Bienen im eigenen Garten halten – so werden Sie zum Hobby-Imker

Letztes Update: 04.10.2021

Bienen im eigenen Garten zu halten, geht mit viel Verantwortung einher, kann aber auch große Freude bereiten.

Sie spielen mit dem Gedanken, sich ein Haustier zuzulegen? Wie wäre es nicht mit einem, sondern gleich Zehntausenden Tieren? Ein Bienenvolk im Garten verspricht leckeren Honig für den Frühstückstisch und leistet gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Gesundhaltung unseres Ökosystems. Erst im Zuge des Bestäubens durch Bienen (und andere Nützlinge) nämlich können sich drei Viertel aller Nahrungspflanzen überhaupt vermehren. Aufgrund negativer Umwelteinflüsse, des Einsatzes von Pestiziden und des zunehmenden Anbaus von Monokulturen sinkt der Bestand an Bienenvölkern weltweit jedoch drastisch. Motivierend wiederum ist aber: Hobby-Imker zu werden, ist nicht schwer. Wer Bienen im eigenen Garten halten möchte, sollte sich lediglich einiges Grundwissen zur Haltung aneignen und sich der damit einhergehenden Verantwortung bewusst sein.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, was Sie als zukünftiger Bienenbesitzer beachten müssen, um Ihr Hobby zum lohnenden Erfolg zu machen und gewissenhaft mit Ihren neuen Nachbarn umzugehen.

Diese Grundvoraussetzungen müssen Hobby-Imker berücksichtigen

Wer einen Bienenstock beherbergen möchte, der hat dazu zahlreiche Möglichkeiten. Nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt ist es möglich, seinen Traum als Hobby-Imker zu verwirklichen. So wohnen seit 2011 auf dem Dach des Berliner Abgeordnetenhauses mehrere Bienenvölker. Dennoch gilt es, vorab einige Punkte zu beachten, um Bienen einen guten und sicheren Lebensraum zu bieten:

  • Möchten Sie Bienen im Garten, auf dem Balkon oder dem Hausdach halten, ist dies aus rechtlicher Sicht dann möglich, wenn generell die Haltung von Tieren erlaubt ist. Haben Sie direkte Nachbarn, ist es dennoch höflich, diese über Ihr Vorhaben zu informieren.

  • Des Weiteren ist es wichtig, die körperlichen Voraussetzungen sowie die anfallende Arbeitszeit zu bedenken. Imkern bedeutet, des Öfteren schwere Lasten zu heben. Die Bienenhaltung erfordert auch eine regelmäßige Betreuung der Bienen. Vor allem in der Hauptsaison von April bis August sind Kontrollen am Bienenstand einzuplanen. Auch die Zeit für die Vorbereitung und Verarbeitung (sowie gegebenenfalls den Vertrieb) des Honigs oder anderer Bienenprodukte ist einzuberechnen.

  • Seien Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst: Die Nutztierhaltung verlangt einen gewissenhaften Umgang mit den Insekten und angemessene Vorsorge für die Sicherheit der Personen, die den Bienen begegnen. Zudem können Bienen von Krankheiten befallen werden, die sich rasch verbreiten und deshalb meldepflichtig sind. Und bei der Produktion von Lebensmitteln sind die gesetzlichen Hygienebestimmungen stets zu erfüllen.

Achtung:

Bevor Sie sich anschicken, Bienen im Garten zu halten, stellen Sie zuvor sicher, dass Sie sowie Ihre Familienmitglieder und Anwohner nicht allergisch auf Bienengift reagieren. Zwar sind Bienen eher sanftmütig, wenn sich diese jedoch zahlreich auf Ihrem Grundstück tummeln, ist die Möglichkeit eines Stiches dennoch grundsätzlich höher.

Imkern als Hobby wird immer beliebter. Erkundigen Sie sich aber vor der Anschaffung eines Bienenvolkes nach dem richtigen Vorgehen.

Nützliches Basiswissen aneignen mit fachkundiger Unterstützung

Natürlich gibt es eine Menge nützliche Fachliteratur zur Imkerei und Bienenzucht, die zukünftige Bienenbesitzer mit guten Ratschlägen unterstützt. Um sich ein theoretisches und praktisches Grundwissen anzueignen, lohnt es sich für Hobby-Imker trotzdem allemal, einen Kurs zu besuchen. Ein guter Anfängerkurs bietet Nachwuchs-Imkern nicht nur nützliche Orientierung, sondern insbesondere den wichtigen Austausch mit Experten.

In Berlin sind zum Beispiel die „Stadtbienen“ eine wertvolle Anlaufstelle, um ökologisches Imkern in der Stadt zu lernen und erstes Imker-Zubehör zu erstehen. Wer bereits einen Imkerkurs besucht hat und Bienen im eigenen Garten halten möchte, sollte zudem Mitglied in einem Imkerverein werden. Diese Vereine unterstützen Hobby-Imker nicht nur mit Ihrer Expertise, sondern oftmals auch mit Leihgeräten wie Honigschleudern. Sogenannte Bienenpaten begleiten neue Imker zudem durch die Anfangszeit und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Gut zu wissen:

Der Imkerverband Berlin e. V. umfasst 16 Imkervereine in der ganzen Hauptstadt. Diese versorgen neue und etablierte Mitglieder mit Tipps, Schulungen sowie Neuigkeiten rund um das Imkern.

Bienen im Garten zu halten, setzt ausführliches Basiswissen voraus, damit die Tiere gesund bleiben und der Staat gedeiht.

