Immobilienpreise in Deutschlands Landkreisen im Vergleich

Letztes Update: 06.12.19

Wo kann man sich den Wohnraum in Deutschland noch leisten? Immer mehr Menschen in Deutschland setzen sich angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase und den steigenden Mietpreisen mit dem Thema Wohneigentum auseinander. Sie spielen mit dem Gedanken zu kaufen oder haben ihr Wunschobjekt bereits gefunden. Wie viel Geld die Traumimmobilie kostet, ist allerdings regional höchst unterschiedlich. Erfahren Sie hier, welche Landkreise am teuersten sind, wo die Preise noch moderat sind und in welchen Regionen es die stärksten Preisanstiege gibt.

Immobilienpreise im Deutschlandvergleich: Große regionale Unterschiede

Die Lage bestimmt die Nachfrage und diese schließlich den Immobilienpreis. Wohnungen und Häuser mit schlechter Anbindung und Infrastruktur auf dem Land haben es schwer mit großen Metropolen und Ballungsgebieten mitzuhalten. Die Schere zwischen den teuersten und günstigsten Regionen Deutschlands klafft immer weiter auseinander. Das zeigt auch der aktuelle Deutschland-Check von McMakler für alle Landkreise und Stadtbezirke. Dabei wurden die 30 Spitzenreiter und 30 Schlusslichter sowie die Regionen mit dem stärksten Preisanstieg im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum analysiert.

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Zwischen dem ersten und letzten Platz des Preisrankings lässt sich ein deutlicher Unterschied erkennen: München (Stadt) hat mit durchschnittlich 7.558 €/m2 die teuersten Immobilienpreise, wohingegen die Preise in Thüringen im Kyffhäuserkreis bei lediglich 590 €/m2 liegen. Damit sind die Immobilienpreise in München (Stadt) fast 13 Mal so teuer wie in Kyffhäuserkreis.

Fünf Bundesländer teilen sich die Top 30

Ebenfalls auffällig: Die 30 Spitzenplätze mit den höchsten Kaufpreisen teilen sich nur fünf der 16 Bundesländer. Dabei belegen Bayern mit München (Stadt) (7.558 €/m2), Starnberg (6.700 €/m2) und München Landkreis (6.441 €/m2) die ersten drei Plätze der Tabelle. Dicht gefolgt von Berlin mit den Bezirken Mitte (6.392 €/m2) und Tiergarten (6.352 €/m2). Danach wechseln sich bayrische Landkreise und Berliner Stadtbezirke ab. Erst auf Platz 14 schieben sich zwei Hamburger Bezirke, Hamburg Nord mit 5.280 €/m2 und Eimsbüttel mit 5.257 €/m2, ins Rennen der höchsten Quadratmeterpreise – gefolgt von Hessen mit Frankfurt am Main (5.191 €/m2).

Insgesamt zählen zwölf Berliner Bezirke, elf bayrische Landkreise, vier Hamburger Bezirke, zwei Landkreise aus Baden-Württemberg und einer aus Hessen zu den Regionen mit den teuersten Immobilienpreisen Deutschlands.

Die günstigsten Landkreise finden sich im Osten

Am anderen Ende des Rankings sieht es schon etwas anders aus. Hier teilen sich immerhin sieben Bundesländer die letzten 30 Plätze mit den günstigsten Immobilienpreisen in Deutschland, alle liegen unter 905 €/m2. Die 30 günstigsten Landkreise gehören zu den Bundesländern Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Bayern und Hessen. Bezeichnend ist, dass 25 der 30 günstigsten Landkreise aus Ostdeutschland sind, während westdeutsche Regionen nur fünf Plätze belegen.

Die Preisspanne unter den 30 günstigsten Landkreisen reicht von 904 €/m2 (Altmarkkreis Salzwedel) bis 590 €/m2 (Kyffhäuserkreis). Vor Kyffhäuserkreis als Schlusslicht im Ranking der 30 günstigsten Landkreise liegen Mansfeld-Südharz mit durchschnittlich 693 €/m2, Vogtlandkreis mit 660 €/m2 und Holzminden mit 624 €/m2.

Die stärksten Preisanstiege unter den Landkreisen

Auch ein Blick auf die 30 Spitzenreiter mit den stärksten Preissteigerungen im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist interessant:

Am stärksten klettern die Preise im bayrischen Günzburg mit 14 Prozent in die Höhe, dicht gefolgt von Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit 13,9 Prozent und dem bayrischen Landkreis Schweinfurt mit 13,7 Prozent. Darauf folgen vier Landkreise aus Brandenburg: In Frankfurt (Oder) steigen die Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien um satte 13,5 Prozent, in Dahme-Spreewald um 13,3 Prozent, in Oder-Spree um 12,6 Prozent und in Spree-Neiße um 12,6 Prozent.

