Grundsteuerreform: Das kommt jetzt auf Haus- und Wohnungseigentümer zu

Letztes Update: 28.06.2022

Das müssen Eigentümer über die Grundsteuer 2022 wissen

Haus und Grund haben wortwörtlich ihren Preis – jährlich zahlen Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern, Wohnungen und Grundstücken die sogenannte Grundsteuer. Ende 2019 beschloss das Bundesverfassungsgericht jedoch, dass die herkömmliche Berechnungsmethode der Grundsteuer verfassungswidrig ist. Die Regierung leitete daraufhin eine Reform der Grundsteuer ein. Obwohl die neue Grundsteuer erst Anfang 2025 in Kraft tritt, gibt es bereits jetzt für Haus- und Grundstückseigentümer einiges zu tun. Mit der Grundsteuerreform verlieren nämlich die bisherigen Einheitswerte ihre Gültigkeit. Seit Anfang 2022 werden demnach sämtliche Grundstücke in Deutschland neu bewertet. Hierzu braucht die Regierung die Unterstützung aller Eigentümerinnen und Eigentümer.

In diesem Artikel erklärt McMakler, was im Rahmen der Grundsteuerreform 2022 auf Sie als Immobilieneigentümer zukommt.

Im Überblick: Was ist die Grundsteuer?

Jeder, der in Deutschland ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück besitzt, kennt die Grundsteuer. Die Grundsteuer ist eine jährlich anfallende Steuer, die Eigentümer auf den Besitz von Grundstücken und Gebäuden zu zahlen haben. Die Höhe der Steuer wird dabei durch das zuständige Finanzamt mit dem Steuermessbescheid festgelegt.

Wieso gibt es eine Grundsteuerreform?

Die Grundsteuer eines jeden Grundstückes wird mithilfe von dessen Einheitswert berechnet. Das Problem hierbei ist, dass die Einheitswerte in Westdeutschland aus dem Jahr 1964 und in Ostdeutschland aus dem Jahr 1935 stammen. In 58 bis 87 Jahren hat sich aber einiges auf dem Immobilienmarkt verändert, was in der veralteten Berechnungsgrundlage der Grundsteuer gar nicht berücksichtigt wird. Die Einheitswerte spiegeln bei weitem nicht die aktuellen Marktwerte der Immobilien und Grundstücke wider. Dies hat zur Folge, dass selbst vergleichbare Immobilien völlig unterschiedlich bewertet werden und verschiedene Steuersätze erhalten. Da dies gegen das Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes verstößt, wird nun eine Reform der Grundsteuer durchgeführt.

Die Einheitswerte, die zur Berechnung der Grundsteuer genutzt werden, sind veraltet.

Was ändert sich ab 2025 an der Grundsteuer?

Durch die Reform soll die Grundsteuer in Zukunft fair und transparent errechnet werden, weshalb in erster Linie die Bewertungsgrundlage der Grundsteuer erneuert und die Anzahl der Kriterien für die Bewertung der Grundstücke deutlich reduziert wird. Außerdem soll die Grundsteuermesszahl gesenkt und die Hebesätze in den Ballungszentren minimiert werden. Ebenfalls neu ist die sogenannte Grundsteuer C, die sich ausschließlich auf unbebaute Grundstücke bezieht.

Damit dies bis 2025 möglich ist, müssen vorher sämtliche Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden. Die neue Grundsteuer wird anschließend ab dem 01. Januar 2025 fällig und anhand der neu erhobenen Grundstücksdaten, angepassten Hebesätze und gesenkten Grundstücksmesszahlen errechnet.

Wie wird die neue Grundsteuer berechnet?

Tatsächlich ändert die Grundsteuerreform nicht, wie die Grundsteuer berechnet wird. Sie setzt sich nach wie vor aus dem Grundsteuerwert, der Steuermesszahl und dem Hebesatz der Gemeinde zusammen. Durch die Grundsteuerreform werden lediglich die Werte erneuert, die zur Ermittlung der Grundsteuer genutzt werden.

Was hat es mit der Grundsteuer 2022 auf sich?

Als Eigentümer oder Eigentümerin einer Immobilie oder eines Grundstücks haben Sie bestimmt schon von der “Grundsteuer 2022” gehört. Was macht die Grundsteuer in diesem Jahr besonders?

An der eigentlichen Grundsteuer hat sich in diesem Jahr noch nichts geändert. Die reformierte Grundsteuer greift erst ab Januar 2025. Jedoch ist 2022 das Jahr der Neuberechnung der Grundstückswerte, die dann ab 2025 bei der Berechnung der Grundsteuer den Einheitswert ersetzen. Fast 36 Millionen Grundstücke müssen dafür ab diesem Jahr neu bewertet werden. Das geht natürlich nicht ohne die aktive Mitarbeit von Haus- und Grundstückseigentümern.

