Was ist ein Gesims?

Dachgesimse sind in der modernen Architektur wieder neu entdeckt worden und zieren zahlreiche Häuserfassaden

Das Gesims, das auch als Sims bezeichnet wird, ist in der modernen Bauweise ein dekoratives Bauelement bei der Fassadengestaltung. Das Gesims besaß in der europäischen Architektur lange einen besonders hohen Stellenwert aufgrund seiner Funktionalität. Als horizontal verbautes Element, das aus der Wand hervortritt, schützte das Gesims das darunter befindliche Baumaterial vor Witterungseinflüssen und trug damit zum Erhalt des Bauwerkes bei. Im Laufe der Zeit wandelte sich der bauliche Charakter des Gesimses. Von einem funktionellen wurde es zu einem dekorativen Bauelement, das vielen Menschen auch als Dach-, Gürtel- oder Fenstersims bekannt ist.

In der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts verlor das Gesims an Bedeutung, ohne jedoch gänzlich aus den Stadtbildern zu verschwinden. Bei der Restauration alter Gebäude und bei Neubauten wurde das Gesims als dekoratives beziehungsweise außergewöhnliches Bauelement wiederentdeckt. Im Zusammenspiel mit Profilierungen und Schmuckwerk verleiht der Sims einer Fassade eine strukturelle Übersicht ganz im Sinne der klassischen Architektur.

Arten und Formen von Gesimsen

Aus dem klassischen Gesims zur Strukturierung der Fassade in Etagen haben sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Arten und Formen entwickelt, die einem Bauwerk ein Gesicht geben können.

Giebelgesims: Das Giebelgesims besitzt eine dreieckige Grundform, die teilweise auch abgerundet sein kann. Der Sims bildet den Rahmen des Giebels, der sich durch überstehende Elemente von ihm abhebt.

Dachgesims: Das Dachgesims ist die bekannteste Form, schließlich existieren in vielen Städten Deutschlands noch zahlreiche Häuser, bei denen ein Dachgesims zum optischen Element der Fassade gehört. Der Dachsims – auch als Kranzgesims, Kraggesims, Traufgesims oder Stuckgesims bezeichnet – befindet sich am obersten Ende eines Gebäudes und grenzt das Dach von der restlichen Fassade ab. Das Dachgesims ragt in der Regel weit heraus und wird mit zahlreichen dekorativen Elementen versehen. Bei der Gestaltung soll ein möglichst harmonischer Übergang zwischen Dach und Fassade geschaffen werden. Architekten müssen dabei die Proportionen im Auge behalten. Je größer das Gebäude ausfällt, desto auffälliger kann das Dachgesims gestaltet werden. Bei kleineren Gebäuden wird auf kleine Profile gesetzt.

Gurtgesims: Das Gurtgesims – auch Stockwerkgesims, Geschossgesims oder Kordongesims – dient der Strukturierung der Fassade. Als horizontales Bauelement werden häufig die einzelne Etagen durch ein Gurtgesims abgeschlossen. Die Gesimsstreifen setzen sich von der Fassade optisch durch Abstufungen oder Verzierungen ab. Je nach Muster, Stil und Größe kann die Hausfassade klassisch oder modern aufgebaut werden. Eher selten ist ein Sockelsims, der den Sockel eines Hauses vom ersten Stockwerk trennt.

Fenstergesims: Fenstergesimse sind vergleichbar mit Gurtgesimsen. Sie verlaufen unterhalb der Fenster entlang und bilden den Sockel. Sie treten nur ein wenig hervor und betonen die einzelnen Fensterelemente. Bei der Gestaltungsweise haben Sie freie Hand, denn das Spektrum reicht von einfachen Abstufungen bis zu einem figürlichen Gesimsstreifen.

Kaffgesims: Das Kaffgesims besitzt heutzutage Seltenheitswert und ist vor allem an Gebäuden der Gotik zu finden. Die schräg abfallende Deckplatte, die profilierten Unterseiten sowie Hohlkehlen und Wassernasen haben den funktionalen Zweck der Wasserabweisung und „Regenwassersteuerung“, um das Bauwerk vor den dauerhaften Einflüssen zu schützen.

Das Fenstergesims ist eine besondere Form des Gesimses, das als Sockel zur Zierde direkt unter den Fenster angebracht wird.

Lässt sich ein Gesims nachträglich anbauen?

Wer alten Baubestand ausbessern oder die Fassade des eigenen Hauses dekorativ aufwerten möchte, kann sich auch für den nachträglichen Anbau eines Gesimses entscheiden. Bei der Installation eines Simses an der Fassade sind keine baulichen Eingriffe notwendig, die Einfluss auf die Statik oder die Hauskonstruktion besitzen. Verwendet wird in diesem Zusammenhang Stuck, eine besondere Ausformung von Mörtel.

Dabei ist es ratsam, auf die Unterstützung von Handwerkern beziehungsweise ausgebildeten Stuckateuren zu setzen, die sich mit der Umsetzung auskennen. Das Gesims wird nach Ihren Vorstellungen vorgefertigt und anschließend an die Fassade angebracht.

Welche Kosten fallen für ein Gesims an?

Giebelgesimse und andere Formen finden sich vor allem an historischen Bauwerken zur Bereicherung der Fassade

Die Kosten lassen sich im Vorfeld sehr schlecht kalkulieren, da die Gestaltung nach Ihren Wünschen vorgenommen wird. Mörtel als Material verursacht einen sehr geringen Kostenaufwand. Weil zudem keine baulichen Maßnahmen notwendig sind, halten sich die Preise für das Anbringen des Gesimses in Grenzen.

Wurde das Gesims aus Holz gefertigt, damit es zur Hausbauweise passt, müssen Sie mit den Anschaffungskosten des Materials, den Kosten für die Schnitzarbeiten sowie das Anbringen kalkulieren.

Ein Dach- oder Fenstergesims beim Eigenheim beziehungsweise ein Gurtgesims bei größeren Gebäuden stellt eine durchaus interessante Aufwertung der Fassade dar, wenn das Gesims in das Gesamtbild des Hauses passt.

Bei der Finanzierung und im Unterhalt einer Immobilie fallen Sonderzahlungen an.
Die Abtretung wird häufig im Rahmen einer Baufinanzierung eingesetzt.
Angehende Baufinanzierer sollten den Begriff Nominalzins kennen.
Im Rahmen Ihrer Baufinanzierung erstellt das Kreditinstitut einen Tilgungsplan.