Immobilienpreise in Deutschland: Alles zur Entwicklung

Die Immobilienbranche boomt. In den letzten Jahren sind die Immobilienpreise in Deutschland stark gestiegen – vor allem in den Schwarmstädten. Die überteuerten Preise führen dazu, dass Wohneigentum in manchen Regionen unbezahlbar geworden ist. Wird sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzen? Erfahren Sie hier, wie hoch die Preise mittlerweile in den Großstädten sind und in welche Richtung sich die Immobilienpreise bis 2030 entwickeln werden.

Steigende Immobilienpreise

Immobilienpreise im Vergleich: 2017 vs. 2018

Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren bundesweit gestiegen. Dennoch zeigt die Preisstatistik regionale Unterschiede bei der Immobilienpreisentwicklung. Vor allem in den großen deutschen Städten steigen die Wohnungspreise stark an. Die sogenannten Big Seven sind die sieben größten Städte Deutschlands. Dabei liegen die Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf nicht nur in puncto Einwohnerzahlen vorne. Auch in Hinblick auf die Immobilienpreise führen sie Deutschlands Spitze an.

Die Tabelle stellt den Preisanstieg für Wohnimmobilien in den Big Seven Großstädten gegenüber und zeigt die Preissteigerung pro Quadratmeter vom dritten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal.

StadtMarktpreis/m² 3. Quartal 2017Marktpreis/m² 3. Quartal 2018∅ Preisanstieg in %

Berlin

4.021 €

4.240 €

5,45 %

München

7.656 €

7.837 €

2,36 %

Hamburg

4.572 €

4.785 €

4,66 %

Frankfurt am Main

5.028 €

5.048 €

0,40 %

Köln

3.551 €

3.641 €

2,53 %

Düsseldorf

3.839 €

3.888 €

1,28 %

Stuttgart

4.434 €

4.518 €

1,89 %



Wenig überraschend ist, dass München das Preisranking unter den Top 7 mit Abstand anführt. Die bayrische Landeshauptstadt ist und bleibt weiterhin ein teures Pflaster in puncto Wohneigentum. Mit durchschnittlich 7.837 €/m² im dritten Quartal 2018 müssen Immobilienkäufer hier am tiefsten in die Tasche greifen. Mit Abstand folgen Frankfurt am Main und Hamburg mit durchschnittlichen 5.048 €/m² beziehungsweise 4.785 €/m². Damit zahlen Käufer in Frankfurt am Main 2.800 €/m² weniger als in München. Im Vergleich zu Köln mit 3.641 €/m² sind Münchener Immobilien sogar mehr als doppelt so teuer.

Während München das Ranking der Quadratmeterpreise mit Abstand anführt, steigen die Preise im dritten Quartal 2018 hier nur am viertstärksten unter den Big Seven. Das zeigt, dass München ein Preisniveau erreicht hat, das schon lange nicht mehr jeder zahlen kann und viele nicht mehr bereit sind zu zahlen.

Auffällig ist, dass Frankfurt am Main, die Stadt mit den zweithöchsten Quadratmeterpreisen im Ranking, die niedrigste Preissteigerung mit nur 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen hat. Dies wird jedoch voraussichtlich nicht so bleiben, da in puncto Brexit noch viele Fragen offen sind. Viele befürchten, dass die Immobilienpreise nach dem Brexit in Frankfurt Londoner Niveau erreichen könnten.

Die höchste Preissteigerung gab es im dritten Quartal 2018 in Berlin mit 5,5 Prozent auf 4.240 €/m², dicht gefolgt von Hamburg mit 4,7 Prozent. Auch Köln holt mit 2,5 Prozent weiter auf und belegt Platz drei bei den Preissteigerungen im dritten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahresquartal.

Viele Immobilienexperten, die die Preisstatistik für Berlin kennen, sehen den Preisanstieg jedoch als gesund an und sprechen trotz der beschriebenen Preisentwicklung noch nicht von einer Immobilienblase. Dennoch kritisieren sie, dass in Berlin bisher an der Nachfrage vorbei zu langsam und zu teuer gebaut wurde.

