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Wohnflächenberechnung Schritt für Schritt

Wohnflächenberechnung Schritt für Schritt

Die Wohnflächenberechnung ist ein entscheidendes Kriterium für den Bauantrag und wird meist von demjenigen Architekten erstellt, der diesen Bauantrag einreicht. Durch die Wohnflächenberechnung lassen sich die Haus-, Wohnungs- und Raumgrößen ermitteln, die dem Käufer oder Mieter zur Verfügung stehen werden und sind somit maßgebendes Kriterium für die Berechnung des Miet- oder des Kaufpreises der Immobilie. Verlässliche und auf der gleichen Berechnungsmethode basierende Ergebnisse sind hier also äußerst relevant, um Preisvergleiche anzustellen. Informieren Sie sich daher über die Berechnungsmethode, bevor Sie die Miet- oder Erwerbskosten der Wohnfläche in Ihre Entscheidungsfindung einbeziehen. Nur so können Sie sicherstellen, dass die Wohnflächenberechnung auf der gleichen Grundlage mit der gleichen Gewichtung erfolgt. Details über die unterschiedlichen Berechnungsmethoden finden Sie hier.

1. Wohnflächenverordnung (WoFlV)

Die gängigste Methode der Wohnflächenberechnung ist die nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV). Im öffentlich geförderten Bereich ist ausschließlich diese Berechnungsmethode zulässig. Bei der Berechnung nach der WoFlV werden nur die Flächen zur Wohnfläche hinzugerechnet, welche einem angemessenen Wohnstandard Rechnung tragen. Das heißt, die Wohnfläche stimmt hierbei nicht mit der gesamten Grundfläche überein, da bestimmte Flächen abgezogen werden, welche nicht angemessen genutzt werden können. Die Verordnung zur Wohnflächenberechnung finden Sie hier.

Laut Wohnflächenverordnung (WoFlV) werden die Flächen folgender Räume komplett zur Gesamtwohnfläche hinzugerechnet:

  • Wohn- und Esszimmer
  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Küchen
  • Flure
  • Badezimmer und Toilettenräume
  • Nebenräume wie Vorräume, Besen- und Speisekammern sowie andere Schrankräume
  • Wintergärten
  • Sonstige, nach 4 Seiten hin geschlossene Räume (z.B. Sauna, Fitnessraum, Schwimmbad)
  • Grundflächen von Raumteilen mit einer lichten Höhe von mindestens 2,00 m

Die folgenden Flächen werden bei der Flächenberechnung bis höchstens zur Hälfte angerechnet:

  • Balkone
  • Terrassen
  • Loggien
  • Grundflächen von Raumteilen mit einer lichten Höhe von mehr als 1,00 m und weniger als 2,00 m

Die folgenden Flächen werden nicht angerechnet:

  • Kellerräume
  • Garagen
  • Heizungsräume
  • Waschküchen

Von der Wohnfläche abgezogen werden:

  • Zum Beispiel Kamine oder Schornsteine mit einer Grundfläche von 0,1 m²
  • Türnischen
  • Grundflächen von Raumteilen mit einer lichten Höhe von weniger als 1,00 m

2. DIN-Norm 277 „Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“

Die DIN-Norm darf nur im frei finanzierten Wohnungsbau genutzt werden. Sie ermittelt im Gegensatz zur WoFlV nicht die Fläche, die zur tatsächlichen Wohnnutzung dient, sondern die Funktions-, Nutz- und Verkehrsflächen einer Wohnung, welche zusammen als Grundfläche bezeichnet werden.

Zu den Nutzflächen (NF) zählen die Flächen, welche den folgenden Nutzungsgruppen dienen: Wohnen und Aufenthalt, Büroarbeit, Produktions-, Hand- und Maschinenarbeit, Lagern, Verteilen, Verkaufen, Bildung, Unterricht, Kultur, Heilen und Pflegen sowie sonstige Nutzflächen. Das bedeutet, dass u.a. Flächen wie Balkone, Keller sowie Grundflächen von Raumteilen unter 1m mit in die Wohnflächenberechnung einfließen.Zu den technischen Nutzflächen (TF) gehören die Flächen von Betriebstechnischen Anlagen, wie zum Beispiel Heizung und Wassererwärmung sowie von Stromversorgung oder Aufzugs- und Förderanlagen.Zu den Flächen der Verkehrserschließung und -sicherung (VF) gehören beispielsweise Flure, Treppen und Hallen.

DIN277 Grundflächenberechnung

Wie Sie sehen, können die verschiedenen Berechnungsmethoden zu komplett unterschiedlichen Ergebnissen führen. Behalten Sie im Kopf, dass die Wohnflächenangaben kleiner sind, als die Nutzflächenangaben und diese wiederum kleiner als die Grundflächenangaben. Diese Abweichungen sind besonders merklich, wenn es sich um Wohnungen mit großen Terrassen, Balkonen oder um Dachgeschosswohnungen handelt.

Generell sollten Sie die Wohnflächenberechnung vor Einzug noch einmal selbst bzw. von einem Experten prüfen lassen, denn laut Stiftung Warentest werden bei der Wohnflächenberechnung viele Fehler begangen. So werden zum Beispiel die Flächen unter Dachschrägen <1m trotzdem zur Fläche hinzugerechnet. Eine abweichende Wohnfläche von bis zu 10% ist zulässig, doch alles, was darüber hinausgeht kann mit einer Mietminderung einhergehen. Ist die Fläche der Wohnung beispielsweise 15% kleiner als vom Vermieter angegeben, so können auch die Mietkosten um 15% gesenkt werden. Dies gilt auch für bereits geleistete Mietzahlungen.

Wenn Sie all diese Dinge bei der Wohnflächenberechnung beachten, steht einem fairen Mietverhältnis seitens des Mieters und des Vermieters nichts mehr im Wege. In allen Fragen rund um die Vermietung oder den Verkauf, inklusive der Wohnflächenberechnung im Rahmen des Exposés, steht McMakler Ihnen als zuverlässiger Partner gerne zur Seite. Kontaktieren Sie uns hier.


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