Frau und Mann bei der Immobiliensuche

Deutsche sind gegenüber dem Immobilienkauf auch in 2022 positiv gestimmt

Zusammenfassung

YouGov-Umfrage zeigt: Deutsche sehen die Immobilie immer noch als besonders lukratives Investment 

Meistgenannten Gründe für den Immobilienkauf: Sichere Altersvorsorge und Kapitalanlage 

Signifikante Steigerung der Zinsen für Immobiliendarlehen, bisher keine Auswirkungen auf Kaufinteresse

23. Februar 2021 – Durch steigende Immobilienpreise, hohe Baukosten sowie das mögliche Ende der Niedrigzinsärea ist der Immobilienverkauf und -kauf momentan auf dem Prüfstand. Doch wie steht es aktuell wirklich um den Immobilienmarkt in Deutschland? McMakler Research hat das gegenwärtige Stimmungsbild der deutschen Bevölkerung sowie das Finanzierungsverhalten analysiert. Die Ergebnisse zeigen: Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen am Immobilienmarkt haben noch keinen hohen Einfluss auf das Kaufinteresse der Deutschen. ¹

Für potenzielle Käufer zählt die Immobilie weiterhin als besonders attraktives Investment

Eine aktuelle repräsentative YouGov-Umfrage² der deutschen Bevölkerung mit 2.052 Teilnehmern zeigt, dass trotz der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation am Immobilienmarkt die Deutschen eine positive Einstellung zum Immobilienkauf hegen: Jeder vierte Deutsche plant in den kommenden fünf bis zehn Jahren den Kauf einer Immobilie. Von denjenigen, die einen Immobilienkauf planen, wurde die Altersvorsorge als einer der Hauptgründe für den Kauf genannt (45 Prozent). 43 Prozent wollen eine Immobilie als Kapitalanlage kaufen. Mehr Selbstbestimmung und Gestaltungsfreiheit im eigenen Zuhause nannten 39 Prozent der Umfrageteilnehmer als einen der Hauptgründe für den Kauf. Zudem zählten die Befragten die Immobilie als Kapitalanlage oder zur Eigennutzung zu den lukrativsten Investments (jeweils 20 Prozent), neben dem Kauf von Aktien (35 Prozent). Zum Zeitpunkt der Umfrage fühlten sich nur sieben Prozent durch die aktuelle wirtschaftliche Lage verunsichert. 

Für diejenigen, die keinen Immobilienkauf planen, sprechen entweder die hohen Kaufpreise oder fehlendes Eigenkapital gegen einen Immobilienkauf (jeweils 29 Prozent). 13 Prozent nannten die hohen Bau- und Nebenkosten als Hindernis. Vier Prozent nannten mögliche Zinssteigerungen als Argument gegen den Immobilienkauf. 

Grafik Umfrage Immobilienmarkt 2022

Download Grafik Stimmungsbild Immobilienmarkt 2022

Felix Jahn, CEO und Gründer von McMakler, sagt:

„Die aktuellen Entwicklungen am Markt scheinen bisher keinen Einfluss auf die Entscheidungsfindung potenzieller Immobilienkäufer zu haben. Im Vergleich zu anderen Investmentoptionen war die Immobilie schon immer eine stabile und inflationssichere Wertanlage und ist im Vergleich zu anderen Märkten weniger volatil. Dass insbesondere in Krisenzeiten der Immobilienkauf weiterhin attraktiv bleibt, ist daher wenig überraschend.”

Eigentümer: Jeder zehnte Eigentümer plant den Verkauf seiner Immobilie in den nächsten zwölf Monaten

Für Eigentümer ist die aktuell hohe Nachfrage am Immobilienmarkt eine gute Ausgangslage. Dennoch stehen sie einem potenziellen Verkauf zurückhaltend gegenüber. Gerade einmal jeder zehnte Eigentümer plant laut Umfrage in den kommenden zwölf Monaten den Verkauf seiner Immobilie. Von denjenigen, die einen Verkauf planen, versprechen sich 20 Prozent der Umfrageteilnehmer aktuell einen hohen Verkaufserlös. Jeweils 19 Prozent verkaufen aus familiären Gründen oder wegen des Eintritts ins Rentenalter. Weitere 26 Prozent glauben, dass die Verkaufspreise gegenwärtig attraktiver sind als in der Zukunft oder planen den Verkauf der Immobilie aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen. 