Gründe für steigende Immobilienpreise in Deutschland

Einer der Hauptgründe für die stetig steigenden Immobilienpreise besteht in der starken Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot. Durch den grundsätzlichen Wohnungsmangel herrscht vor allem in den Ballungsräumen Wohnungsnot, was sowohl zu Mietsteigerungen als auch Preisanstiegen bei Kaufimmobilien führt. Dieser Trend wird durch die Reurbanisierung noch verstärkt; Einst sind die Menschen aus der Stadt ins Umland gezogen, heute wollen mehr Menschen wieder in die Großstädte zurück. Auch mehr junge Leute möchten heutzutage studieren und ziehen für einen Studienplatz ebenfalls in die Großstädte. Diese starke Zuwanderung aus dem In- und Ausland begünstigt die steigende Nachfrage nach Wohnraum.

Auch das fehlende Bauland in den „Schwarmstädten“ sorgt für zu wenig Wohnungsbau, weshalb das Angebot gering bleibt. Zudem ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden weit verbreitet. Aufgrund der überteuerten Mietsteigerungen denken mittlerweile viele darüber nach, in Wohneigentum zu investieren, zumal Wohneigentum als ein zentraler Bestandteil der Altersvorsorge gilt. Die momentan niedrigen Zinsen für Immobilienfinanzierungen machen eine Investition in „Betongold“ attraktiver. In Zeiten geringer Sparzinsen und potenziell sinkender Renten gelten Immobilien als wertstabil und können außerdem Renditen in Form von Mieten abwerfen. Außerdem ist die deutsche Immobilienbranche ist nach wie vor für Großanleger attraktiv.

Prognose bis 2030: Wird sich der Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt entspannen?

Aufgrund von niedrigen Zinsen, staatlichen Förderungen und der steigenden Nachfrage nach Immobilien rechnen Immobilienexperten und Makler in den nächsten Jahren weiterhin mit steigenden Immobilienpreisen. Bis voraussichtlich 2030 legen die Immobilien weiter an Wert zu und Besitzer können diese mit einem deutlichen Gewinn verkaufen.

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Dennoch wird sich der Immobilienmarkt bis 2030 in zwei Lager aufspalten. Auf der einen Seite werden die Quadratmeterpreise weiter steigen und auf der anderen Seite werden die Preise langsam wieder zurückgehen. Es bestehen bei der Immobilienpreisentwicklung bereits große Unterschiede zwischen Stadt und Land. Diese werden sich bis 2030 voraussichtlich noch vergrößern. Die Preisentwicklung in ländlichen Regionen verläuft nach unten. Die Ursache dafür liegt im demografischen Wandel im ländlichen Raum. Da viele Menschen in die Ballungsräume ziehen, besteht auf dem Land nur noch eine geringe Nachfrage nach Wohnimmobilien, weshalb die Immobilienpreise sinken. Die Immobilienwerte fallen eher in Teilen Ostdeutschlands, im Ruhrgebiet und im Saarland, außer in Städten wie Leipzig, Berlin oder Dresden. Im Süden Deutschlands und Südwesten werden die Preise bis zum Jahr 2030 voraussichtlich noch weiter steigen.

Im Allgemeinen wird erwartet, dass der Immobilienspiegel in Deutschland nach wie vor nach oben verläuft, auch wenn die Preissteigerungen nicht mehr so rasant ausfallen dürften wie in den vergangenen Jahren.

Steigende Immobilienpreise: Immobilie jetzt verkaufen?

Generell ist der Verkauf einer Immobilie in einer wirtschaftlich guten Marktsituation empfehlenswert. Aktuell ist die Nachfrage hoch und die Zinsen sind niedrig, weshalb viele Menschen mit den Gedanken spielen, eine Immobilie zu kaufen. Dies bietet eine gute Ausgangssituation für Verkäufer.

Dennoch sollte möglichst vermieden werden, die Immobilie unter Zeitdruck zum Verkauf anzubieten. Da sich jede Immobilie im Baujahr, der Wohnlage und Ausstattung unterscheidet, bieten die Quadratmeterpreise aus dem jeweiligen Immobilienpreisspiegel nur eine erste Orientierung für die Preisfindung, jedoch keine Grundlage für eine exakte Berechnung des Quadratmeterpreises. Für eine professionelle Einschätzung unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation sollte ein Immobilienmakler zurate gezogen werden.

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Die Datenerhebung basiert auf einer Auswertung inserierter Kaufangebote für Häuser und Wohnungen (nur Bestandsbauten, Baujahr bis 2016) verschiedener Immobilienportale für das dritte Quartal 2017 und dritte Quartal 2018.

Bildquelle: iStock.com/nopparit


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