Immobilienwirtschaft wĂ€hrend der Coronavirus-Krise: Digitale Lösungen fĂŒr den Immobilienverkauf trotz Kontaktverbot

Letztes Update: 23.03.20

Die derzeitigen EinschrÀnkungen durch das Coronavirus betreffen das gesamte öffentliche Leben in Europa. Auch die Immobilienwirtschaft muss Arbeitsweisen und Prozesse anpassen. In diesem Ratgeberartikel beleuchten wir die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Immobilienwirtschaft nach aktuellem Wissensstand und zeigen, wie der Immobilienverkauf dank digitaler Lösungen trotz Kontaktverbot weiterhin möglich ist.

Mann im Anzug vor Skyline hÀlt virtuelles Haus

Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff

Das Coronavirus hat sich in Deutschland rasant ausgebreitet. Aktuell (23.03.2020) verzeichnet Deutschland 22.672 bestÀtigte InfektionsfÀlle und 96 TodesfÀlle (tagesaktuelle Zahlen zum Coronavirus liefert das Robert-Koch-Institut).

Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und Risikogruppen zu schĂŒtzen, wurden nach und nach immer mehr EinschrĂ€nkungen verhĂ€ngt. Schulen und UniversitĂ€ten wurden geschlossen, PrĂŒfungen verschoben. SportstĂ€tten, Clubs und Bars mussten ihren Betrieb einstellen, gefolgt von CafĂ©s, Restaurants und Dienstleistungsbetrieben wie FriseurlĂ€den und Tattoo-Studios. Großveranstaltungen wie die Internationale Tourismusbörse (ITB Berlin) und die UEFA EURO 2020 wurden abgesagt oder verschoben.

Bei großen Unternehmen wie VW und Mercedes herrscht inzwischen Produktionsstopp. Wo es möglich ist, schicken Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Vor allem die Digitalbranche konnte ihre ProduktivitĂ€t durch diese Maßnahme in großen Teilen aufrecht erhalten.


Welche Auswirkungen haben die Coronavirus-Krise und das 14-tÀgige Kontaktverbot auf den Immobilienverkauf?

Nun haben Bund und LĂ€nder ein deutschlandweites, 14-tĂ€giges Kontaktverbot fĂŒr mehr als zwei Personen beginnend am 23. MĂ€rz 2020 verhĂ€ngt. Das Kontaktverbot stellt die Immobilienbranche und das MaklergeschĂ€ft vor deutliche Herausforderungen.

Das traditionelle MaklergeschÀft lebt vom persönlichen Kontakt

Das traditionelle MaklergeschĂ€ft im Immobilienverkauf lebt vom persönlichen Kontakt der Immobilienmakler zu den EigentĂŒmern und Kaufinteressenten. Nicht nur bei der Objektbegehung kommt es in der Regel zum Kontakt zwischen Makler und EigentĂŒmer, der Makler macht sich auch vor Ort einen Eindruck von der Immobilie, der dann in die Wertermittlung einfließt und entscheidend fĂŒr die Bestimmung des idealen Verkaufspreises ist. Er macht außerdem Objektfotos vor Ort, die wichtig fĂŒr die Erstellung des ExposĂ©s sind. Findet sich ein Kaufinteressent, prĂ€sentiert der Immobilienmakler ihm das Haus oder die Wohnung bei einer Besichtigung persönlich. All diese Schritte im Verkaufsprozess einer Immobilie sind wĂ€hrend der Coronavirus-Pandemie und des verhĂ€ngten Kontaktverbots in Deutschland nicht mehr möglich. Immobilienmakler stehen vor einer besonderen Herausforderung.


Digitale Lösungen fĂŒr den Immobilienverkauf wĂ€hrend der Coronavirus-Krise

Als einer der grĂ¶ĂŸten Hybrid-Makler in Deutschland hat McMakler das traditionelle MaklergeschĂ€ft revolutioniert. Die NĂ€he zum Kunden und unsere Vor-Ort-PrĂ€senz durch ĂŒber 100 Standortvertretungen und hochqualifizierte Immobilienmakler mit regionalem Know-how gehören zu unseren wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Doch in Zeiten, in denen der persönliche Kontakt zum Risiko werden kann, sind digitale Lösungen gefragt, um den Prozess des Immobilienverkaufs aufrecht zu erhalten und gleichzeitig den Schutz der EigentĂŒmer, Kaufinteressenten und Makler zu gewĂ€hrleisten.

