Mit nachhaltigen und umweltgerechten Bauen in Richtung Zukunft

Zusammenfassung

  • Passiv- und Aktivhäuser: Verringerung des Energieverlusts und Energiegewinnung als Unterscheidungsmerkmal

  • Heiz- und Warmwassersysteme auf Basis erneuerbarer Energien werden vielfältig staatlich gefördert

  • Ökologische Baumaterialien mit positiver Wirkung für die Umwelt und Gesundheit

Ob Einsatz regenerativer Energiequellen zur Strom- und Wärmeerzeugung in den eigenen vier Wänden, eine effiziente Wärmedämmung oder die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe – immer mehr Bauherren und Immobilienkäufer achten auf Ressourceneffizienz und Klimaschutz.

Schon seit Inkrafttreten des Baugesetzbuches im Jahr 1976 wird in der Immobilienbranche vermehrt Wert auf den Umweltschutz gelegt. Seitdem sind sowohl das Umweltbewusstsein insgesamt als auch die Herausforderungen durch Urbanisierung und Flächenverdichtung stetig gewachsen. Nachhaltiges Bauen und umweltgerechtes Wohnen sind verantwortungsvolle Schritte in Richtung Zukunft.

Energieeffizientes Bauen: Aktiv- und Passivhäuser

Energieeffizientes, nachhaltiges oder ökologisches Bauen liegen im Trend. Gemeinsam haben alle, dass sie umweltbewusst und ressourcenschonender als konventionelle Bauweisen sind. Allgemeinverbindlich definiert ist jedoch keiner der Begriffe. Einfacher wird es da bei den konkreten Bauweisen: Während eine energiesparende Bauweise gesetzlich vorgeschrieben ist, gibt es viele Konzepte, die über den Standard hinausgehen.

Zu den prominentesten zählen dabei Aktiv- und Passivhäuser: Das Passiv- oder Nullenergiehaus setzt darauf, durch seine Bauweise Energieverluste zu minimieren und so einen Jahresverbrauch an Heizwärme von 15 Kilowattstunden (kWh) nicht zu überschreiten. Es gilt, Abwärme von Geräten und Bewohnern oder die Wärme des einfallenden Sonnenlichts so im Haus zu halten, dass keine Warmwasserheizung notwendig ist. Unterstützt wird dieses Prinzip durch spezielle Lüftungssysteme und ergänzende Wärmegewinnungstechnologien wie Solarthermie. „Passivhäuser behalten die Wärme durch spezielle Fenster und Dämmungen im Haus. Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass die Wärme der verbrauchten Luft auf die frische Luft von außen übertragen wird. Der geringe Jahresenergieverbrauch für Wärme gilt als wichtigstes Merkmal von zertifizierten Passivhäusern, erklärt Matthias Klauser, Chief Revenue Officer.

Zusätzlich kommen in den letzten Jahren bei Aktiv- und Passivhaus vermehrt Smart-Home-Technologien zum Einsatz. Sie helfen dabei, den Stromverbrauch zu minimieren, indem sie den Betrieb von Geräten oder die Beleuchtungsintensität an die Gewohnheiten der Bewohner anpassen, also die Wärmezufuhr regulieren oder das Licht automatisch dimmen, wenn Schlafenszeit ist.

Vielfältige Förderprogramme für den Bau von energieeffizienten Häusern

Ob Aktiv- oder Passivhaus die richtige Wahl ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Wichtig ist zu wissen, dass energieeffiziente oder nachhaltige Bauten aufgrund der hohen technologischen Anforderungen auf den ersten Blick mehr Geld Kosten als konventionelle. Auf lange Sicht muss das jedoch nicht zutreffen. Denn steigende Stromkosten, Brennstoffkosten und Steuern sprechen für energieeffiziente Alternativen. Hinzu kommt, dass der Staat entsprechende Bau- und Sanierungsvorhaben mit vielfältigen Förderprogrammen unterstützt. So hat die KfW-Bank 2020 Fördermittel in Höhe von insgesamt 21,4 Milliarden Euro für den Kauf oder Bau von Energieeffizienzhäusern vergeben (Quelle: KfW Förderreport, 2020). Ein Blick auf die Fördermöglichkeiten im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) lohnt sich also.