Immobilienfinanzierung mit wenig Risiko: Anstieg der Zinsen, Kreditlaufzeit hat sich im Durchschnitt um ein Jahr verlängert

Eine Auswertung der Finanzierungsdaten³ von McMakler Finance, einer Tochter der McMakler Gruppe, bestätigt das positive Stimmungsbild am Käufermarkt - die Nachfrage nach Krediten ist weiterhin ungebrochen hoch. Verzeichnet wurde zudem ein Anstieg der durchschnittlichen Darlehenssummen von rund 8 Prozent (Vergleich 2020 zu 2021). Ursache hierfür sind die steigenden Kaufpreise sowie die damit verbundenen steigenden Nebenkosten. Die durchschnittliche Kreditlaufzeit hat sich zudem von 11,9 Jahre (2020) auf durchschnittlich 12,9 Jahre (2021) verlängert.

Laut der Daten sind allerdings auch die Zinsen für Immobiliendarlehen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen: Ein Immobiliendarlehen mit einer Kreditlaufzeit von zehn Jahren kostete im Januar dieses Jahres bereits 0.29 Prozent mehr als noch im Vorjahresmonat. Bei einer Kreditlaufzeit von 15 Jahren mussten Kreditnehmer eine 0.26 Prozent höhere Zinsrate im Vergleich zum Vorjahr in Kauf nehmen. Seit Februar ist allerdings eine deutliche Zinssteigerung zu erkennen. Immobiliendarlehen haben sich im Schnitt um fast ein halbes Prozent verteuert. 

Felix Jahn, CEO und Gründer von McMakler:

„Die Zinsen haben sich in jüngster Zeit vor dem Hintergrund gestiegener Leitzinserwartungen der Europäischen Zentralbank verteuert. Auch die Entscheidung der BaFin im Januar, Immobiliendarlehensvergaben für Banken in Zukunft teurer zu machen, hat Potential, die Zinsen für Endkunden längerfristig zu erhöhen. Zwar äußert sich der Zinsanstieg aktuell noch nicht im Stimmungsbild der Deutschen, es ist aber davon auszugehen, dass sich das in naher Zukunft ändern wird.

Wer jetzt den Verkauf oder Kauf einer Immobilie beabsichtigt, braucht die Pläne nicht auf Eis zu legen. Verkäufer profitieren von der hohen Nachfrage am Immobilienmarkt und können aktuell gute Verkaufserlöse erzielen. Käufer hingegen schöpfen, trotz des Anstiegs der Zinssätze, immer noch von einem historisch niedrigem Zinsniveau. Sie sollten hierbei allerdings auf längere Zinsbindungen achten und vor dem Kauf einen Blick auf die lokalen Mietrenditen werfen.” 


Fußnoten

¹ Wichtiger Hinweis: Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 21. - 22.2.2022 durchgeführt und fand somit vor den aktuellen Ereignissen in der Ukraine statt.

² Die Befragung wurde von YouGov im Auftrag von McMakler im Zeitraum vom 21. - 22.02.2022 mit 2052 Befragten online durchgeführt.

³ Die Datenerhebung basiert auf den vermittelten Baufinanzierungen durch McMakler Finance im Beobachtungszeitraum Januar 2020 bis Januar 2022. Die Darstellung der Zinsentwicklung basiert auf den Zinssätzen der Konditionsangebote, die von unseren Produktpartnern über die McMakler Finance GmbH im ausgewählten Zeitraum im Rahmen einer Vermittlung eines Darlehensvertrages angeboten wurden.