Als TechnologiefĂŒhrer und Pionier der Digitalisierung in der Maklerbranche sind wir besser aufgestellt als Mitbewerber und traditionelle Maklerunternehmen. In Zeiten der Corona-Pandemie profitieren ImmobilienverkĂ€ufer von modernen Technologien, die den Immobilienverkauf ohne persönlichen Kontakt ermöglichen. Datengetriebene Strukturen und unsere inhouse entwickelte Software ermöglichen es uns, unsere Dienstleistungen schnell und effizient auf hohem Serviceniveau fortzusetzen - und das in jeder Phase des Verkaufsprozesses.

1. Digitale Lösungen fĂŒr Immobilienbewertungen wĂ€hrend der Coronavirus-Krise

Der erste Schritt des Immobilienverkaufs ist die Wertermittlung der Immobilie. HierfĂŒr werden per Telefon mit dem VerkĂ€ufer alle individuellen Rahmendaten der Immobilie (Ausstattung, Lage etc.) aufgenommen. Der Immobilienexperte ersetzt die Vor-Ort-Begehung wĂ€hrend des Kontaktverbots durch Screensharing (BildschirmĂŒbertragung). Auf diese Weise kann er sich auch ohne persönlichen Kontakt einen Eindruck von der Immobilie machen und diesen in die Bewertung einfließen lassen.

Auf Basis der Objektdaten, lokaler Expertise, aktueller Preistrends, umfassender Marktanalysen und mit Hilfe von kĂŒnstlicher Intelligenz erhĂ€lt der VerkĂ€ufer eine qualitative Wertbestimmung der Immobilie und eine Empfehlung fĂŒr einen realistischen Verkaufspreis.

2. Digitale Lösungen fĂŒr ExposĂ©s wĂ€hrend der Coronavirus-Krise

Um eine Immobilie vermarkten zu können, braucht es ein digitales ExposĂ© mit aussagekrĂ€ftigen Bildern. WĂ€hrend der Kontaktsperre kann der Immobilienmakler Außenaufnahmen vom Objekt machen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass der Makler Innenaufnahmen und 360-Grad-Aufnahmen des Objekts macht, wenn er sich durch Handschuhe entsprechend schĂŒtzt und sich keine weitere Person gleichzeitig in dem Objekt befindet.

3. Digitale Lösungen fĂŒr Objektbesichtigungen wĂ€hrend der Coronavirus-Krise

WĂ€hrend der Kontaktsperre dĂŒrfen keine persönlichen Objektbesichtigungen vor Ort stattfinden. 360-Grad-Aufnahmen ermöglichen es dem Makler bzw. dem Kundensupport (an sieben Tagen die Woche erreichbar), den Interessenten das Objekt dennoch zu prĂ€sentieren. Im Rahmen eines Onlinemeetings fĂŒhrt der Immobilienmakler den Interessenten durch eine gemeinsame begleitete, moderierte 360-Grad-Tour durch das Objekt und steht fĂŒr Fragen bereit. Sollte keine 360-Grad-Besichtigung möglich sein, steht der Makler telefonisch zur KlĂ€rung von Detailfragen zur VerfĂŒgung.

360-grad-besichtigung


Hier finden Sie ein Beispiel fĂŒr eine 360-Grad-Besichtigung.

Wie wirkt sich die Coronavirus-Krise auf McMakler aus?

Felix Jahn, GrĂŒnder und CEO von McMakler, spricht zu Corona und den Auswirkungen fĂŒr McMakler:

"Die EinschrÀnkungen durch Covid-19 betreffen das gesamte öffentliche Leben, nicht nur bei McMakler, nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern in der gesamten Welt.

Bei McMakler haben wir die klassische Immobilientransaktion in den letzten Jahren vollkommen neu erfunden und eine Technologie entwickelt, die uns erlaubt, unsere Kunden ĂŒber modernste Methoden und unsere Software zu bedienen, ohne unsere Kunden und Mitarbeiter gesundheitlichen Risiken auszusetzen.

