder Hund muss sich jeden Tag zwei bis drei Stunden bewegen können, auch ohne Leine. Denken Sie deshalb gut darüber nach, ob diese Verpflichtung in Ihre aktuelle Lebenssituation passt, bevor Sie einen Hund adoptieren. Es ist nicht nur dem Hund gegenüber unfair, wenn er sich tagelang in einer Wohnung aufhalten muss, sondern kann auch für Sie stressig werden, wenn die Spaziergänge mehr Zeit beanspruchen als Sie eigentlich haben.

Ihr Hund möchte draußen herumtoben und Artgenossen treffen - gehen Sie mit ihm auf einen abenteuerlichen Spaziergang!

Jeden Tag das gleiche Tempo, der gleiche Geruch und die gleichen Nachbarn - Stellen Sie sich vor, sie müssten drei Mal am Tag denselben Weg hoch und runter laufen. Genauso öde kommt es Ihrem Hund vor, wenn dieser keine Abwechslung bekommt. Lassen Sie beim Spazierengehen Ihrer Kreativität freien Lauf und nutzen Sie die Zeit, um selbst kleine Abenteuer zu erleben und neue Wege zu entdecken. Probieren Sie verschiedene Wege aus, spielen Sie nebenbei mit Ihrem Vierbeiner und schlagen Sie verschiedene Tempi ein. Mal können Sie gemütlich gehen, ein anderes Mal freut sich Ihr Hund, neben dem Rad herzurennen.

Wie viel Auslauf Ihr Hund braucht, hängt vom Alter, der Rasse, dem gesundheitlichen Zustand, der Kondition des Hundes und der Intensität Ihrer Spazierrunden ab. Ein junger Border-Collie braucht natürlich mehr Bewegung als ein alter Dackel. Ebenso powert es Ihren Hund mehr aus, 30 Minuten neben dem Fahrrad herzurennen als 30 Minuten langsam zu spazieren. Beobachten Sie Ihren Hund und lernen Sie Ihn kennen, nach einiger Zeit, werden Sie merken, wie viel Auslauf ihm gut tut.

Better together: Auch ein Hund möchte sozial sein

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl des Abgeschottenseins im ersten Lockdown? Dieses Gefühl entsteht auch in Ihrem Hund, wenn sie den ganzen Tag allein gelassen werden. Hunde sind sehr soziale Wesen und müssen täglich in Kontakt zu ihrer Bezugsperson sein. Müssen Sie tagsüber zur Arbeit, soll Ihr Hund nie für mehr als ein paar Stunden allein gelassen werden. Planen Sie auch zwei bis drei Stunden Zeit pro Tag für Spielen und Erziehung ein.

So sehr Ihr Hund Sie auch liebt, er möchte ab und zu auch Artgenossen treffen. Kontakte mit anderen Hunden erfolgen schrittweise, und natürlich erst an der Leine. Hat sich Ihr Hund daran gewöhnt, auf Gleichgesinnte zu stoßen, kann die Zusammenkunft ohne Leine stattfinden. Achten Sie dabei darauf, dass auch der andere Hund friedlich und nicht angeleint ist.

Hunde und Karriere lassen sich nicht vereinbaren? Die gute Nachricht: Sind Sie den ganzen Tag bei der Arbeit und wollen dennoch nicht auf einen Hund verzichten, gibt es Hundetagesstätte, die Ihren Vierbeiner während des Tages aufnehmen. Dort kann sich Ihr Liebling den ganzen Tag austoben, mit Artgenossen spielen und bekommt auch noch die nötige Erziehung. Abends, nach der Abreit können Sie einen glücklichen und ausgetobten Hund abholen. So müssen Sie weder auf Karriere noch auf Hund verzichten!

So wird Ihre Wohnung zum Katzenparadies:

55 Prozent der Deutschen sagen, dass sie Katzen lieber mögen als Hunde. Somit ist die Katze offiziell das beliebteste Haustier Deutschlands! Das ist auch kein Wunder, denn die großen Augen und das weiche Fell machen die eleganten Wesen wirklich unwiderstehlich. Es gibt doch nichts schöneres auf der Welt, als neben einer warmen, schnurrenden Katze einzuschlafen. Mit diesen drei Tricks zeigen Sie Ihrer Katze, dass Sie sie lieb haben.

Jedes Zimmer wird zum Kletterwald

Hoch und runter, im Schnelltakt durch kleine Öffnungen und dabei kurz noch die Krallen am Türrahmen geschärft - Katzen nutzen Raum anders als wir Menschen. Sie bewegen sich gerne auf allen Ebenen. Jedes Möbelstück, auf das Sie springen oder welches Sie erklimmen können, vergrößert Ihre Nutzfläche. Regale, Theken, Tische und Kommoden sind beliebte Alternativen zu Bäumen und machen Ihrer Katze das Leben bunter und spannender.

Wenn Sie Ihre Wohnung regelmäßig umdekorieren, findet Ihr Samtpfötchen immer wieder neue Beschäftigungsmöglichkeiten und ist nie gelangweilt!