So gelingt der Start als Hobby-Imker

Haben Sie sich dazu entschlossen, Bienen im Garten zu halten, und das nötige Grundwissen rund ums Imkern erlangt, kann es endlich mit der Vorbereitung des Standorts und des Equipments losgehen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt Ihnen, was zur Hobby-Imker-Grundausstattung gehört.

  1. Den passenden Standort wählen:

    Einen Bienenstand müssen die Bienen das ganze Jahr über nutzen können. Der Standort muss möglichst sonnig, warm sowie windgeschützt sein. Das Flugloch ist idealerweise nach Süden oder Südwesten ausgerichtet. Wichtig ist ein gesetzlicher Mindestabstand von fünf Metern zum Nachbargrundstück. Die Startbahn sowie die Einflugschneise der Bienen darf nicht direkt über Nachbargrundstücke führen. Damit die Bienen gut versorgt sind, sollte außerdem ein ausreichender Bestand an Nektar und Pollen sowie Wasser vorhanden sein. Sorgen Sie dafür, dass der Bienenstand für Sie stets leicht zugänglich steht, denn Sie werden des Öfteren schwere oder sperrige Lasten dorthin transportieren.

  2. Die richtige Bienenbeute auswählen:

    Als Bienenbeute wird die Behausung der Honigbienen bezeichnet. Sind die Bienen in diese eingezogen, wird sie zum Bienenstock. Heutzutage benutzen Imker häufig die Modelle Magazinbeute und Trogbeute. Dabei werden in Holz- oder Styroporkisten Holzrahmen eingehängt, an denen die Bienen ihre Waben bauen. Dem Bienenvolk selbst ist die Art der Behausung ziemlich gleich. So können Sie als Imker entscheiden, welches Beute-Modell für Sie das Passende ist. Wichtig ist nur, dass die Beuten neu sind, um von Anfang an Krankheiten zu vermeiden.

  3. Grundausstattung für die Imker-Arbeit:

    Imker tragen bei der Arbeit mit den Bienen typischerweise einen Imkeranzug aus weißem, dichtem Stoff, den charakteristischen Imkerhut mit schützendem Schleier und feste Imkerhandschuhe zum Schutz gegen Bienenstiche. Zudem gehören Werkzeuge wie Stockmeißel, Abkehrbesen und Rauchgerät zur Grundausstattung eines jeden Imkers.

Gut zu wissen:

Angehende Hobby-Imker sollten für Kurs, Kleidung und Grundausrüstung mit einem Startkapital von circa 1.500 Euro rechnen. Viele Materialien sind auch gebraucht und günstig im Imker-Verein zu erstehen.

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    Das Bienenvolk rechtzeitig bestellen

    Um mit dem Imkern zu beginnen, bieten sich der ganze Frühling und Sommer an. Wer ein Jungvolk übernehmen möchte, sollte jedoch im Frühjahr starten, damit dieses sich im Hochsommer stark genug entwickeln kann, um den Winter zu überstehen. Jetzt fehlen nur noch Ihre neuen Mitbewohner: Bienen bestellen Sie vorzugsweise bei einem Züchter. Planen Sie dazu Zeit ein, denn von der Bestellung bis zur Lieferung einer befruchteten Königin können bis zu 40 Tage vergehen. Profi-Imker empfehlen Anfängern für gewöhnlich, mit drei Bienenvölkern zu starten. Halten Sie schon jetzt Zuckersirup zum Einfüttern der Neuankömmlinge bereit. Leere Waben, in denen die Königin während der ersten Tage ihre Eier ablegen kann, sind außerdem zu besorgen.

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    Die Bienen ziehen ein

    Am besten holen Sie sich bei der Ankunft Ihren Bienenpaten dazu und machen sich gemeinsam an den Umzug. Die Arbeiterinnen des Volkes werden beim Umzug getrennt von der neuen Königin aufbewahrt und ziehen mit dieser nun in die vorbereitete Beute ein. Damit die Arbeiterinnen sich an die Königin gewöhnen, wird diese in einem kleinen Käfig, der mit Futterteig verschlossen ist, geliefert. Nach etwa drei Tagen haben sich die Arbeiterinnen durch den Teig gefressen und ihre neue Königin befreit. Diese beginnt in den neuen Waben mit der Eiablage und die Arbeiterinnen nehmen ihre Arbeit auf.

Gut zu wissen:

Nach der Vermehrung des Volkes in der Schwarmzeit steht die Ernte des Honigs an. Dazu werden die Rähmchen, die zu mindestens drei Vierteln mit weißem Wachs durch die Bienen verdeckelt wurden, aus der Beute herausgenommen. Mithilfe einer Entdeckelungsgabel wird das Wachs entfernt. Die entdeckelten Waben mit dem Honig darin entleeren Sie schließlich in einer Honigschleuder.

Bienen produzieren gesunden Honig. Um an ihn heranzukommen, bedarf es einer guten Hobby-Imker-Grundausstattung.

Imkern als Hobby: Gut für die Seele und die Umwelt

Neben dem wohlschmeckenden Honig bereichert das Imkern den Alltag um eine abwechslungsreiche, entspannende und zugleich herausfordernde Tätigkeit. Bienen im Garten zu halten, bedeutet Verantwortung für ein ganzes, kleines Volk zu tragen und für dessen Wohlergehen zu sorgen. Die Mühe lohnt sich jedoch: Es entstehen nicht nur biologisch reine Bienenprodukte, sondern auch wichtige Eckpfeiler für die Gesundheit der Natur um uns herum.


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