Von Immobilienbewertungen, die wir gemeinsam mit den EigentĂŒmern ĂŒber Screensharing durchfĂŒhren, ĂŒber 360-Grad-Besichtigungen aller Immobilienangebote bis hin zu vermehrten Telefon- und Video-Terminen bieten wir unseren Kunden tolle Möglichkeiten an, ohne dass sie das Haus verlassen mĂŒssen. Mit diesen Maßnahmen reduzieren wir die allgemeine Unsicherheit angesichts des Kontaktverbots deutlich. Von einem starken Einbruch gehen wir daher aktuell nicht aus.

Dennoch mĂŒssen wir – wie andere Unternehmen und Branchen auch – durch einen nie dagewesenen Sturm manövrieren. Aber der Zusammenhalt, das beispiellose Engagement und der Ideenreichtum unserer Mitarbeiter in den letzten Wochen stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir am Ende der Krise gestĂ€rkt hervorgehen.


Welche Auswirkungen hat die Coronavirus-Krise auf die Immobilienpreise?

Eine genaue Aussage zu den Effekten der Coronavirus-Krise auf die Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland kann man aktuell nicht treffen. Experten gehen nicht von einem starken Einbruch der Kaufpreise aus, jedoch von einer Stagnation oder einem leichten RĂŒckgang. Da der Staat in Hilfsprogramme investiert, verlieren Bundesanleihen fĂŒr Anleger an AttraktivitĂ€t. Steigende Bundesanleihen gehen mit einem Anstieg der Bauzinsen einher. Dies könnte laut Expertenmeinungen dazu fĂŒhren, dass mehr Immobilien auf den Markt gelangen und die Immobilienpreise stagnieren oder leicht rĂŒcklĂ€ufig werden. Dies kann fĂŒr Investoren, die sich bisher zurĂŒckgehalten haben, sehr reizvoll sein.

Wie entwickeln sich die Immobilienpreise wÀhrend der Coronavirus-Krise?

Zum Einfluss durch Corona und den vermutlichen Folgen auf dem Immobilienmarkt sagt Jahn:

"Wir beobachten die Preisentwicklung auf MĂ€rkten und Standorten tĂ€glich. Noch ist kein klarer Trend erkennbar, obwohl manche EigentĂŒmer im Rahmen der aktuellen Krise dazu neigen, ihre ImmobilienbestĂ€nde schnell zu liquidieren. Wir gehen von einem sehr volatilen Markt in den kommenden Wochen und Monaten aus."

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Immobilien wÀhrend der Coronavirus-Krise?

Felix Jahn zum Interesse der KĂ€ufer aktuell:

"Nach einer kurzen Schockstarre in Folge der verhĂ€ngten Kontaktsperre durch die Bundesregierung vermerken wir nun wieder eine gestiegene Nachfrage bei den Kaufinteressenten. Die tĂ€glichen Anfragen auf unsere Inserate erreichen beinahe Werte vor der Krise. Lediglich die DurchfĂŒhrung von Vor-Ort-Besichtigungen ist aktuell eingeschrĂ€nkt. Wir sind jedoch in der Lage bei nahezu jeder Immobilie eine begleitete und moderierte 360-Grad-Besichtigung mit unseren Kunden durchzufĂŒhren."


Fazit

Die Coronavirus-Krise stellt das MaklergeschĂ€ft vor enorme Herausforderungen, doch dank Digitalisierung und moderner Technologien kann der Verkaufsprozess trotz des Kontaktverbots, also ohne persönliche Vor-Ort-Termine, effizient aufrecht erhalten werden. Die allgemeine Unsicherheit wird kurzfristig zu sinkenden Transaktionen und stagnierenden bis leicht fallenden Immobilienpreisen fĂŒhren. Experten gehen aktuell jedoch nicht von massiven EinbrĂŒchen aus. Immobilien könnten gerade jetzt, wo es zu BörseneinbrĂŒchen kommt und außerdem die Zinsen nahe am Rekordtief liegen, als sicheres und stabiles Anlageobjekt fĂŒr Investoren interessant sein. Eine klare, langfristige Aussage ĂŒber die Entwicklung des Immobilienmarktes kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht getroffen werden. Die aktuellen Prognosen sind eine Momentaufnahme und der Markt muss weiterhin beobachtet werden.


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Bildquelle: istock - SasinParaksa

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