Das Jahr 2022 ist das Jahr der Neuberechnung der Grundstückswerte

Was Haus- und Grundstückseigentümer jetzt zu tun haben

Für die Grundsteuerreform 2022 müssen Sie als Eigentümerin oder Eigentümer einer Immobilie oder eines Grundstücks eine gesonderte Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. In dieser Grundsteuererklärung geben Sie bestimmte Informationen und Daten zu Ihrem Grundstück und Ihren Gebäuden an. Haben Sie das Eigentum an Ihrer Immobilie erst nach dem 01. Januar 2022 erworben, sind Sie hiervon ausgenommen.

Die Feststellungserklärung muss zwischen dem 01. Juli und dem 31. Oktober elektronisch über das Onlineportal ELSTER abgegeben werden.

Wichtig:

Reichen Sie die Grundsteuererklärung rechtzeitig innerhalb der Frist ein, um Verspätungszuschläge zu vermeiden.

Die Formulare zur Feststellung der Grundstückswerte werden rechtzeitig im Onlineportal bereitgestellt. Für die Nutzung von ELSTER ist ein Benutzerkonto erforderlich.

Tipp:

Beginnen Sie frühzeitig mit der Registrierung im Onlineportal ELSTER. Da es sich um einen mehrstufigen Prozess handelt, kann die Registrierung einige Tage dauern. Haben Sie bereits ein Benutzerkonto, können Sie dieses für die Abgabe der Steuererklärung nutzen.

Die Informationen, die Sie über Ihre Immobilie in der Grundsteuererklärung angeben, müssen sich auf den Stichtag des ersten Januars 2022 beziehen. Alle baulichen Maßnahmen, wie etwa eine Sanierung oder Modernisierung, die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt wurden, werden nicht berücksichtigt. Im Zweifel empfiehlt es sich, bei der Erstellung der Steuererklärung einen Steuerberater oder eine Eigentümervertretung hinzuziehen. Lohnsteuerhilfevereine dürfen in diesem Fall nicht beraten, da nur bestimmte Berufsgruppen im Rahmen der Grundsteuerreform dazu befugt sind.

Nach Eingang der Erklärung stellt das Finanzamt Ihren neuen Grundsteuerwert per Bescheid fest. Der Wert wird anschließend ab 2025 erstmals zur Berechnung der Grundsteuer herangezogen werden. Die ab 2025 zu zahlende Steuer wird von der Kommune mit dem Grundsteuerbescheid festgesetzt.

Im Rahmen der Grundsteuer 2022 müssen Hauseigentümer eine gesonderte Steuererklärung abgegeben.

Welche Informationen werden gebraucht?

Jedes Land kann seine eigenen Grundsteuerregelungen erlassen. Deswegen sollten Sie sich gut darüber informieren, welche konkreten Daten von Ihnen benötigt werden. Die meisten Länder werden dem Modell des Bundesgesetzgebers folgen. Saarland und Sachsen werden abweichende Steuermesszahlen zur Berechnung der neuen Grundsteuer nutzen. Das Modell des Bundesgesetzgebers verlangt Auskunft über folgende Daten:

Bei Wohngrundstücken:

  • Lage (Straße und Hausnummer, Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer)

  • Grundstücksfläche

  • Grundstücksart

  • Bodenrichtwert

  • Art des Gebäudes

  • ggf. Anzahl der Wohnungen

  • Wohnfläche

  • Baujahr

  • ggf. Anzahl der Tiefgaragenstellplätze

Bei Nichtwohngrundstücken:

  • Grundstücksart

  • Grundstücksfläche

  • Bodenrichtwert

  • Gebäudearten

  • Baujahr

  • Bruttogrundfläche

Bei unbebauten Grundstücken:

  • Grundstückswert

Die Ermittlung der Grundstückswerte erfolgt bei Wohngrundstücken mit dem Ertragswertverfahren und bei Nichtwohngrundstücken mit dem Sachwertverfahren.

Gut vorbereitet auf die Grundsteuerreform

Einige Kommunen werden in den nächsten Wochen Schreiben an Grundstückseigentümer verschicken, in denen auf die Eingangsfrist der Steuererklärung hingewiesen wird. Hierzu sind die Kommunen jedoch nicht verpflichtet. Auch wenn Sie kein Schreiben erhalten, ist es dennoch empfehlenswert, frühzeitig mit der Sammlung der benötigten Daten zu beginnen und sich im ELSTER Portal zu registrieren. Informieren Sie sich, welche Daten in Ihrem Bundesland von Ihnen gebraucht werden. So können Sie Ihre Steuererklärung im Sommer stressfrei abgeben.

Diese energetischen Maßnahmen steigern die Energieeffizienz Ihrer Immobilie
Viele Immobilienkäufer befürchten, sich nach der Leitzinserhöhung keinen Kredit mehr leisten zu können.
Besonders für diejenigen, die wenig Eigenkapital zur Verfügung haben, lohnt sich eine KfW-Förderung.
Die Kosten für die energetische Sanierung brauch der Eigentümer nicht allein zu tragen.