Mit insgesamt acht Landkreisen sticht Brandenburg am stärksten unter den Top-Preissteigerungen hervor. Nichtsdestotrotz können Schnäppchenjäger in Brandenburg noch fündig werden, vor allem wenn sie nicht unmittelbar um Berlin oder in Potsdam-Mittelmark schauen. Im Gesamtvergleich sind die Preise noch moderat und liegen zwischen 1.200 €/m2 und 2.600 €/m2 in attraktiven Regionen. Der starke Preisanstieg zeigt aber auch, dass die Nachfrage nach Wohneigentum hier mächtig anzieht. Wer also mit dem Gedanken spielt zu kaufen, sollte nicht zu lange warten.

Neben Brandenburg schaffen es noch einige Landkreise aus anderen Bundesländern unter die Top 30 der Preissteigerungen. Auch Rheinland-Pfalz ist beispielsweise preislich auf dem Vormarsch: Hier legen Koblenz und Altenkirchen (Westerwald) bei den Immobilienpreisen mit 12,1 Prozent und 11,9 Prozent ordentlich zu. Zwei aufstrebende Regionen in Sachsen sind Meißen mit 11,7 Prozent und Mittelsachsen mit 10,6 Prozent höheren Preisen als im Vorjahreszeitraum. In Nordrhein-Westfalen schafft es nur Essen mit elf Prozent unter die ersten 30. Angesagte Standorte in Thüringen und zudem unter den 30 Regionen mit den am stärksten steigenden Immobilienpreisen sind Weimar mit 10,7 Prozent, Greiz mit 10,9 Prozent und Jena mit 11 Prozent.

Eine ausführliche Übersicht mit allen Landkreisen sowie den jeweiligen Preisanstiegen auf einen Blick finden Sie in unserer Übersicht.

Immobilienpreis-Ranking

Die günstigsten und teuersten Landkreise pro Bundesland

Im bundesweiten Vergleich der Immobilienpreise ist nicht nur ein Blick auf das Ranking der jeweils 30 günstigsten und teuersten Landkreise, sondern auch auf die jeweils teuersten und günstigsten Landkreise pro Bundesland und deren Ranking untereinander interessant. In der folgenden Grafik können Sie sehen, in welchem Landkreis beziehungsweise Stadtbezirk je Bundesland Immobilienkäufer am tiefsten in die Tasche greifen und in welchem sie am wenigsten ausgeben müssen.

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Wenig überraschend: Die Bundesländer Bayern mit München Stadt (7.558 €/m2), Berlin mit dem Bezirk Mitte (6.392 €/m2), Hamburg mit Hamburg-Nord (5.280 €/m2) und Hessen mit Frankfurt am Main (5.191 €/m2) führen die Tabelle des jeweils teuersten Landkreises je Bundesland an. Interessant ist jedoch ein Blick auf das Ende dieses Rankings: Hier gehören Niedersachsen mit Harburg (2.645 €/m2), Sachsen mit Dresden (2.411 €/m2), Sachsen-Anhalt mit Halle (Saale) (1.793 €/m2) und das Saarland mit Regionalverband Saarbrücken (1.471 €/m2) zu den vier Schlusslichtern.

Die gute Nachricht ist: Bei neun von 16 Bundesländern kostet der durchschnittliche Immobilienpreis im jeweils günstigsten Landkreis noch unter 1.000 €/m2. Dazu gehören Nordrhein-Westfalen mit Höxter (989 €/m2), Rheinland-Pfalz mit Birkenfeld (941 €/m2), Bayern mit Wunsiedel im Fichtelgebirge (885 €/m2), Hessen mit Werra-Meißner-Kreis (791 €/m2), Brandenburg mit Elbe-Elster (779 €/m2), Sachsen-Anhalt mit Mansfeld-Südharz (693 €/m2), Sachsen mit Vogtlandkreis (660 €/m2), Niedersachsen mit Holzminden (624 €/m2) und Thüringen mit Kyffhäuserkreis (590 €/m2).

Ein interessanter Kontrast zeigt sich, wenn man die jeweils günstigsten Landkreise einiger Metropolen den teuersten Landkreisen aus weniger urbanen Regionen gegenüberstellt. So ist beispielsweise Wohneigentum in Hellersdorf mit 2.917 €/m2, dem günstigsten Stadtbezirk in Berlin, fast genauso teuer, wie in Rostock mit 2.949 €/m2, dem allerdings teuersten Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern. Ein ähnlicher Vergleich trifft auch auf Hamburg und Bremen zu: Der günstigste Bezirk in Hamburg, Harburg, ruft mit 3.125 €/m2 fast die gleichen Preise für Wohnimmobilien auf, wie der teuerste Bezirk in Bremen, Östliche Vorstadt mit 3.063 €/m2.

Mehr zu den aktuellen Immobilienpreisen für Kauf- und Mietobjekte in ganz Deutschland finden Sie in unserer Übersicht zur Immobilienpreisentwicklung.