Lassen Sie Ihre Kreativität freien Lauf und verändern Sie Ihr zuhause regelmäßig. Nichts ist für Ihre Katze interessanter, als eine Wohnung die plötzlich neue Abenteuer bietet. Eine Win-Win Situation für Sie beide: Ein Katzenspielplatz ist schnell umgebaut, bietet Unterhaltung für Ihr Samtpfötchen und nebenbei bekommt auch noch Ihre Wohnung regelmäßig einen neuen Look!

Ihr Stubentiger möchte nämlich auch genügend Platz zum Toben haben. Ihr Kätzchen braucht mindestens 50 Quadratmeter Wohnfläche. Leben Sie in einem Zwei-Katzen Haushalt, werden 60 Quadratmeter erforderlich. Wenn Sie an wenig befahrenen Straßen leben, können Sie Ihrer Katze auch Ausflüge ins Freie erlauben. Damit Sie jedoch nicht jede fünf Minuten die Tür auf und zu machen müssen, können Sie ganz leicht eine Katzenklappe an die Tür anbringen. So kann Ihr Samtpfötchen wann immer es Lust hat ins Freie hinaus - und Sie sind ungestört.

Einzel oder Gruppenhaltung?

Viele Menschen glauben leider immer noch, Katzen seien Einzelgänger. In der Realität sieht es ganz anders aus. Katzen sind sehr gesellige Tiere, die viel Kontakt zu Artgenossen brauchen. Sind sie zu lange allein, verlernen sie den Umgang mit anderen Katzen. Besser ist es also, wenn mindestens zwei Katzen zusammen einziehen.

Die richtige Ausstattung macht´s aus:

Ihre Katze liebt Sie und beschlagnahmt auch gerne ab und an Ihre Möbel für sich . Jedoch brauchen die Samtpfoten trotzdem immer ein ruhiges Örtchen für sich selbst. Um einen besonders realitätsnahen Wohnraum zu schaffen, stellen Sie am besten mehrere Bettchen an verschiedenen Orten in der Wohnung auf. Mit der Zeit wird Ihre Katze Ihnen zeigen, welche Materialien Sie am liebsten hat, und welche Orte sie besonders mag. Ihre Katze sollte jeden Raum der Wohnung nutzen dürfen, und sollte stets mindestens zwei Zimmer zur Verfügung haben.

Katzen wollen ihr Revier markieren, und zwar mit Kratzspuren. Darunter leiden meist Ihre Möbel. Retten Sie Ihre Zimmer vor Kratzspuren, indem Sie Kratzbäume und Kratzbretter neben den Möbelstücken anbringen, die Ihre Katze besonders gerne markiert. Kratzbäume die nicht genutzt werden, stehen einfach an der falschen Stelle.

Schonen Sie Ihre Möbel, indem Sie Kratzbäume an den richtigen Stellen anbringen

Sicherheit für neun Leben:

Ein englisches Sprichwort sagt: “Neugier ist der Katze Tod”. Die Wohnung mag als sehr sicherer Ort erscheinen, doch offene Fenster und Balkone können schnell zu einer Gefahr werden. Es sind schon viele Unglücke passiert, als neugierige Stubentiger aus Fenstern geklettert sind. Stürze können in schweren Verletzungen und sogar im Tod enden. Sie vermeiden solch eine traurige Situation, indem Sie Fenster und Balkone katzensichern.

Doch der Balkon ist nicht nur ein Ort, den es zu fürchten gibt. Ihre Katze sonnt sich stundenlang auf den Balkonmöbeln und genießt die frische Luft. Machen Sie es ihrem Samtpfötchen besonders schön, indem Sie eine Katzenwiese anbringen. Zwar ist es kein Vergleich zu einer echten Wiese, aber sie ist dennoch eine schöne Alternative. Nehmen Sie dazu eine etwas größere Schale, füllen Sie diese mit Erde und besäen Sie das Beet anschließend mit Rasen oder Wiesengräsern. Bald schon wird Ihre Katze mehr Zeit auf der persönlichen Wiese verbringen als auf ihrem Lieblingssessel im Wohnzimmer.

Wenn Sie Ihrer Katze eine besondere Freude machen wollen, können Sie auf dem Balkon eine Katzenwiese anbringen.

Mein Vermieter verbietet mir die Katzen- und Hundehaltung! Was tun?

Es gibt kein grundsätzliches Verbot für die Hunde- und Katzenhaltung. Ihr Vermieter darf es Ihnen also pauschal und ohne Begründung nicht verbieten, ein größeres Haustier zu halten. Im Mietvertrag könnte jedoch eine Klausel stehen, durch welche der Vermieter die Hunde- ode Katzenhaltung erst erlauben muss. Sie müssen also erst um Erlaubnis bitten, bevor Sie ein neues Tier adoptieren. Damit ein Vermieter Ihnen die Haustierhaltung verbieten darf, muss eine klare Begründung vorliegen, beispielsweise wenn andere Mieter keine Tiere mögen oder sich durch die Tiere gestört fühlen. Ebenfalls darf der Vermieter verweigern, Listenhunde, umgangssprachlich auch "Kampfhunde" genannt, einziehen zu lassen.


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