Was ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Letztes Update: 01.02.2022

Oft wird die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als Nachweis für regelmäßige und vollständige Mietzahlungen verlangt.

Bei einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung handelt es sich um einen Nachweis über die regelmäßige, vollständige und fristgerechte Mietzahlung beim Vormieter. Ein entsprechendes Dokument verlangen Vermieter bei Neuvermietungen oft zusammen mit den Bewerbungsunterlagen, um einen Beleg für die Vertrauenswürdigkeit der potenziellen Mieter zu bekommen.

Verbraucherschützer geben den Hinweis: Da Ihr alter Vermieter nicht verpflichtet ist, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen, kann Ihr neuer Vermieter diese auch nicht verlangen. In den meisten Fällen stellt sich aber eine Bewerbung ohne Bescheinigung als nachteilig heraus. Vermieter vergeben die neue Wohnung häufiger an Personen mit einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als an jene ohne einen entsprechenden Nachweis.

Ausstellen der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung durch den ehemaligen Vermieter

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann nur durch den einstigen Vermieter oder durch dessen eingesetzten Hausverwalter ausgestellt werden. Diese können dafür Mietschuldenfreiheitsbescheinigungs-Vorlagen nutzen kann, die Sie online als Muster oder als PDF herunterladen können.

Wichtig: Sie können jederzeit eine freundliche Anfrage an Ihren ehemaligen Vermieter stellen, ob er Ihnen einen Mietschuldenfreiheitsbescheinigung erstellen kann. Gesetzlich verpflichtet ist er dazu nicht.

Wohngemeinschaften können einen Sonderfall darstellen

Haben Sie zuletzt in einer Wohngemeinschaft gelebt, ist die exakte Vertragssituation zu prüfen. Waren alle Mieter als Hauptmieter im Mietvertrag eingetragen oder wurde jeder Bewohner als eigener Mieter geführt? Dann müssen Sie sich weiterhin direkt an den Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung wenden. Waren Sie jedoch ein Untermieter und haben Ihre Mietzahlungen an den vertraglich festgelegten Hauptmieter gezahlt, wenden Sie sich einfach an den Hauptmieter zur Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Dieser ist dann berechtigt, Ihnen einen Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen.

Die Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann eine Herausforderung sein. Überlegen Sie sich bereits im Vorfeld mögliche Alternativen.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung durch die Eltern

Insbesondere junge Menschen denken bei der Forderung nach einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung an ihre Eltern. Diese dürfen jedoch keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für ihre Kinder ausstellen. Dies hat keinerlei Aussagekraft oder Bedeutung für den kommenden Vermieter. Es könnte jedoch von Bedeutung sein, dass sich die Eltern von ihrem Vermieter eine Bescheinigung ausstellen lassen, wenn sie als Bürgen für ihre Kinder bei der neuen Wohnung auftreten wollen. Verlangt ein Vermieter weitere Sicherheiten, können sich Eltern auch als zusätzliche „Mieter“ in den Mietvertrag aufnehmen lassen.

Kosten für eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Hat sich Ihr einstiger Vermieter bereit erklärt, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen, kann er dafür einen Kostenaufwand berechnen. Da dieser rechtlich nicht festgelegt ist, variiert die Höhe der verlangten Summe. 50 Euro haben sich als angemessene Gebühr durchgesetzt. Selbstverständlich kann eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auch kostenlos sein.

Alter einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Da keine gesetzlichen Regelungen zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung existieren, unterscheidet sich das akzeptierte Alter von Vermieter zu Vermieter. Es ist auch davon abhängig, wie lange Ihr letztes Mietverhältnis zurückliegt.

Die meisten Bonitätsbescheinigungen, die rechtliche Grundlagen besitzen, haben eine Gültigkeitsdauer von drei bis sechs Monaten.

Angaben in einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Für eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann ein PDF oder eine Vorlage aus dem Internet genutzt werden, da keine rechtlichen Vorgaben zur Form bestehen. Folgende Angaben sind in der Regel immer enthalten:

  • Name des Mieters

  • Adresse der ehemaligen Mietwohnung

  • Bestätigung der regelmäßigen, vollständigen und fristgerechten Mietzahlung

  • Name, Anschrift und Unterschrift des Vermieters oder des Hausverwalters

Bestehen Mietschulden, kann die Höhe der ausstehenden Mietzahlungen in der Bescheinigung angegeben werden.

Vorsicht: Keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung fälschen

Stellt der Vormieter keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung aus oder liegen eventuell Mietschulden vor? Dann sollten Sie trotzdem auf keinen Fall die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung fälschen, um die Chancen auf Ihre Traumwohnung zu erhöhen! Die Datenschutzbestimmungen sehen zwar vor, dass ein potenzieller Vermieter den ehemaligen Vermieter nicht ohne die Zustimmung der Mietinteressenten kontaktieren darf, dennoch stellt die Fälschung eine Täuschung dar. Sollte sich die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung als Fälschung herausstellen, gilt dies als Vertragsbruch und kann eine umgehende Kündigung des Mietverhältnisses nach sich ziehen.

Alternativen zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Aus welchen Gründen auch immer Sie keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung erhalten – es gibt Alternativen, die von einigen Vermietern akzeptiert werden.

  • Quittung über Mietzahlungen: Weigert sich Ihr einstiger Vermieter, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen, haben Sie als Mieter das Recht, sich eine Quittung über regelmäßige Mietzahlungen ausstellen zu lassen (BGH, Az.: VIII ZR 238/08; § 368 BGB). Dies wäre eine lohnende Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung.

  • Kontoauszüge: Können Sie auf beide Varianten nicht zurückgreifen, stellen Sie eigene Kontoauszüge zusammen, um die erbrachten Mietzahlungen zu belegen. Vielleicht haben Sie mit einem solchen Nachweis Erfolg.

  • SCHUFA-Selbstauskunft: Die SCHUFA-Selbstauskunft wird von zahlreichen Vermietern ohnehin als relevant erachtet. Allerdings muss nicht das vollständige Dokument mit allen Score-Werten vorgelegt werden. Eine weniger ausführliche Darstellung reicht vollkommen aus. Verlangt werden darf diese aber erst, wenn eine Zusage von einem positiven Nachweis abhängig ist.

Worauf Mieter und Vermieter bei der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung achten sollten

Der Datenschutz nimmt bei der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung eine zentrale Rolle ein. Sowohl Vermieter als auch Mietinteressenten müssen in diesem Kontext wichtige rechtliche Grundlagen beachten.

  • Der Vermieter darf das Dokument erst einfordern, wenn Sie als Mieter ein konkretes Interesse an der Wohnung bekundet haben. Im Vorfeld sind entsprechende Unterlagen aus Datenschutzgründen irrelevant.

  • Vermieter sollten immer eine Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung anbieten, die als Nachweis der regelmäßigen Mietzahlungen dienen kann. Eine solche Alternative könnten Gehaltsabrechnungen sein.

  • Haben Vermieter schon im Vorfeld die vollständigen Unterlagen erhalten, sollten diese besser gelöscht oder ohne Ansicht zurückgeschickt werden, um keinen potenziellen Bewerber zu benachteiligen.

 Eine fehlende Mietschuldenfreiheitsbescheinigung darf nicht der Grund für eine Absage sein. Entsprechende Alternativen müssen vom Vermieter in Betracht gezogen werden.

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