Sparen für die Altersvorsorge: Langfristig in Aktien anlegen oder Immobilie kaufen?

Viele fragen sich, ob sie ihr Geld an der Börse anlegen oder eine Immobilie kaufen sollen.

Nicht nur junge Menschen beschäftigen sich mit der Frage, wie sie sich mit einer langfristigen Kapitalanlage am besten fürs Alter absichern können. Das Thema drängt sich auch in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie auf, in denen die Inflationsrate noch rasanter steigt. Das Geld auf dem Sparkonto verliert laufend an Wert. Es empfiehlt sich daher, auch kleineres Vermögen in krisensichere Sachwerte zu investieren. Zu den beliebtesten Anlageformen gehören hier Aktien und Immobilien. Der Kauf von Aktien punktet mit einem niedrigschwelligen Einstieg. Immobilien bieten Sicherheit und bei Selbstnutzung ein eigenes Zuhause, für das man später keine Miete zahlen muss. Was ist die beste Art, für die Zukunft vorzusorgen? Bei dieser Frage spielen immer persönliche Faktoren und Finanzen eine Rolle. Aber auch unabhängig von der individuellen Situation gibt es Argumente für und gegen den Aktien- oder Hauskauf. Wir stellen die allgemeinen Vor- und Nachteile der Investitionsmöglichkeiten Aktien und Immobilien vor.

Sie wollen die erwartete Rentenlücke ausgleichen und Ihren gewohnten Lebensstandard im Alter mit der Rendite einer langfristigen Investition halten? Erfahrungsgemäß zeigen die Renditen von Aktien und Immobilien bei mittel- und langfristigen Investitionen keine großen Unterschiede. Sowohl beim Aktien- als auch beim Immobilienkauf kann es versteckte Kosten geben, die sich negativ auf die Renditen auswirken. Zur erwartbaren Mietrendite finden Sie Informationen in diesem Artikel. Bei der Entscheidung der Investitionsform spielen Faktoren wie die Risikobereitschaft eine gewichtige Rolle.

Bevor Sie konkrete Kalkulationen der Renditen anstellen, sollten Sie sich mit den Vor- und Nachteilen von Aktien- und Immobilieninvestitionen auseinandersetzen.

Vor- und Nachteile von Aktien


Die Digitalisierung hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen vom Endgerät aus in Aktien investieren. Doch dem scheinbar einfachen Einstieg können ein hohes Risiko und versteckte Kosten gegenüberstehen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Faktoren bei der Geldanlage an der Börse.

Nachteile der Aktieninvestition

  1. Der vermeintliche einfache Einstieg ist trügerisch. Vor Ihrer Investition und auch danach müssen Sie einiges an Zeit investieren, um ausreichend Erfahrung zu sammeln. Die schiere Größe des Aktienmarkts macht ihn unübersichtlich, die ständige Beschäftigung damit kostet Energie.

  2. Der Markt ist unsicher und Schwankungen ausgesetzt, die dafür sorgen können, dass Ihre erhofften Renditen geringer ausfallen oder sogar ganz ausbleiben und zum Minusgeschäft werden.

  3. Die Investition in Fonds scheint die Risiken des Aktienmarkts abzufedern, weil hierbei ein breites Portfolio an Aktien abgedeckt wird. Gerade beim Fondssparen können aber versteckte Gebühren und Kosten Ihre Rendite schmälern. Auch wenn ein Fondsmanager höhere Renditen verspricht, muss er Ihr Investment aktiv managen und für diese Arbeit bezahlt werden.

  4. Der Handel mit Aktien kann emotional anstrengend sein. Bei starken Kursschwankungen kann es zu Panikverkäufen kommen, die sich für den Anleger später als Nachteil herausstellen.

