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Warum wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Kauf von Immobilien benötigt?

Warum wird eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Kauf von Immobilien benötigt?

Damit der Kauf einer Immobilie rechtsgültig wird, brauchen Käufer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt. Doch welche Bedeutung genau hat die Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Erwerb und Finanzieren von Immobilien, wie bekommt man sie und welche Formalitäten kann auch der Notar an Ihrer Stelle erledigen? – In unserem Ratgeber-Artikel finden Sie hilfreiche Informationen zum Thema Unbedenklichkeitsbescheinigung.

1. Was genau ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung und warum brauche ich diese beim Immobilienkauf?

Eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ist bei fast jedem Immobilienkauf wichtig. Sie wird vom zuständigen Finanzamt ausgestellt und dient als Nachweis, dass der Käufer die Grunderwerbssteuer gezahlt hat und auch seinen sonstigen steuerlichen Verpflichtungen in vollem Umfang nachgekommen ist. Sobald der Notar die Bescheinigung bekommen hat, kann er sie dem Grundbuchamt vorlegen und der Käufer kann endgültig als der neue Eigentümer des Grundstücks oder der Immobilie eingetragen werden. Die Grundbuchämter nehmen keine Eintragungen vor, wenn die Bescheinigung nicht vorliegt. Das bedeutet, dass ohne die Zahlung der Grunderwerbssteuer und die im Ergebnis ausgestellte Unbedenklichkeitsbescheinigung die Immobilie den Besitzer nicht wechseln und das Geschäft nicht vollständig abgeschlossen werden kann.

2. Wann wird beim Kauf einer Immobilie keine Unbedenklichkeitsbescheinigung benötigt?

Nicht bei jedem Immobilienverkauf muss die Grunderwerbsteuer entrichtet werden: Der Kauf von Grundstücken, deren Preis unter 2.500 Euro liegt, wird nicht besteuert. Wenn Grundstücke durch Erbschaft oder Schenkung erworben werden oder wenn der Verkauf zwischen Verwandten ersten Grades erfolgt, fällt ebenfalls keine Grunderwerbsteuer an. Das bedeutet, dass in solchen Fällen auch keine Unbedenklichkeitsbescheinigung benötigt wird, damit der Kauf der Immobilie vollzogen werden kann.

3. Wie bekomme ich die Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Kauf meiner Immobilie?

Wer eine Immobilie kauft, wird nicht automatisch nach Vertragsabschluss mit dem Verkäufer zum neuen Eigentümer der betreffenden Immobilie. Es müssen nämlich noch einige Formalitäten erledigt werden, bevor der Käufer als neuer Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden kann: Nachdem der Kaufvertrag unterschrieben und beurkundet ist, veranlasst der mitwirkende Notar die Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Dabei wird der Käufer als neuer Eigentümer im Grundbuch vorgemerkt, damit die Immobilie keinen weiteren Interessenten verkauft werden kann. Zusätzlich informiert der Notar das zuständige Finanzamt über den Vertragsabschluss. Im nächsten Schritt stellt das Finanzamt den Grunderwerbsteuerbescheid aus. Der Käufer der Immobilie muss die Steuer innerhalb eines Monats entrichten. Erst dann stellt das Finanzamt die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Sie kostet zwischen fünf und fünfzehn Euro und dient als Bestätigung, dass der Käufer seine Steuerschuld beglichen hat. Der Notar kann anschließend die Unbedenklichkeitsbescheinigung dem Grundbuchamt vorlegen und veranlassen, dass die Auflassungsvormerkung gelöscht und der Käufer endgültig als neuer Eigentümer der Wohnung oder des Hauses ins Grundbuch eingetragen wird. Ohne die Unbedenklichkeitsbescheinigung nehmen die Grundbuchämter keine Eintragung vor.

In der Regel möchte jeder Verbraucher, dass der Immobilienkauf möglichst schnell rechtsgültig wird. Deswegen ist es in seinem eigenen Interesse, die Grunderwerbssteuer zeitnah nach Eingang des Steuerbescheids zu entrichten. Manche Käufer ziehen es sogar vor, sich die Zahlung der Steuer durch die Bank quittieren zu lassen und direkt danach den Zahlungsbeleg dem Finanzamt selber vorzulegen. Dadurch können sie etwas Zeit sparen und das Verfahren beschleunigen.

4. Welche Rolle spielt die Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Finanzierung meiner Immobilie?

Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist von enormer Bedeutung für die Finanzierung einer Immobilie: In der Regel machen die Banken die Überweisung eines Kredits davon abhängig, ob im Grundbuch eine Grundschuld eingetragen werden kann. Die Grundschuld dient nämlich als Sicherheit für die finanzierende Bank. Der Eintrag der Grundschuld kann aber erst vorgenommen werden, nachdem der Käufer als neuer Eigentümer im Grundbuch steht. Deswegen sind das Entrichten der Grunderwerbsteuer und die anschließend vom Finanzamt ausgestellte Unbedenklichkeitsbescheinigung eine unabdingbare Voraussetzung für die Überweisung der Kaufsumme durch die Bank.


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