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Energiepass

Energiepass

Energiepässe sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Sie können wichtige Vorteile für potentielle Käufer und Mieter bieten, wenn sie ihre Wunschimmobilien vergleichen. Auch Eigentümer können aus den Empfehlungen, die im Energieausweis enthalten sind, einen Nutzen ziehen. Doch was genau ist ein Energiepass, wann ist er Pflicht und welche Vorteile bringt er? Lesen Sie hier alle Wichtige zu diesem Thema.

1. Was ist ein Energiepass und worin unterscheidet er sich vom Energieausweis?

1.1. Energiepass oder Energieausweis?

Der Energiepass entstand im Jahr 2004. Damals entwickelte die Deutsche Energie Agentur den Prototyp eines bundeseinheitlichen Energiepasses für Wohngebäude. Mit der Energieeinsparverordnung von 2007 wurde der Begriff Energiepass jedoch von dem Begriff Energieausweis abgelöst. Mit der Energieeinsparverordnung von 2009 wurden die Regelungen zu dem Energieausweis weiterentwickelt. Heute bildet die Energieeinsparverordnung von 2014 die Rechtsgrundlage für den Energieausweis.

In Deutschland werden heute beide Begriffe, Energiepass und Energieausweis, als Synonyme verwendet und beschreiben das gleiche Dokument. Im Volksmund wird das Dokument immer noch meist als Energiepass bezeichnet. In der Fachwelt dagegen hat sich die Bezeichnung Energieausweis durchgesetzt.

1.2. Welche Bedeutung hat der Energiepass?

Die Energieausweise werden von der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben. Es handelt sich dabei um Ausweise über die Energieeffizienz eines Gebäudes. Anhand der Werte verschiedener Gebäude in diesen Dokumenten kann man ihre energetische Beschaffenheit vergleichen. Das ist besonders für Mieter und Kaufinteressenten wichtig. Denn der im Energieausweis beschriebene energetische Zustand eines Gebäudes erlaubt Rückschlüsse auf den Energieverbrauch und die Energiekosten, die auf Mieter oder Käufer zukommen, wenn sie eine Immobilie beziehen.

2. Was steht im Energiepass?

2.1. Allgemeine Angaben

Bei der Erstellung eines Energieausweises müssen die Vorgaben der aktuell geltenden Energieeinsparverordnung eingehalten werden. Der Aussteller muss im Zertifikat seinen Namen, seine Anschrift und Berufsbezeichnung sowie das Datum festhalten. Außerdem muss er das Dokument unterschreiben. Des Weiteren erhalten Energieausweise, die seit Mai 2014 ausgestellt werden, eine Registriernummer, die der Kontrolle durch die zuständigen Behörden dienen soll.

Nach der Bewertung der Immobilie werden im Energieausweis auch allgemeine Angaben zum Gebäude gemacht. Dazu gehören das Baujahr, die Adresse, die Anlagentechnik und die Energieträger, die für die Beheizung verwendet werden, sowie die Energiekennwerte. Der Aussteller muss außerdem festhalten, welches Verfahren er bei der Berechnung des energetischen Zustands des Gebäudes eingesetzt hat.

2.2. Energiekennwerte und der Unterschied zwischen dem Bedarfsausweis und dem Verbrauchsausweis

Bei der Erstellung eines Energieausweises gibt es zwei unterschiedliche Berechnungsverfahren:

  • Bei dem Bedarfsausweis wird der Energiebedarf des Hauses ermittelt. In diesem Fall werden im Energieausweis die Kennwerte für den Energiebedarf prognostiziert.
  • Bei dem Verbrauchsausweis dagegen wird der Energieverbrauch ermittelt und die Kennwerte für den Energieverbrauch werden vermerkt. Es wird der jährliche Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Nutzfläche angegeben. Höhere Kennwerte sprechen für eine schlechtere energetische Qualität des Gebäudes.

3.Wann ist der Energiepass Pflicht?

Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, wann die Erstellung eines Energieausweises Pflicht ist:

  • Wenn Häuser neu gebaut werden, muss immer ein Energieausweis erstellt werden. Bauherren oder Eigentümer müssen diesen vom Architekten oder Planer bekommen.
  • Wenn ein Gebäude einer umfassenden Sanierung unterzogen wird, muss ein neuer Energieausweis erstellt werden.
  • Auch bei der Vermietung oder beim Verkauf von Immobilien ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben und muss Mietern oder potentiellen Käufern auf Wunsch vorgelegt werden. Diese Pflicht besteht aber nur bei einem Nutzerwechsel. Wer also seine Immobilie selbst bewohnt oder sie nicht neu vermietet, benötigt das Dokument nicht. Auch bei kleinen Gebäuden mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche und Baudenkmälern ist der Energieausweis nicht vorgeschrieben.

4. Welche Vorteile bietet der Energiepass Mietern, Käufern und Eigentümern?

Durch die Berechnung einer Immobilie, welche der Erstellung eines Energieausweises vorangeht, werden die energetischen Schwächen und Stärken des Gebäudes deutlich. Energieausweise können Immobilienbesitzern, Mietern und Käufern Vorteile bringen:

  • Mieter und Käufer können anhand des Energieausweises die energetische Effizienz und den Energiebedarf von Häusern vergleichen und zumindest abschätzen, mit welchen Energiekosten sie in Zukunft rechnen können.
  • Die Verbraucherzentralen empfehlen Mietern und Käufern jedoch, sich bei ihrer Entscheidung nicht ausschließlich auf die Kennzahlen im Zertifikat zu verlassen. Sie sollten sich vielmehr auch konkret über Alter und Qualität der Fenster und der Heizung und über die Dämmung von Dach und Wänden ihrer Wunschimmobilie erkundigen.
  • Auch für Eigentümer enthalten die Energieausweise wichtige Informationen und können ihnen sogar wesentliche Vorteile beim Verkauf ihrer Immobilie bringen. Im Energieausweis werden u. A. Empfehlungen zur Modernisierung des Gebäudes festgehalten. Diese Empfehlungen zeigen Möglichkeiten auf, wie die Energieeffizienz der Immobilie kostengünstig verbessert werden kann. Eigentümer sind zwar nicht verpflichtet, diese Maßnahmen umzusetzen. Aber wenn sie noch vor dem Verkauf das Gebäude modernisieren, können sie dessen Energieeffizienz deutlich verbessern. Nach solchen Maßnahmen ist die Erstellung eines neuen Energieausweises vorgeschrieben. Die verbesserten Energiekennwerte der Immobilie können sich positiv auf den Verkaufspreis auswirken.

5. Welche Angaben zum Wohngebäude müssen Immobilieninserate oder Exposés beinhalten?

Wenn Sie als Eigentümer Ihre Immobilie verkaufen oder vermieten wollen, müssen Sie folgende Angaben aus dem Energieausweis in der Anzeige oder im Exposé machen:

  • Baujahr der Immobilie;
  • Art des Energieausweises: Verbrauchs- oder Bedarfsausweis;
  • Kennwerte aus dem Energieausweis: Energieverbrauchskennwert bzw. Endenergiebedarf;
  • Art und wesentliche Energieträger der Heizung;
  • Energieeffizienzklasse der Immobilie (bei neuen Energieausweisen, die ab dem 01. Mai 2014 ausgestellt wurden. Bei alten Ausweisen, die noch keine Effizienzklassen haben, reicht die Angabe der oben genannten Energiekennwerte).

6.Wie lange ist das Dokument gültig?

Energieausweise behalten ihre Gültigkeit in der Regel für zehn Jahre. Ein neuer Ausweis wird nur dann notwendig, wenn z. B. ein Gebäude umfassend saniert wurde oder nach energetisch relevanten Maßnahmen. Gemäß der Energieeinsparverordnung muss in solchen Fällen das Gebäude neu berechnet und ein neuer Ausweis erstellt werden.


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