Geldinvestitionen an der Börse sind immer den Schwankungen des Marktes ausgesetzt


Vorteile von Aktien

  1. Über geringe Einstiegssummen ist der Aktienmarkt für Sie relativ leicht zugänglich. Eine Investition muss hier nicht mehr durch einen Vermittler bei der Bank erfolgen, heutzutage erleichtern auch Onlineangebote den Start mit dem Aktienhandel.

  2. Da Sie Ihre Aktien jederzeit verkaufen können, profitieren Sie bei dieser Investitionsform im Vergleich zum Immobilienkauf von einer hohen Liquidität.

  3. Wenn Sie einmal in Aktien investiert haben, haben Sie einen relativ geringen Verwaltungsaufwand.

  4. Mit Indexfonds wie ETFs besteht die Möglichkeit, über eine Vielzahl von Aktien direkt an der Börse beteiligt zu sein und nur geringe laufende Gebühren zu zahlen. Hier erwartet Sie im Vergleich zum herkömmlichen Fondssparen kein Ausgabeaufschlag.

  5. Wenn Sie Ihr Geld breit streuen und frühzeitig mit dem Investieren anfangen, kann Ihre private Rente Ihren finanziellen Spielraum im Alter und damit Ihre Lebensqualität verbessern.

Immobilienbesitzer verfügen im Alter meist über ein höheres Vermögen als Mieter mit vergleichbarem Einkommen

Vor- und Nachteile des Immobilienkaufs

Nicht wenigen Menschen ist der Handel mit Aktien zu unübersichtlich und abstrakt. Wer vor allem Wert darauf legt, sein Geld in etwas “Handfestes” zu investieren, worüber er oder sie sich im Anschluss erfreuen kann, fühlt sich zum Kauf einer Immobilie hingezogen.

Nachteile Immobilienkauf

  1. Für eine Immobilie muss nicht nur Eigenkapital in die Hand genommen, sondern auch ein Kredit aufgenommen werden. Diesem kann der Käufer oder die Käuferin auf Jahrzehnte verpflichtet sein. Das regelmäßige Abbezahlen kann als Last empfunden werden.

  2. Die finanzielle Bindung an eine Immobilie führt zu einer eingeschränkten Liquidität. Sollten Sie sich in Krisenzeiten spontan dazu entschließen, Ihre Immobilie zu verkaufen, ist das häufig nur mit Verlusten möglich.

  3. Immobilienbesitz ist immer auch mit höherem Verwaltungs- und Instandhaltungsaufwand verbunden. Nähere Informationen dazu finden Sie unter anderem in unserem Artikel zum Thema Nebenkosten für das Einfamilienhaus.

  4. Wenn sich die Lage oder der Zustand Ihrer Immobilie durch unvorhergesehene externe Faktoren verschlechtert, kann diese an Wert verlieren. Geringere Mieteinnahmen können das Abbezahlen Ihrer Verbindlichkeiten erschweren.

  5. Es besteht im Unterschied zu Aktienkäufen ein sogenanntes Klumpenrisiko, da Sie mit einer Immobilie Ihre Investition nicht streuen können.

Achtung bei Immobilienkauf: Erwerbsnebenkosten

Bei der Einschätzung des Preises einer Immobilie dürfen die Erwerbsnebenkosten nicht außer Acht gelassen werden. Hierzu zählen Notar- oder Maklerkosten, die Grunderwerbssteuer oder der Eintrag ins Grundbuch. Wenn Sie den Kaufpreis und die Erwerbsnebenkosten gegen die zu erwarteten Mieteinnahmen rechnen, stellt sich Ihnen die Nettomietrendite dar - und diese ist ausschlaggebend beim Vergleich mit den Renditen etwaiger anderer Geldanlagen. Erfahren Sie mehr über Erwerbsnebenkosten in unseren Artikeln zum Thema Wohnung als Kapitalanlage oder zur Eigenheimfinanzierung.

Vorteile Immobilienkauf

  1. Die Digitalisierung hat auch auf dem Immobilienmarkt einige Barrieren abgebaut, wodurch der Erwerb einer Immobilie heute sehr viel niedrigschwelliger ist.

