Warum es sich lohnt, Photovoltaik für den Eigenverbrauch zu nutzen

Erneuerbare Energien: Mit der Solaranlage auf dem Dach können Familien ihren eigenen Strom erzeugen.

Sie als Eigenheimbesitzer wissen: Die Energiewende ist schon lange ein wichtiger Bestandteil der Lebensrealität. Ein sichtbares Symbol dieses Wandels sind die Solarpaneele auf den Dächern von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sicherlich spielt das geschärfte ökologische Bewusstsein eine große Rolle bei der Anschaffung einer Photovoltaikanlage – aber eben auch die Wirtschaftlichkeit. Warum sollten Sie selbsterzeugten Solarstrom nicht unbedingt ins Stromnetz einspeisen, sondern Photovoltaik für den Eigenverbrauch nutzen? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Solarstrom: Geld verdienen oder Energie selbst nutzen?

Erinnern Sie sich? Im Jahr 2011 beschloss die Bundesregierung, bis zum Jahr 2022 die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten und vom Netz zu nehmen. Dieses weitreichende Gesetz und alle damit verbundenen legislativen Rahmenbedingungen gelten heute als Startschuss der sogenannten Energiewende. Denn gleichzeitig wurde der stufenweise Abschied von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas und Erdöl beschlossen. Die Idee: Bis zum Jahr 2050 soll die Bundesrepublik Deutschland mindestens 80 Prozent ihres gesamten Strombedarfs aus regenerativen Energiequellen beziehen, beispielsweise aus Sonnen- und Windenergie.

Wussten Sie schon?

Durchschnittlich verbraucht eine Person pro Haushalt etwa 1.000 kWh Strom im Jahr. Aktuell betragen die jährlich anfallenden Stromkosten somit etwa 415 Euro je Person.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bildete den Rahmen, um vor allem Photovoltaik-Technik schnell und flächendeckend zu etablieren. Es wurde schon im Jahr 2000 geschrieben und schließlich 2021 umfassend reformiert und angepasst. Das Gesetz richtet sich vor allem an Bauherren. Es regelt einerseits den infrastrukturellen Umbau. Andererseits hat das EEG auch direkten Einfluss darauf, ob und wie viel Geld Sie als Bauherr oder Eigenheimbesitzer mit Ihrem selbst erzeugten Strom erzielen können.

Solarstrom ins Stromnetz einspeisen

Es ist allgemein bekannt, dass Photovoltaik die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom bezeichnet. Dafür werden zumeist Sonnenkollektoren aus Silizium verwendet. Die typisch schimmernden Paneele sind mittlerweile fast überall zu sehen. Diese Halbleiter wandeln Lichtenergie in elektrische Energie um. Diese wiederum kann entweder selbst genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden – und das können auch Sie als Eigenheimbesitzer tun.

Um den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben, subventionierte die Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2011 die Einspeisung des Solarstroms in das öffentliche Stromnetz sehr großzügig mit bis zu 54,53 Cent je Kilowattstunde (kWh). Damit war der erzielte Gewinn pro kWh teilweise doppelt so hoch wie der übliche Marktpreis – ein lukratives Geschäft. Inzwischen ist das nicht mehr möglich. Eine Kilowattstunde wird nun (Stand 2021) mit durchschnittlich 6,20 Cent bezuschusst.

Steuerfrei: Keine EEG-Umlage mehr für Photovoltaik-Eigenverbrauch bis 30 kWp

Mit der Novellierung des EEG zum 1. Januar 2021 wird zwar die Bezuschussung der Einspeisung gekürzt, gleichzeitig aber auch der Photovoltaik-Eigenverbrauch steuerlich entlastet. Nach dem neuen Gesetz entfällt die EEG-Umlage für Betreiber einer Anlage mit bis zu 30 kWp (Kilowatt-Peak), wenn sie diesen erzeugten Solarstrom für den Eigenverbrauch nutzen. So erhofft sich die Bundesregierung den vereinfachten Ausbau von Solaranlagen für den Eigenverbrauch.

Was bedeutet Kilowatt-Peak?

Da die Photovoltaik stark von der Sonneneinstrahlung abhängig ist und im Laufe eines Tages erheblichen Schwankungen ausgesetzt sein kann, wird die Leistung von Solaranlagen nicht in Watt oder Kilowatt, sondern in Kilowatt-Peak gemessen. Ein Kilowatt-Peak stellt dabei den höchstmöglichen Betrag dar. Photovoltaikanlagen mit 1 kWp erzeugen in etwa 1.000 kWh Strom pro Jahr. Module mit mehr als 1 kWp benötigen oftmals Stromspeicher, um die überschüssige Energie aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt nutzen zu können.

Nach etwa zehn Jahren haben sich Solaranlagen für private Haushalte amortisiert.

Stromkosten mit Solarstrom sparen: Eigenverbrauch lohnt sich!

Die Einspeisevergütung, die im EEG festgeschrieben wurde, erwies sich nach ihrer Einführung als ein wirksames Mittel, um den Ausbau von PV-Anlagen in Deutschland voranzutreiben. Allerdings veränderte sich die energiewirtschaftliche Gesamtgemengelage im Laufe der Zeit: Die Strompreise sind in den letzten zwei Dekaden jährlich um fast sechs Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind Solaranlagen immer günstiger und leistungsstärker geworden. Für Sie als Eigenheimbesitzer ist es nun also wesentlich erschwinglicher als noch vor 20 Jahren, sich eine Solaranlage auf dem Dach installieren zu lassen.

Stromkosten-Entwicklung pro Haushalt (mit ca. 4.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr):

2004 – 712 Euro

2006 – 771 Euro

2008 – 850 Euro

2010 – 921 Euro

2012 – 997 Euro

2014 – 1.114 Euro

2016 – 1.093 Euro

2020 – 1.180 Euro

Quelle: Statista

Die Photovoltaikanlage für den Eigenbedarf zu nutzen, ist für Sie daher eine sehr gute Investition, auch bei älteren Modellen. Diese sind zwar oftmals so eingestellt, dass sie automatisch den erzeugten Strom ins lokale Netz einspeisen. Ihrem Elektriker ist es jedoch leicht möglich, diese auf den Eigenverbrauch umzustellen.

Photovoltaik-Eigenverbrauch amortisiert Anlagen nach etwa 10 Jahren

Ohne Speicher oder Batterien können Sie als Eigenheimbesitzer etwa 30 Prozent des Sonnenstroms aus der Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch nutzen. Mit entsprechender Technik erhöhen Sie diesen Wert leicht auf rund 70 Prozent. Moderne Lösungen speichern Strom noch effizienter, sodass Sie sogar fast 100 Prozent Ihrer Photovoltaik für den Eigenverbrauch nutzbar machen können.

Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung zwischen 3 und 10 kWp kostet je nach Wirkungsgrad und Größe etwa zwischen 5.000 und 13.000 Euro. Nach ungefähr zehn Jahren haben sich die Anschaffungskosten der meisten PV-Anlagen bereits amortisiert. Insgesamt ist das also eine Investition, die für Eigenheimbesitzer und Bauherren sowohl in ökologischer als auch ökonomischer Hinsicht absolut sinnvoll ist.

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