Alternative Heiz- und Warmwassersysteme

Auch ohne Aktiv- oder Passivhaus können alternative Heiz- und Wärmesysteme Bestandsimmobilien ökologisch nachhaltiger machen – und ganz nebenbei auch ihren Wert steigern. Neben den KfW-Förderprogrammen gibt es auch auf Länderebene Förderungen zur energetischen Sanierung durch die Landesbanken. Darunter fallen neben dem Austausch der alten Gasheizung gegen Fernwärme, Pellets oder Brenntherme auch der Einbau von Geothermie- und Solarthermieanlagen.

Bei der Geothermie handelt es sich um natürliche Erdwärme, die durch exakte Bohrungen nutzbar gemacht und zum Heizen, Kühlen oder zur Warmwassergewinnung eingesetzt wird. „Im Privatgebrauch geht es um oberflächennahe Geothermie, bei der Bohrungen bis 400 Meter Tiefe vorgenommen werden“, weiß Immobilienexperte Klauser. „Dabei fließt durch die Erdwärme erwärmtes Wasser durch eingebrachte Sonden oder Kollektoren. Mithilfe einer Wärmepumpe wird diese Energie für die Erwärmung von Brauchwasser zum Heizen nutzbar.“ Bei der Solarthermie stammt die regenerative Energie von der Sonne. Ihre Strahlen erwärmen die Trägerflüssigkeit in Flach- oder Vakuumkollektoren

Nachhaltige und natürliche Baustoffe

Wer ökologisch und nachhaltig baut, hat heute in Sachen Materialien die Qual der Wahl. Ob Holz, Kalksandstein oder Strohballen – alles ist möglich. Um sich als nahhaltig zu qualifizieren, muss ein Baustoff in der Herstellung möglichst wenig Energie verbrauchen, weitgehend auf chemische Zusatzstoffe verzichten und ressourcenschonend sein.

Naturbaustoffe eignen sich in dieser Hinsicht besonders, da sie nachwachsen. Wer nach dazu auf regionale Produzenten setzt, schont die Umwelt zudem mit kurzen Transportwegen. Neben dem Material für den Rohbau, spielt das Dämmmaterial eine wichtige Rolle für den Wärmeerhalt energieeffizienter Häuser.

Natürliche Dämmstoffe wie Holzfasern, Holzwolle, Holzspäne, Hanf, Flachs, Schafwolle oder Kork entsprechen allen bautechnischen und physikalischen Ansprüchen und sorgen noch dazu für ein gesundes und angenehmes Wohnklima. „Eine gute Dämmung ist unter anderem dafür wichtig, dass Heizenergie nicht aus dem Gebäude entweichen kann. Darüber hinaus sorgt sie für eine natürliche Verlängerung des CO2- Kreislaufs und schützt das Klima vor weiteren CO2-Emissionen“, erklärt Matthias Klauser. Naturfußböden aus Holz und Kork sowie Naturfarben und Putze auf Kalk-, Lehm- oder Silikat-Basis sorgen für einen ökologischeinwandfreien Innenausbau.

Eine Übersicht zu ökologischen Baustoffen und bauphysikalischen Gesichtspunkten gibt zum Beispiel die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

„Ingenieure und Architekten setzen auch deshalb vermehrt auf natürliche Baustoffe, weil sie das Wohnklima verbessern. Sie verbessern zum Beispiel die Luftqualität und Thermoregulation und tragen so zum Wohlbefinden der Bewohner bei“, so Klauser.

Durch Modernisierungen können langfristig Kosten gespart werden

Der Einsatz umweltschonender Baustoffe beim Bau, regenerative Energien im Betrieb und die nachhaltige Bewirtschaftung von Immobilien im Allgemeinen sind richtungsweisende Trends der Immobilienwirtschaft. Das bestätigen Veranstaltungen wie das Norddeutsche Fachsymposium Recyclingbaustoffe, aber auch Initiativen von Unternehmen und Ländern zum nachhaltigen Bauen und Wohnen. Nachhaltigkeit hat zwar auch im Bau ihren Preis, aber

„Ökologische Modernisierungen sparen auf lange Sicht Kosten, da anfängliche Mehrkosten durch die Energiekostenersparnisse ausgeglichen werden. Wohnimmobilienfinanzierungen, der Niedrigbauzins sowie staatliche Förderungen für ökologisches Bauen schaffen zusätzliche Anreize für ein nachhaltiges Eigenheim“, resümiert Klauser von McMakler.