  2. Regelmäßige Mieteinnahmen verschaffen Ihnen einen passiven Einkommensstrom.

  3. Sie können in Ihr Wunschobjekt selbst einziehen und haben dadurch einen vielleicht lebenslangen, hohen nicht-finanziellen Nutzen. Ein Eigenheim ist ein Lebensstil – Sie können den Wert der Immobilie täglich und am eigenen Leibe erfahren.

  4. Auch in puncto Altersvorsorge sind Sie enorm entlastet, wenn Ihnen die erworbene Immobilie gehört. Ihr Kredit ist dann abbezahlt, Sie sind schuldenfrei und Ihnen entstehen fürs Wohnen keine Kosten mehr. Ihre Fixkosten reduzieren sich drastisch.

  5. Wenn Sie sich bei der Suche nach einer Immobilie auf eine gute Lage fokussieren, ist ein Wertverlust sehr unwahrscheinlich. Auch wenn eine starke Inflation den Wert des Geldes einmal drücken sollte, bleiben Immobilien im Wert stabil, da sich Preise und Mieten hier analog verhalten.

  6. Der Staat kann den Immobilienkauf mit Fördermitteln unterstützen, die ihre Kosten senken - zum Beispiel über die KfW-Förderung für die energetische Sanierung oder die Riester-Baufinanzierung.

  7. Die Kreditaufnahme hat auch etwas für sich: Sie werden in Ihrer persönlichen Budgetierung disziplinierter. Bei Renteneintritt haben Sie als Immobilienbesitzer durchschnittlich ein größeres Vermögen als Mieter oder Mieterinnen, die ein vergleichbares Einkommen hatten.

  8. Auch ohne Eigenkapital besteht die Möglichkeit, eine Immobilie zu erwerben. Mehr dazu erfahren Sie hier.

  9. Immobilienbesitz wirkt sich in der Regel positiv auf Ihre Kreditwürdigkeit aus.

Der Wertverlust einer Immobilie ist in guten Lagen sehr unwahrscheinlich

Fazit

Die Frage, ob Sie in Aktien oder eine Immobilie investieren sollen, ist sehr von Ihrer individuellen Situation, Ihren Rücklagen und Ihrer Risikobereitschaft abhängig. Da sich die Renditen bei beiden Anlageformen auf lange Sicht kaum unterscheiden, spielen Faktoren wie die emotionale Bindung an das Investitionsobjekt eine größere Rolle. Insgesamt liegen Immobilien als Anlage tendenziell vorn, da viele Menschen es unattraktiv finden, sich laufend mit dem Aktienmarkt auseinanderzusetzen. Eine Immobilie bedeutet zwar auch Verwaltungsaufwand, aber dieser beschränkt sich auf ein Objekt und bedeutet selten, den Markt vollständig im Blick zu haben. Wenn Sie sich einmal das Herz fassen, in eine Immobilie zu investieren, können Sie sich auf eine langlebige Zufriedenheit einstellen. Falls Sie trotzdem Wert auf eine Teilhabe am Börsengeschehen setzen, schließt sich auch die Kombination der beiden Anlagemöglichkeiten nicht aus.

Das Team von McMakler Finance berät Sie umfassend zu Ihrer persönlichen Immobilienfinanzierung. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin!

Bildquellen:

iStock.com: davidf
iStock.com: peterschreiber.media
iStock.com: elxeneize
iStock.com: peterschreiber.media

Das Vanlife ist der perfekte Lebensstil für alle, die mehr Freiheit und Zeit in der Natur suchen
Klingt die Anzeige zu schön um wahr zu sein? Ist sie meistens auch.
Lohnt es sich im Winter eine Immobilie zu verkaufen?
Bei Hausverkauf will man, dass das Haus in die richtigen Hände fällt.